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Stadt Bad Oeynhausen hat Grundstück an der Portastraße in der Nachbarschaft zum VHS-Komplex gekauft

Neues Kulturzentrum im Stadtzentrum?

Bad Oeynhausen (WB). Das Projekt steht am Anfang. Das Ziel ist aber klar formuliert: Im Zusammenspiel mit dem Grundstück Kaiserstraße 14, Sitz von Volkshochschule (VHS) und Begegnungszentrum Druckerei, soll dort und auf dem benachbarten Grundstück Portastraße 19 ein Kulturzentrum entstehen. Die Stadt hat die Immobilie an der Portastraße gekauft.

Claus Brand

Ende 2018 hat die Stadt Grundstück und Gebäude Portastraße 19 (auf dem Foto links) gekauft. Es grenzt an das Gebäude mit VHS und Druckerei (rotes Gebäude rechts). Im Gesamtkomplex könnten auch Bücherei und Archiv, bislang an der Von-Moeler-Straße, angesiedelt werden. Fotos: Claus Brand Foto:

Stefan Tödtmann, Beigeordneter für Bürgerdienste, bestätigte nach der Sitzung des Kulturausschusses am Dienstag die Überlegungen. Entscheidende Bedeutung für erste Schritte auf dem Weg zum Kulturzentrum schreibt er dem Landesförderprogramm »Dritte Orte« (Infokasten) zu. Details dazu sollen am 27. Februar bei einem Auftaktkongress bekannt gegeben werden. Vom Grundsatz sieht es vor, dass das Land die Entwicklung von Konzepten mit dieser Zielrichtung und auch deren spätere bauliche Verwirklichung fördert. Dabei spiele es eine große Rolle, in diesem Rahmen einen Ort der Begegnung für Bürger zu schaffen. Tödtmann: »Diese Räume haben wir so jetzt nicht. Archiv und Bücherei haben ihre Bestände untergebracht, mehr nicht.« Die Verhältnisse in beiden Einrichtungen seien beengt. An einem neuen Standort solle es beispielsweise möglich sein, mehr Veranstaltungen anzubieten oder Möglichkeiten für »gemeinsames Lernen« zu bieten.

Reger Austausch der Besucher

Für die Stadt würde dies demnach als Zielsetzung bedeuten, in der Nachbarschaft von VHS und Druckerei das Archiv und die Bücherei unterzubringen und im Zusammenspiel der Einrichtungen einen regen Austausch der Besucher zu fördern. Um die Pläne zu verwirklichen, müsse das Gebäude Portastraße 19 eines Tages wohl abgerissen und dort neu gebaut werden, erklärte Tödtmann. Zuletzt sei dort eine Praxis für Physiotherapie gewesen.

Sich über Abriss und Neubau Gedanken zu machen, sei aber viel zu früh, da es zunächst darum gehen werde, für die Entwicklung eines Konzeptes für das Kulturzentrum Fördergeld zu bekommen. Wie hoch eine mögliche finanzielle Unterstützung im Rahmen des Landesprogrammes, angesiedelt beim Ministerium für Kultur und Wissenschaft, ausfallen könnte, ist noch unklar. Zum erworbenen Grundstück sagte er: »Es ist nicht riesig groß.« Mit Blick auf die angestrebte Positionierung der Stadt ergänzte er: »Bei vielen Förderprogramm ist es so, dass man schon so weit sein muss, politische Beschlüsse einbringen zu können, wenn es aufgelegt wird.« Sonst seien Fördergelder oft schon vergeben. Tödtmann: »Der erste Förderzeitraum beginnt im Oktober 2019.«

Erstellung eines Konzepts

Dabei könne es nur um die Erstellung eines Konzeptes gehen, noch nicht um die Planung eines Gebäudes. »Wir würden in einem nächsten Schritt der Politik vorschlagen, ein Konzept zu entwickeln.« Das werde bereits mindestens ein Jahr in Anspruch nehmen. Dabei werde die Frage im Mittelpunkt stehen: Macht dieser Ansatz an diesem Ort Sinn? Für Tödtmann ist es mit Blick auf ein Konzept von Vorteil, mit der VHS kooperieren zu können. »Und wir haben die Druckerei mit seinem Verein und kulturellen Angeboten dort schon heute, mit Räumen, die man so bespielen kann.«

Die Bücherei ist bislang in der oberen Etage des Lenné-Karres. Die Räume sind angemietet. Das Stadtarchiv befindet sich im Gebäude Von-Moeller-Straße 9. Dieses gehört der Stadt. Während der Sitzung des Kulturausschusses hatte dessen Leiterin Stefanie Hillebrand auch ihren Jahresbericht vorgelegt und darauf verwiesen, dass das Archiv an Kapazitätsgrenzen stößt. Vom Grundsatz her seien die Räume in dem Haus, so mit Blick auf das Raumklima, durchaus geeignet. Laut Tödtmann stößt auch die Bücherei an Kapazitätsgrenzen.

Beispiel in Minden

Zu Beginn der Sitzung hatte VHS-Direktor Dietmar Lehmann bei der Vorstellung des VHS-Berichtes gesagt, dass es in Minden ähnlich gelagerte Überlegungen zum Förderprogramm gibt. Auch dort könnten VHS und Bücherei zusammengeführt werden.

Förderprogramm

Mit dem Förderprogramm »Dritte Orte – Häuser für Kultur und Begegnung in ländlichen Räumen« soll nach Angaben des Ministeriums sowohl die Entwicklung neuer konzeptioneller Ansätze für kulturelle Infrastruktur im ländlichen Raum als auch deren Umsetzung gefördert werden. Es hat eine Laufzeit von 2019 bis 2023:

Förderphase 1 : Entwicklung von Konzepten für die (Weiter-)Entwicklung einer Kultureinrichtung zu einem »Dritten Ort« (Laufzeit Oktober 2019 bis September 2020).

Förderphase 2 : Umsetzung von Konzepten (Laufzeit Februar 2021 bis Dezember 2023).

Für die Jahre 2019 bis 2023 sind, vorbehaltlich der Mittelbereitstellung durch das Land, Fördermittel in Höhe von 9,75 Millionen Euro eingeplant. Davon entfallen 750.000 Euro auf die Förderphase 1 und 9 Millionen Euro auf die Förderphase 2.

Bei einem »Dritten Ort« im Sinne des Programms handelt es sich um eine kulturell geprägte Einrichtung. Durch Öffnung und Vernetzung beziehungsweise Bündelung von kulturellen Angeboten wie auch Angeboten der Bildung und Begegnung versteht sich diese Einrichtung als Ankerpunkt für kulturelle Vielfalt, als ein Beitrag der Kultur zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts, zur Schaffung von gleichwertigen Lebensverhältnissen und zur Stärkung von Identität. Die »Dritten Orte« sichern und erweitern die kulturelle Infrastruktur im ländlichen Raum und beziehen dabei haupt- und ehrenamtliche Aktivitäten ein. Bewerbungsschluss: 30. April.

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