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50 Alltagshelden beteiligen sich am dritten Freiwilligentag in Bad Oeynhausen

Ohne Superkräfte, aber mit Tatendrang

Bad Oeynhausen (WB). Ohne spezielle Superkräfte, dafür aber mit viel Herzblut und Tatkraft haben sich am Samstag 50 Alltagshelden beim dritten Freiwilligentag für Projekte im ganzen Stadtgebiet engagiert. Bürgermeister Achim Wilmsmeier war sich danach sicher: »Es wird nicht der letzte Tag dieser Art gewesen sein.«

Lydia Böhne

In der Cafeteria der Grundschule Altstadt haben etwa 40 Mütter und Kinder ein Buffet mit internationalen Speisen für den Abschluss in der Druckerei zubereitet. Foto: Lydia Böhne

Schon am frühen Morgen trafen sich 24 ehrenamtliche Helfer zum Winterputz im Loher Freibad. Janine Taake ist zwar Mitglied im Förderverein, bei einer der Putzaktionen war sie allerdings bislang noch nicht dabei. Erst ein Flyer des Freiwilligentags brachte sie auf die Idee, mitzumachen. »Ich möchte ja auch, dass das Freibad erhalten bleibt«, erläuterte Janine Taake ihre Motivation.

Hilfe für den Frühjahrsputz angekündigt

Über jede zusätzlich helfende Hand freute sich Günter Schumann vom Förderverein. »Wir haben die Mülleimer zusammengesucht, Stühle gestapelt, Bänke, Spielgeräte und das Volleyballfeld abgedeckt, ebenso Sprungbretter und Lautsprecher«, sagte Günter Schumann. Weil überraschend viele Helfer mit angepackt hatten, konnte die Aktion früher als gedacht beendet werden. Janina Taake gefiel die Aktion so gut, dass sie dem Förderverein ihre Hilfe schon für den Frühjahrsputz im Loher Freibad zugesichert hat.

Wenig später machten sich am Rathaus zwei Gruppen vom Projekt »Stadt ohne Stufen« auf den Weg. Sie hatten sich zum Ziel gesetzt, verschiedene Stationen in der Innenstadt und Umgebung abzuklappern und sie hinsichtlich ihrer Barrierefreiheit zu untersuchen. »Das funktioniert über die App Wheelmap oder über die gleichnamige Internetseite«, erläuterte Pascal Markmann von der Stadt Bad Oeynhausen.

Aus der Perspektive eines Rollstuhlfahrers

Der virtuelle Stadtplan zeigt zum Beispiel Denkmäler, öffentliche Gebäude oder Plätze an. »Wenn man auf das Symbol klickt, kann man das Gebäude bewerten«, ergänzte Pascal Markmann. »Grün« für voll rollstuhlgerecht, »Orange« für eingeschränkt und »Rot« für nicht rollstuhlgerecht. Das Kaiserpalais bewerteten die Freiwilligen mit Orange. »Eine Rampe ist da, aber der Weg hat eine Kurve, die so eng ist, dass der Zugang nur mit einer Begleitperson möglich ist«, sagte Jutta Krüger. Für sie sei es interessant, die Stadt aus der Perspektive eines Rollstuhlfahrers zu erleben.

Während die Gruppe ihren Weg durch die Stadt fortsetzte, befand man sich in der Bahnhofmission schon in den letzten Zügen. Zwei Freiwillige des Malerbetriebs Südmersen hatten den Räumen im Nordbahnhof einen neuen Anstrich verpasst. »Jetzt sind wir gerade mit unsern Helfern dabei, die Möbel wieder an ihren Platz zu stellen und Lampen und Bilder wieder aufzuhängen«, sagte Janina Vogelsang-Häseler. »Ich glaube schon, dass der Freiwilligentag vielen die Idee mit auf den Weg gibt, sich ehrenamtlich zu engagieren«, sagte die Leiterin der Bahnhofsmission.

Abschlusstreffen in der Druckerei

Am Abend trafen sich alle Alltagshelden zum Abschluss in der Druckerei. Dort gab es neben einigen Ständchen des Internationalen Chores auch ein Buffet mit internationalen Köstlichkeiten. Etwa 40 Mütter und Kinder hatten die kulinarische Weltreise in Kooperation mit dem Kinderschutzbund, der Schulsozialarbeit und der Initiative für Arbeit und Schule organisiert. »Es hat viel Spaß gemacht, mit anderen Müttern zu kochen«, sagte Chadea Fakih.

Während die Alltagshelden die libanesischen, türkischen, amerikanischen oder italienischen Speisen probieren konnten, wurden Bilder von den anderen Aktionen des Freiwilligentags gezeigt. Gut angenommen wurden zum Beispiel auch der Tanztee im Bürgerhaus Rehme oder das Dankeschön für »starke Begleiter«, ein Dankeschön-Nachmittag für Ehrenamtliche, die Menschen auf ihrem letzten Weg begleiten.

»Ich bin stolz auf alle Teilnehmer. Es ist nicht selbstverständlich, dass jemand etwas für andere tut, ohne eine Gegenleistung zu bekommen – gerade in einer Gesellschaft, wo alles gegengerechnet wird«, lobte Marion Gauert vom Bündnis Familie.

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