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Ladepark für E-Mobilität entsteht in Bad Oeynhausen – Stadt will planungsrechtliche Weichen stellen

Oliver Wessel setzt auf Wachstumsmarkt

Bad Oeynhausen/Löhne

Offenbar hat Oliver Wessel mit seiner Projektidee überzeugt. Im nicht öffentlichen Teil der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung (ASE) im Februar hat er seine Pläne für einen Ladepark in Sachen E-Mobilität in direkter Nachbarschaft zur Aqua Magica präsentiert. Die Stadtverwaltung schlägt dem Fachausschuss jetzt vor, für eine Umsetzung des Projektes planungsrechtliche Weichen zu stellen.

Claus Brand

Oliver Wessel hat Pläne für einen Lade- und Versorgungspark in unmittelbarer Nachbarschaft des Landschafts- und Kulturpark Aqua Magica, an der Ortsgrenze von Bad Oeynhausen und Löhne. Wenn der Ausschuss für Stadtentwicklung in Bad Oeynhausen für planungsrechtliche Schritte grünes Licht gibt, will er noch in diesem Jahr mit der Umsetzung des Projektes beginnen. Foto: Frank Dominik Lemke

Das Gremium kommt am nächsten Donnerstag, 15. April, von 18 Uhr an in öffentlicher Sitzung im Bürgerhaus in Rehme zusammen.

Sein Ziel hat der 52-jährige Diplom-Ingenieur für Fachzeugbau und Kfz-Mechaniker klar vor Augen. Er hofft darauf, auf der Grundlage eines genehmigten Bauantrages im Spätherbst, „im Oktober oder November“, mit der Umsetzung des Ladeparks mit einem Investitionsvolumen von etwa 750.000 Euro starten zu können.

Der Ladepark ist in diesem Zusammenhang nicht das einzige Projekt unter seiner unternehmerischen Regie. Unter dem Dach der WHB Metalldesign- und Charging GmbH will er Elemente für Ladeparks fertigen und seine Idee für Infrastruktur in Sachen E-Mobilität auch bundesweit vermarkten. Zielgruppe unter anderem: Städte und Gemeinden.

Er hofft dabei darauf, mit seinem Ansatz Bad Oeynhausen auch eine weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannte Vorreiterrolle verschaffen zu können. All das mit Blick auf diese derzeit boomende Antriebstechnik mit stark steigenden Zulassungszahlen für E-Fahrzeuge.

Dafür hat Oliver Wessel – nach eigenem Bekunden bei seinem früheren Arbeitgeber VW an der Entwicklung von E-Fahrzeugen beteiligt – unter dem Dach der WHB einen Handwerksbetrieb aus Dehme (Metallbau) und einen weiteren aus Werste (Schlosserei und Anlagenbau) zusammengeführt. Wessel: „Die 13 Mitarbeiter der beiden Handwerksbetriebe haben wir übernommen.“ Ebenso viele sollen in absehbarer Zeit mit Blick auf die Fertigung von Produkten wie Ladesäulen und die Einrichtung von Ladeparks hinzukommen. Seine mittelfristige Zielsetzung: „Mit der Umsetzung von Konzept und Idee hoffen wir nach dem Start des Projektes an der Aqua Magica zum Ende der beiden folgenden Jahre Arbeitgeber für etwa 60 Beschäftigte zu sein.“

Oliver Wessel ist in Bad Oeynhausen geboren und aufgewachsen. Mit seiner neuen Geschäftsidee kehrt er quasi zu seinen Wurzeln zurück. Neben dem potenziellen Gelände für den Ladepark habe er das Haus seiner Großeltern gekauft und wohnt jetzt auch dort. Der Standort des Metallbaubetriebes, der sich jetzt unter dem Dach der WHB befinde, solle voraussichtlich zum Jahresende aufgegeben werden. Die Fertigung werde sich am Standort der Schlosserei in Werste an der Dieselstraße konzentrieren. Wessel: „Gegenüber hat mein Vater einen Entsorgungsbetrieb geführt.“

Nach seiner Beschreibung bietet das Gelände an der Dieselstraße Potenzial für Wachstum. Oliver Wessel: „Die bestehenden Hallen habe eine Größe von etwa 2000 Quadratmetern.“ Erweitert werden soll an diesem Standort um eine Fertigungs- und Produktionsfläche von etwa 2500 Quadratmetern. Wessel. „Ein entsprechender Bauantrag ist bereits gestellt.“

Zum Projekt und zur Zielgruppe

Auf einer Fläche zwischen 1500 und 2500 Quadratmetern soll nahe dem Landschafts- und Kulturpark Aqua Magica auf einem insgesamt etwa 10.000 Quadratmeter großen Grundstück der Ladepark entstehen. Oliver Wessel plant nach aktuellem Stand diese Ausstattung:

- vier Schnellladesäulen, zehn Normalladesäulen, zehn Ladestationen für E-Bikes, weitere Anschlüsse für Strom, Wasser und Luft, einfache Dusch-, Wasch- und WC-Räume, kleine Aufenthaltsmöglichkeit

Als Zielgruppe definiert er diesen Personenkreis: E-Autofahrer, Fahrradfahrer, Wohnmobile, E-Motorradfahrer, Klinikgäste und Mitarbeiter, Besucher der Aqua Magica und anderer in der Nähe liegender Freizeiteinrichtungen, Fahrzeuge aus dem städtischen Fuhrpark.

Mit Blick auf die Schnellladestationen verspricht sich Oliver Wessel auch eine Attraktivität des Standortes an der Bültestraße für durchreisende Autobahnfahrer.

So geht es weiter

Die Stadt schlägt den Mitgliedern des Ausschusses für Stadtentwicklung vor, während der Sitzung am 15. April planungsrechtliche Weichen für das Projekt zu stellen. Dafür wäre eine Änderung des Flächennutzungsplanes der Stadt im Bereich zwischen Bültestraße und Am Brinkkamp notwendig.

Ziel der Änderung ist zum einen die Schaffung planungsrechtlicher Voraussetzungen zur Errichtung des Lade- und Versorgungsparks für Elek­trofahrzeuge und davon unabhängig die Sicherung einer vorhanden Stellplatzanlage der Maternus-Klinik.

Die Stadt schlägt dies und weitere formale Schritte vor. Dies alles geht auf einen Antrag der „Oliver Wessel Consulting Association“ auf Änderung des Flächennutzungsplanes zurück.

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