1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Bad-oeynhausen
  6. >
  7. Oratorium läutet Weihnachten ein

  8. >

Solisten, Chor und Orchester gestalten anrührendes Bach-Konzert in der ausverkauften Auferstehungskirche

Oratorium läutet Weihnachten ein

Bad Oeynhausen (WB).»Jauchzet, frohlocket« – mit diesen Zeilen aus Bachs Weihnachtsoratorium haben die mehr als 120 Mitwirkenden eines Konzertes in der Auferstehungskirche am Kurpark am Sonntag endgültig die Weihnachtszeit eingeläutet. Für ihren Vortrag ernteten die Sänger und Musiker tosenden Beifall.

Malte Samtenschnieder

Kreiskantor Harald Sieger gelingt es, die Kantorei und die Jugendkantorei an der Auferstehungskirche, das Sinfonieorchester »opus 7« und die vier Gesangssolisten zu einem eindrucksvollen Klangkörper zu vereinen. Foto: Malte Samtenschnieder

Für viele Menschen gehört Bachs Weihnachtsoratorium unbedingt zur Einstimmung auf die Festtage dazu. Werden sonst häufig die Kantaten I bis III oder IV bis VI aufgeführt, hatte sich Kreiskantor Harald Sieger bei der Aufführung in der ausverkauften Auferstehungskirche für einen Mittelweg entschieden. Unter seiner Leitung präsentierten die Kantorei und die Jugendkantorei an der Auferstehungskirche, das Sinfonieorchester »opus 7« sowie die Solisten Ylva Stenberg (Sopran), Julia Husmann (Alt), Kristian Sörensen (Tenor) und Sebastian Klein (Bass) die Kantaten I, IV, V und VI. Bei dem zweistündigen musikalischen Vortrag hielten sie die Spannung hoch. Diese entlud sich erst im nicht enden wollenden Schlussapplaus.

Doch der Reihe nach. Bereits beim Eingangschoral »Jauchzet, frohlocket« zeigten sich die mehr als 100 Kantorei-Sänger von ihrer besten Seite. Mit deutlicher Aussprache, klarer Artikulation und vollem Klang erweckten sie Bachs zeitlos schöne Melodien zum Leben. Dieses setze sich insbesondere in den Eingangschorälen der folgenden Kantaten fort. Wem bei »Fallt mit Danken, fallt mit Loben, vor des Höchsten Gnadenthron« nicht das Herz aufging, der konnte sich spätestens bei »Ehre sei dir, Gott, gesungen, dir sei Lob und Dank bereit'« nicht mehr dem inbrünstigen Lobpreis aus mehr als 100 Kehlen entziehen. Die wunderbare Akustik der Auferstehungskirche leistete ihren Beitrag, um dem homogenen Gesamtklang immer wieder zur vollen Entfaltung zu verhelfen.

In ihren Rezitativen und Arien trieben die hervorragenden Solisten das musikalische Geschehen voran. Dank überaus klarer Aussprache wäre es den Zuhörern selbst ohne Textbuch möglich gewesen, den einzelnen Passagen zu folgen. Ein klangvolles Fundament für Solo- und Chorgesang lieferte das Sinfonieorchester »opus 7«. Sowohl bei den Tutti-Passagen, als auch während der Basso-continuo-Begleitung stellten die Instrumentalisten ihr hohes Einfühlungsvermögen unter Beweis. Es gelang ihnen, vielfältige musikalische Akzente zu setzen, ohne den Gesang zu überdecken.

Mit schier unerschöpflicher Energie führte Kreiskantor Harald Sieger Sänger, Musiker und Zuhörer durch das zweistündige Konzert. Zurecht spendete das Publikum dem charismatischen musikalischen Leiter am Konzertende einen Sonderapplaus. Dieser revanchierte sich mit einer cleveren Zugabe. Er animierte die Zuhörer in den Gesang des Chorals »Ich steh an deiner Krippen hier« einzustimmen. Diese ließen sich nicht zweimal bitten. Wohl jeder nahm den bekannten Choral auch als Ohrwurm für den Heimweg mit nach Haus.

Startseite