1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Bad-oeynhausen
  6. >
  7. Scheinwerfer auf den Mühlenkreis

  8. >

Landrätin Anna Bölling hat Auftritt bei „Markus Lanz“ – Gespräch nachträglich gekürzt

Scheinwerfer auf den Mühlenkreis

Minden/Lübbecke

1,62 Millionen Fernsehzuschauer haben am Mittwochabend Anna-Katharina Bölling und den Kreis Minden-Lübbecke kennen gelernt.

Friederike Niemeyer

Foto:

Die heimische Landrätin war als Gast zur ZDF-Talksendung „Markus Lanz“ zugeschaltet und sollte Auskunft geben, wie die Corona-Fallzahlen in kurzer Zeit gesenktwerden konnten. Doch ob die 40-jährige CDU-Politikerinauch bleibenden Eindruck hinterlassen konnte? In Anbetracht der Kürze ihres Auftritts ist das wohl eher unwahrscheinlich.

Um 24 Uhr (Sendezeit) schaltete Moderator Markus Lanz die Mindenerin aus ihrer Wohnung zu und begrüßte sie als junge Landrätin, die für 310.000 Leute verantwortlich sei.

Landrätin Anna Bölling bei „Markus Lanz“

Lanz wollte von Anna Bölling wissen, wie sie damit umgehe, wenn im Umfeld jetzt „sehr viel rot dabei“ sei, sprich: die Inzidenz-Landkarte Nachbarkreise mit hohem Infektionsgeschehen zeige. Wenn in Minden-Lübbecke möglicherweise bald mit Werten unter 35 gelockert werden könne, wie wolle sie dann „verhindern, dass Hannoveraner zum Einkaufen kommen?“. Bölling verwies auf die enge Abstimmung mit dem Land NRW, das für die Regelungen zuständig sei. „Pandemiebekämpfung geht nur gemeinsam.“ Außerdem gebe es jetzt im Kreis wieder eine steigende Tendenz bei den Fallzahlen. „Ich habe gelernt, dass wir als Kommunen immer sehr schnell reagieren müssen“, sagte sie.

Lanz griff Anna Böllings Wort von der Passgenauigkeit auf, und dann war das Gespräch nach nicht einmal fünf Minuten zuende, verbunden mit der Einladung, noch einmal persönlich die Sendung zu besuchen.

Der zweite OWLer an diesem Abend, CDU-Mittelstandsexperte Carsten Linnemann, hatte da mehr Gelegenheit, sich zu profilieren. Er war Hauptgesprächsgast und konnte auf die Nöte des Einzelhandels in der Pandemie-Bekämpfung aufmerksam machen.

Am Dienstag hatte die Redaktion der Sendung Kontakt mit der Kreisverwaltung aufgenommen, sagte Kreissprecher Florian Hemann. „Dass die Corona-Inzidenz hier innerhalb von vier Wochen von über 200 auf jetzt knapp 50 gesunken ist, schien der Redaktion ein spannendes Thema zu sein. Auch die Tatsache, dass Landrätin Bölling erst seit November 2020 im Amt ist, war für die Redaktion interessant.“ Am Mittwoch habe die Redaktion dann konkret nachgefragt. Anna Bölling habe von zuhause aus nach kurzer Vorbesprechung und Techniktest über Skype teilgenommen. Um 17.30 Uhr begann die Aufzeichnung.

Anna Bölling am Tag nach der Sendung

Anna Bölling sprach am Tag danach von einer „spannenden Erfahrung“. Es freue sie, wenn die Erfolge des Kreises in der Pandemiebekämpfung überregional Beachtung fänden. „Leider hat die Redaktion das Gespräch jedoch etwas gekürzt“, sagte sie weiter. „Dadurch war das eigentliche Thema und meine Antwort auf die Frage, wie wir die Corona-Zahlen gesenkt haben, nicht mehr Teil der Sendung.“ Sie sei auch schon darauf angesprochen worden.

Bölling: „Ich hatte unter anderem erklärt, welche Maßnahmen wir als Kreis zusätzlich getroffen haben und vor allem das vorbildliche Handeln der Bevölkerung betont. Denn am Ende des Tages sind es die Menschen, die die Virusverbreitung eindämmen, und im Falle des Mühlenkreises hält sich die überwältigende Mehrheit vorbildlich an alle Maßnahmen.“

Startseite