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Mit Maske und Leine: ein Besuch im Hundestudio von Manuela Wellenbüscher in Bad Oeynhausen

Schick für die nächste Gassi-Runde

Bad Oeynhausen-Be...

Während des Lockdowns sind zahlreiche Geschäfte geschlossen und Dienstleistungsangebote nicht möglich. Dazu zählen bis Ende dieses Monats auch die Friseure – für Menschen. Hunde dürfen auch in Zeiten des Lockdowns in den Salon.

Frank Dominik Lemke

„Baily“ gibt Pfötchen und scheint es zu genießen. Hundefriseurin Manuela Wellenbüscher schneidet dem Hund die Krallen. Foto: Frank Dominik Lemke

Allerdings ist das in den vergangenen Wochen und aktuell nur ohne Herrchen möglich. Weil das für die Tiere ungewohnt ist, nehmen sich die Hundefriseurinnen Manuela Wellenbüscher und Jana-Isabelle Bode besonders viel Zeit für den Fellschnitt.

„Zeitdruck merken die Tiere sofort“, sagt Manuela Wellenbüscher vom „Hundestudio Dogstyle“ und streichelt „Baily“ über den Rücken. Der sechs Jahre alte Rüde ist in Spanien groß geworden. Seine Besitzerin hat ihn vor drei Jahren aus schwierigen Verhältnissen geholt. Heute ist der Hund lebenslustig, verspielt und manchmal etwas ängstlich. „Deswegen gebe ich ihn nur in Manuelas und Janas vertrauensvolle Hände“, sagt seine Besitzerin Elke Kordes aus Bad Oeynhausen.

Gerade während des Corona-Lockdowns sei Vertrauen wichtig. Vorher konnten Herrchen und Frauchen mit in die Hundesalons kommen. Jetzt müssen sie die Tiere an der Tür abgeben und warten. „Ich vermisse die Gespräche“, sagt Elke Kordes. Weil die Besitzer nicht mehr mit rein dürfen, frisieren Manuela Wellenbüscher und ihre Tochter Jana-Isabelle Bode die Hunde derzeit immer zu zweit.

„Fein machst du das“, sagt Jana-Isabelle Bode. Sie gibt „Baily“ ein Leckerli und streichelt ihm über den Kopf, während Manuela Wellenbüscher sein Fell mit der Schermaschine kürzt. „Jeder Hund ist anders, sowohl sein Fell als auch sein Charakter“, sagt Manuela Wellenbüscher.

Labradore würden es beispielsweise sehr schätzen, das Fell gebürstet zu bekommen, genauso wie Herrchen und Frauchen. Denn die hätten danach weniger Hundehaare in der Wohnung. Andere Rassen wie Chihuahuas bekämen gerne die Pfoten vom Fell frei geschnitten. Pudel bereiten die Hundefriseure vor allem für Ausstellungen vor.

Im Sommer gehört zum richtigen Fellschnitt auch ein anschließendes Bad. „Manche genießen das richtig“, sagt Jana-Isabell Bode. Jetzt in der Winterzeit bleibe es beim Schneiden. „Baily“ weiß den Besuch im Hundestudio sichtlich zu schätzen, vor allem die Leckerlis und die Aufmerksamkeit. „Solange er die bekommt, ist alles Ordnung“, sagt Manuela Wellenbüscher. Deswegen sei es jetzt im Lockdown so wichtig, dass sie zu zweit arbeiten.

Jana-Isabell Bode hat sich ebenfalls als Hundefriseurin selbstständig gemacht, im selben Haus wie ihre Mutter mit dem Hundesalon „Beautiful Dogs by Jana“. Für beide ist diese Arbeit ihre Berufung, denn eines hätten fast alle Hunde gemeinsam: „Wenn sie dich lieben, dann bedingungslos“, sagt die 24-Jährige. Das sei das Schöne an dem Beruf des Hundefriseurs: die Dankbarkeit der Tiere.

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