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Apotheke am Herz- und Diabeteszentrum in Bad Oeynhausen nimmt neues Kommissioniersystem in Betrieb – mit Video

Sicherheit für die Patienten garantieren

Bad Oeynhausen (WB). Viele Tausend Schritte mussten die Mitarbeiter der klinikeigenen Apotheke des Herz- und Diabeteszentrums (HDZ) NRW bislang täglich gehen, um alle Medikamente für die einzelnen Stationen zu kommissionieren. Seit Ende Januar hat das ein Ende. Denn am HDZ gibt es nun eine halb- sowie eine vollautomatische neue Kommissionieranlage.

Freya Schlottmann

Die Regale des neuen Kommissioniersystems in der Apotheke am HDZ zeigen an, wie viele Packungen pro Medikament benötigt werden. Die Mitarbeiterinnen legen diese Anzahl dann auf das Fließband, das die Packungen weiterleitet. Foto: Freya Schlottmann

»Nur an der Charité in Berlin gibt es neben dem HDZ NRW eine Anlage mit dieser Kombination«, sagt Anke Möller, Leiterin der HDZ-Apotheke. Auf elektronischem Weg kommen durch das neue System »Axon Machine Vision« jetzt die Medikamentenbestellungen der Stationen sowie weiterer Kliniken aus Bad Oeynhausen bei der Apotheke an. »Vorher wurden die Anforderungen handschriftlich aufgeschrieben und uns zugefaxt«, erklärt Möller. Nachdem die Mitarbeiter die Bestellungen überprüft haben, wird der Bedarf einzelner Medikamente jetzt ebenfalls elektronisch an die Regale, die an das System angeschlossenen sind, gesendet. Sie zeigen daraufhin die genaue Stückzahl der benötigten Packungen eines Medikamentes an. »Unsere Mitarbeiter legen die angezeigten Mengen dann auf das neue Fließband«, erklärt die Leiterin in diesem Zusammenhang.

Kamera überprüft Medikamentenpackungen

Über die Fließbänder werden die Packungen zunächst durch eine Anlage geschickt, in der sie mittels einer Kamera fotografiert werden. Dadurch wird überprüft, ob die richtigen Medikamente auf das Fließband gelegt wurden und in welche der 24 bereitsstehenden Packboxen die jeweilige Packung muss. Ebenfalls automatisch landen die Packungen dann in den Boxen für die einzelnen Stationen.

Genau ein Jahr hat es gedauert, dieses neue System in der 850 Quadratmeter großen Klinikapotheke aufzubauen. »Der Betrieb ist währenddessen weiter gelaufen. Wir mussten deshalb mehrfach die Regale umräumen«, sagt Anke Möller. Der Aufwand und die 350.000 Euro Investitionskosten haben sich aber dennoch gelohnt, wie auch Elisabeth Kucko, die als Pharmazeutisch-technische Assistentin in der Apotheke arbeitet, sagt: »Das System ist eine Erleichterung für uns. Alles geht jetzt viel schneller.« 3000 Medikamentenpackungen und alle weiteren Utensilien, die in der Klinik benötigt werden, können jetzt pro Stunde kommissioniert werden. Vom Eingang der Bestellung bis zur versandfertigen Box dauere es laut Anke Möller jetzt nur noch etwa eine Stunde.

Neues System bringt Sicherheit

Neben der Geschwindigkeit gibt es aber einen weiteren, besonders wichtigen Vorteil, den das neue System mit sich bringt: die sogenannte Arzneimitteltherapiesicherheit. Dass auch wirklich genau das richtige Medikament bestellt wird und auch beim Patienten ankommt, würde sich durch die elektronische Übermittlung von Medikamentenanforderungen sowie durch den zusätzlichen elektronischen Scan der einzelnen Packungen deutlich erhöhen. »Wir haben jetzt alleine schon durch die wegfallenden handschriftlichen Probleme eine geringere Fehlerquote«, sagt Anke Möller.

Neben der erhöhten Sicherheit für die Patienten durch die neue Kommissionieranlage

ist aber auch die optimierte Lagerneugestaltung durch das Regalsystem mit etwa 1000 Kästen für die einzelnen Medikamente von Vorteil. Sollte es nämlich doch mal zu einem Systemausfall kommen, ermöglicht die konventionelle Lagerung auch noch eine klassische Kommissionierung durch die mehr als 30 Mitarbeiter der Apotheke.

Für etwa zwei bis drei Wochen muss die Klinikapotheke häufig benötigte Medikamente vorrätig haben. Für alle weniger häufig benutzen Medikamente gibt es deshalb neuerdings auch einen vollautomatischen Kanalautomaten für diese sogenannte Langsamdreher. Dort können sie platzsparend aufbewahrt und nach Bedarf über einen kleinen Roboterarm ausgegeben und auf das Fließband geleitet werden.

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