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Umgestaltung des Werrelaufes: Stadt Bad Oeynhausen legt im Umweltausschuss Zwischenbericht zur Planung vor

Sielwehr Standsicherheit bescheinigt

Bad Oeynhausen/Löhne

Ein Mammutprojekt: Bis 2028 soll es zur naturnahen Umgestaltung der Werre im Bereich von Bad Oeynhausen und Löhne kommen. Das Projekt umfasst die Flusskilometer vier bis neun. In beiden Städten steht das Thema immer wieder auf der Agenda.

Claus Brand

Das Sielwehr in Bad Oeynhausen: Im Zuge der Umgestaltung des Werrelaufes in Bad Oeynhausen und Löhne soll hier eine raue Gleite entstehen. Foto: Klaus-Udo Hennings

So kommt die Stadt Bad Oeynhausen nächste Woche der Vorgabe des Umweltausschusses nach, in jeder Sitzung einen Sachstandsbericht zu geben. Wichtiger Aspekt ist dabei stets das in die Jahre gekommene Sielwehr.

Sielwehr

Dabei geht es in der Vorlage für die Sitzung am 20. Mai auch um die Sicherheitsprüfung am Sielwehr, vorgenommen im September 2020 bei einer Absenkung. Ergebnisse wurden durch das Büro W&S Ingenieure im März vorgelegt und den Aufsichtsbehörden, der Stadt Löhne und dem Werre-Wasserverband übersandt. Demnach sei die Standsicherheit der Stahlbetonkonstruktion weiter gegeben. Es wird aber auch auf „stärkere Schädigungen des Mittelpfeilers, auf stärkere Korrosionsschäden von Teilen des Stahlwasserbaus sowie der Sohldichtung hingewiesen“. Voraussichtlich würden in geringerem Umfang noch Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit in der verbleibenden Betriebszeit erfolgen müssen. Im Zuge des Gesamtprojektes soll das Sielwehr in eine raue Gleite umgebaut werden.

Das Projekt

Mit dem Gesamtprojekt soll vor allem der Bereich entlang der Werre renaturiert und auf 50 Meter verbreitert werden, um das Ufer für Erholungssuchende zugänglicher zu machen, ohne den Schutz vor Hochwasser zu vernachlässigen. Daher soll dabei das Material der alten Ufersicherung als „schlafende Sicherung“ in 50 Meter Abstand zum Ufer wiederverwendet werden.

Fördergelder

Nach derzeitigem Sachstand sollen für das Gesamtprojekt Werre und Sielwehr Zuwendungen in Höhe von rund 19 Millionen Euro beantragt werden. Laut Bezirksregierung sei davon auszugehen, dass die Fördermittel des Landes im Bereich Wasserwirtschaft zukünftig aufgrund geringerer Einnahmen – so genannter Wassercent – und zunehmender Nachfrage rückläufig sein werden. Erforderlich sei es daher, das Augenmerk der Zuwendungsgeber stärker auf die Werre-Region zu richten, um in der Konkurrenz zu größeren Förderprojekten anderer Regionen bestehen zu können. So hat die Stadt die Federführung bei der Initiierung des Regionale-Projektes „Interkommunale Kooperation Werre“ übernommen. Sie will mit den weiteren Anrainer-Kommunen an der Werre sowie dem Werre-Wasserverband diese Ziele verfolgen. Mit Zuwendungsbescheid vom 23. April habe die Bezirksregierung mitgeteilt, dass beantragte Zuwendungen von 120.000 Euro für die Schaffung der Kooperation gewährt werden.

Bodenordnungsverfahren

Die Stadt weist zudem darauf hin, dass vom Umweltministeriums NRW die Umsetzung der Gesamtmaßnahme als Voraussetzung für eine Förderung einzelner Schritte vorgegeben ist. Daher sei der Fortschritt der Vorbereitungen für den zweiten Umsetzungsschritt im Gebiet der Stadt Löhne auch für die Realisierung der Maßnahmen im Gebiet der Stadt Bad Oeynhausen von grundlegender Bedeutung. Auf der Grundlage des Gesamtkonzeptes habe die Stadt Löhne die Vorplanung dafür Ende März ausgeschrieben. Die Baukosten werden mit 13 Millionen Euro veranschlagt. Die Umsetzung soll 2025 bis 2028 erfolgen. Da sich die für die naturnahe Umgestaltung der Werre benötigten Flächen im Gebiet der Stadt Löhne noch großteils in Privateigentum befänden, werde derzeit ein Bodenordnungsverfahren vorbereitet.

Weiter heißt es in der Vorlage für die Sitzung: „Die während der letzten Sitzung im Entwurf vorgestellte Planung des Büros Klein für den ersten nicht planfeststellungspflichtigen Teil – etwa 370 Meter oberhalb der Kaarbachmündung – wurde am 27. März beteiligten Behörden vorgestellt. Auf Anregung der Bezirksregierung werden Änderungen – Erhöhung des Sohlniveaus – eingearbeitet, wodurch sich die zu entnehmende Bodenmenge reduziert.“

Das Büro Dr. Kerth & Lampe (Detmold) wurde mit der Steuerung der Bodenanalytik/dem Bodenmanagement beauftragt. Nach ersten Analyseergebnissen wird bestätigt, dass ein Teil des zu entnehmenden Bodenaushubs nur eingeschränkt wiederverwertet werden kann beziehungsweise entsorgt werden muss.

Die Plangenehmigung wird kurzfristig bei der Unteren Wasserbehörde des Kreises Minden-Lübbecke eingereicht. Seitens der Bezirksregierung heißt es, dass die angemeldeten Mittel für die Umsetzung mit hoher Priorität reserviert wurden.

Sielwehr bis Werreknie

Die laufende Planung des sich westlich anschließenden planfeststellungspflichtigen Teils des ersten Umsetzungsabschnittes – im Bereich unterhalb Sielwehr bis Werreknie – soll im Sommer abgeschlossen werden. Dazu werden die im Gesamtkonzept des Büros Klein beschriebenen Maßnahmen ausgeplant. Sie umfassen laut Stadt neben der Umgestaltung des Sielwehres zur raue Gleite die folgenden Punkte:

– Profilaufweitung und Sohlaufhöhung sowie Modellierung einer Flutrinne oberhalb des Sielwehres

– Herstellung einer temporären Sohlschwelle am Werreknie

– neue Anbindung des Voßsiekbaches

– raue Gleite am Mündungsbereich Mittelbach

– Wasserversorgung von Kokturkanal und Sielpark

– Umgestaltung und Verlängerung von Regenwasserkanälen

– Maßnahmen an Hochwasserschutzanlagen

Dieser Projektteil wird in Trägergemeinschaft beider Städte geplant und zur Umsetzung beantragt.

Die Baukosten hierfür sind ausgehend von der Kostenaufstellung des Gesamtkonzeptes aktuell auf etwa neun Millionen Euro veranschlagt. In Vorbereitung der Umsetzung der auf Löhner Gebiet vorgesehenen Maßnahmen konnte von dort aus bereits ein Teil der benötigten Flächen vertraglich gesichert und bereitgestellt werden.

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