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Ausschuss für Stadtentwicklung in Bad Oeynhausen stimmt vorgezogenem Neubau zu

Sielwehrbrücke: Plötzlich soll alles ganz schnell gehen

Bad Oeynhausen (WB). Seit mehr als 15 Jahren ist die Umgestaltung des Sielwehres Thema in den politischen Gremien. Nun prescht die Stadtverwaltung mit einem vorgezogenen Brückenneubau neben dem Sielwehr nach vorne, um die wichtige Verbindung für Radfahrer und Fußgänger zwischen dem Stadtteil Werste und der Innenstadt auch in den kommenden Jahren zu gewährleisten – und die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung (ASE) folgen. Damit ist der Entwurf des Ingenieurbüros CES aus München von 2017 in Teilen hinfällig.

Louis Ruthe

Die Brücke über dem Sielwehr weist mittlerweile erhebliche Mängel auf. Nun soll ein Ersatzbau her. Foto: Claus Brand/Archiv

„Über die vergangenen Jahre hat sich der Zustand der Radwegbrücke über das Seilwehr dramatisch verschlechtert, so dass eine Vollsperrung in den nächsten Jahren wahrscheinlich wird“, schildert Jens Grove vom Bereich Infrastrukturmanagement der Stadt den Handlungsbedarf. Nach den Planungen von 2017 hätte eine neue Brücke erst dann gebaut werden können, wenn die bestehende Wehranlage abgerissen werde.

Dies ist jedoch frühestens nach Abschluss des Planfeststellungsverfahrens zur Umgestaltung der Werre möglich, „und wann das ist, steht derzeit wieder in den Sternen“. Deshalb habe es sich die Stadtverwaltung nun zum Ziel gesetzt, eine alternative Lösung in Zusammenarbeit mit dem Ingenieursbüro CES zu erarbeiten.

Kosten steigen weiter

Einige Meter weiter östlich des Wehres soll die neue Brücke mit einem Radweg von drei Metern Breite und einem Fußweg von bis zu 2,5 Metern Breite entstehen. „Die einzige Änderung ist, dass die ‚S-Form‘ des Baukörpers zu einem leichten Bogen umgeplant wurde“, berichtet Jens Grove. Der elegante Schwung in S-Form des Siegerentwurfes hat 2017 die Jury im Gestaltungswettbewerb für den Neubau der Sielbrücke überzeugt (diese Zeitung berichtete). 1,47 Millionen Euro sind schon damals für den Neubau bewilligt worden, obwohl der Rat bei der Ausschreibung des Wettbewerbes nur einer Bausumme in Höhe von 1,1 Millionen Euro zugestimmt hatte.

In dem neuen Entwurf mit einer versetzten Brücke werden die Baukosten aktuell auf etwa zwei Millionen Euro geschätzt. Gut für die Stadtkasse ist jedoch, dass eine Förderung der Brückenbaumaßnahme im Rahmen einer Landesförderung der Nahmobilität in Höhe von bis zu 80 Prozent in Aussicht gestellt wird. Das entspräche etwa 1,6 Millionen Euro.

Um die Zustimmungsfähigkeit eines vorgezogenen Neubaus der Sielwehrbrücke zu prüfen, ist der Vorschlag im Januar mittels einer skizzenhaften Präsentation Vertretern des Kreises, der Bezirksregierung sowie der zur Zeit an der Umgestaltung der Werre planenden Ingenieurbüros vorgestellt worden. „Bei vorliegendem Nachweis der hydraulischen Leistungsfähigkeit sowie einer mit der Gewässerplanung abgestimmten Anordnung der Pfeiler stellt der Kreis eine wasserrechtliche Genehmigung in Aussicht“, berichtet Jens Grove.

Politiker sind überrascht

„Wofür braucht man einen Wettbewerb, wenn dann doch alles umgeplant wird?“, beklagt Rainer Müller-Held (BBO). Für ihn sei das optisch eine ganz andere Brücke. Thomas Lüer, Technischer Beigeordneter der Stadt, versicherte hingegen, dass „der Kubus und die Gestaltung der Brücke gleich bleiben“.

Bei Dr. Olaf Winkelmann (SPD) überwiegt die Freude: „Bekanntlich weiß ja jeder, dass ich Werster bin, und für uns Werster ist die Sicherstellung der Verbindung zur Innenstadt eine super Sache.“ Bei lediglich einer Enthaltung ist der Planänderung stattgegeben worden.

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