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Bad Oeynhausener Moldawienhilfe organisiert Weihnachtshilfe neu und bittet Bürger nun um Geldspenden

Spendenaktion: Tüten für Ribnita

Bad Oeynhausen-Bergkirchen (WB). Weihnachtstüten statt Pakete, finanziert mit Geldspenden aus Bad Oeynhausen: So wollen Ernst-Ludwig Homann, Initiator der Moldawienhilfe, und Helfer der Gemeinde Bergkirchen auch in Zukunft viel Gutes in Ribnita tun. Damit soll dort zudem die Wirtschaft unterstützt werden.

Rajkumar Mukherjee

Mit der Teelicht-Skulptur in ihren Händen symbolisieren Ernst-Ludwig Homann (rechts) und Pastor Eberhard Baade die Verbundenheit der Menschen auch über Ländergrenzen hinweg. Auf Geldspenden hoffen sie nun für die Moldawienhillfe. Foto: Rajkumar Mukherjee

Auf die Idee, zukünftig Tüten vor Ort zusammenstellen zu lassen, ist Ernst-Ludwig Hohmann (74) Anfang des Jahres gekommen. Nun soll erstmals, bis zum orthodoxen Weihnachtsfest am 6. Januar, alles vorbereitet werden.

Seit 1992 gibt es die Moldawienhilfe der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Bergkirchen bereits. Hierbei arbeitet sie mit den Stephanus-Gemeinden in Speyer und Cloppenburg zusammen. Mit Geld- und Sachspenden sowie Hilfslieferungen für Waisenkinder, alte Menschen sowie Menschen mit Behinderungen in Ribnita haben sich Spender seitdem beteiligt.

9000 Pakete die Jährlich nach Ribnita geschickt wurden

Ein Waisenhaus ist dort 2006 eröffnet worden und bietet den Waisenkindern täglich eine warme Mahlzeit sowie Kleidung. Seit 2013 hat die Moldawienhilfe zudem während der alljährlichen Weihnachtsaktion insgesamt etwa 9000 Pakete nach Ribnita gebracht und dort Menschen Freude geschenkt. Zwischen 1200 und 1500 Pakete mit haltbaren Lebensmitteln, Süßigkeiten, Toilettenartikeln und Geschenken haben Ernst-Ludwig Homann und Helfer jährlich auf den Weg gebracht. Vor Ort hat Alexander Panchina, Leiter der Mission und des Hilfswerks Swed, die Spenden entgegengenommen.

Doch bei der Einfuhr von Waren werden die Ehrenamtlichen vor immer größere Hürden gestellt. Der Zoll in Moldawien kontrolliert Lkw, die aus Bad Oeynhausen Pakete bringen, genau. Besonders schwierig sei es im vergangenen Jahr gewesen, als der Zoll in Moldawien den Lkw erst in einem Freilager hat entladen lassen, den Warenwert später im Zollbüro festgelegt und schließlich einen Betrag als Gebühr erhoben hat. »Dieser Betrag ist kaum nachzuvollziehen, und das wollen wir nun nicht mehr befördern«, sagt Ernst-Ludwig Homann. Das sei ein »schwer kalkulierbares Risiko« für die Moldawienhilfe.

Die Tüten sollen vor Ort gepackt werden

Deshalb hat er sich in Kaufhäusern in Ribnita umgesehen und mit Händlern Kontakt aufgenommen. »Ich habe festegestellt, dass es einen Großteil der Waren gibt, die auf unseren Packlisten stehen. Auch Nussnugatcreme. Für die überwiegend arme Bevölkerung sind sie aber unerschwinglich«, sagt Ernst-Ludwig Homann.

Auch in entsprechender großer Anzahl von bis zu jeweils 1500 Stück können die Artikel, die im Vergleich zu Deutschland durchschnittlich etwa zehn Prozent günstiger seien, geliefert werden. Zudem habe Alexander Panchina im August sein Zusage gegeben, dass die Waren in bis zu 30 Räumen zwischengelagert und dann in Tüten gepackt werden können. »Dazu muss er aber bis zum 2./3. Dezember wissen, wie viele Spenden insgesamt zusammengekommen und wie viele Tüten gepackt werden sollen«, sagt Ernst-Ludwig Homann.

Geldspende statt Geschenkepacken

Deshalb hofft er jetzt auf die weiter vorhandene Spendenbereitschaft der Bürger in Bad Oeynhausen. »Auch wenn das Paketepacken für viele Familien in Bad Oeynhausen etwas Besonderes gewesen ist, bitten wir sie um das Verständnis, sich nun mit Geldspenden zu beteiligen«, sagt Ernst-Ludwig Homann.

Auch aus Sicht der Kirchengemeinde Bergkirchen würden die Geldgeschenke eine Fortführung der Moldawienhilfe bedeuten. »Und wir unterstützen damit auch die Wirtschaft vor Ort«, sagt Pastor Eberhard Baade.

20 Euro könne schon viel bewirken

Waren für jeweils etwa 20 Euro haben Spender bislang für die Weihnachtspakete der Moldawienhilfe eingekauft. Auf Geldspenden in selber Höhe hoffen die Organisatoren nun. Und sie garantieren, dass das Geld letztlich bei den Waisenkindern, Alten und Menschen mit Behinderungen in Form von Geschenken ankommen wird. »Die 20 Euro, die eine ältere Frau in Bad Oeynhausen spendet, kommen zu 100 Prozent in Ribnita an«, sagt Ernst-Ludwig Homann.

Weitere Informationen und die Kontodaten gibt es bei Ernst-Ludwig Homann unter Telefon 05734/7458 sowie auf der Internetseite der Kirchengemeinde Bergkirchen.

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