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Bürgermeister bezieht im Rat von Bad Oeynhausen Stellung zur Trinkwassersituation

Tagesspitzen steigen seit Jahren

Bad Oeynhausen  (WB). Wer während der Ratssitzung am Mittwochabend mit einer Debatte zur angespannten Trinkwassersituation in Bad Oeynhausen gerechnet hatte, wurde enttäuscht. Vermutlich war dies aber auch der Tatsache geschuldet, dass den Erläuterungen von Bürgermeister Achim Wilmsmeier zu diesem Thema bereits eine zweieinhalbstündige Sitzung mit 22 anderen Tagesordnungspunkten vorausgegangen war.

Malte Samtenschnieder

Während der Ratssitzung am Mittwochabend hat Bürgermeister Achim Wilmsmeier über die angespannte Trinkwassersituation in Bad Oeynhausen informiert. Foto: Petra Wiedenbrück/pixelio.de

Wenig Niederschlag lässt Grundwasserspiegel und Weserpegel sinken

Achim Wilmsmeier wies zunächst darauf hin, dass die Niederschlagsentwicklung in den vergangenen Wochen und Monaten sowohl zu einer geringeren Grundwasserbildung als auch zu einer Absenkung des Pegels der Weser geführt habe. Letzteres habe zur Folge gehabt, dass das Wasserwerk in Rehme nicht in sonst üblichem Maße auf das dringend benötigte Uferfiltrat habe zugreifen können.

»Innerhalb des Wasserbeschaffungsverbandes Am Wiehen lässt sich zudem seit Jahren ein Anstieg der Tagesspitzen an heißen Tagen beobachten«, sagte Achim Wilmsmeier. Anfang des Monats hätten diese Entnahmemengen zuvor ungekannte Rekordwerte erreicht. Der Bürgermeister: »Diese Entwicklung gibt Anlass zur Sorge. Wir müssen nun überlegen, wie wir selbst diese Spitzenwerte über den Wasserbeschaffungsverband Am Wiehen abdecken können.«

Wasserleitungen sind nicht ausreichend miteinander verbunden

Achim Wilmsmeier wies darauf hin, dass mit den anderen Kommunen im Wasserbeschaffungsverband Am Wiehen und der Bezirksregierung in Detmold bereits verschiedene Maßnahmen für eine kurz- oder auch mittelfristige Sicherstellung der Trinkwasserversorgung diskutiert würden. Es sei jedoch nicht so einfach möglich, aus anderen Netzen beliebig Trinkwasser nach Bad Oeynhausen, Löhne, Hüllhorst und Hille zu pumpen. »Die Leitungssysteme haben einen unterschiedlichen Druck und sind nicht überall entsprechend miteinander verbunden«, sagte Achim Wilmsmeier.

Sowohl der Wasserbeschaffungsverband Am Wiehen als auch die Stadt Bad Oeynhausen hätten nun die Aufgabe, entsprechend neue Leitungen zu bauen und auch Möglichkeiten für neue Trinkwasserbohrungen zu prüfen. Bis diese Maßnahmen umgesetzt seien, sei es wichtig, dass die Bürger weiter sparsam mit Trinkwasser umgehen. Achim Wilmsmeier: »Das Bewässern von Gärten oder das Autowaschen sollte man zum Beispiel möglichst unterlassen.«

Die Ratsmitglieder nahmen die Ausführungen des Bürgermeisters ohne Debatte zur Kenntnis. Welche Positionen die einzelnen Parteien zur angespannten Trinkwassersituation vertreten, hat das WESTFALEN-BLATT bereits exklusiv berichtet.

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