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Im Seniorenzentrum Wilhelmshof haben in Bad Oeynhausen die Impfungen gegen das Coronavirus begonnen

„Top Organisation, top gelaufen“

Bad Oeynhausen

Kleiner Pieks, hoffentlich große Wirkung: Nach dem Auftakt am Sonntag in einer Senioreneinrichtung in Rahden sind am Donnerstag im Seniorenzentrum Wilhelmshof an der Wilhelmstraße die ersten Impfungen zum Schutz vor dem Coronavirus in Bad Oeynhausen erfolgt. 46 der 52 Bewohner im Alter zwischen 60 und fast 100 Jahren sowie 31 der 50 Mitarbeiter haben das Angebot der Impfung genutzt.

Claus Brand

Sie freuen sich über den gelungenen Start der Impfungen gegen das Coronavirus in Bad Oeynhausen (von links): Manfred Muth, Leiter Seniorenzentrum Wilhelmshof, Isabelle Bernhardt und Lisa Grunow (Versorgungsassistentinnen in der Praxis von Anke Richter-Scheer), Yvonne Lahrius (Pflegedienstleitung), Ärztin Anke Richter-Scheer (auch Vorsitzende Hausärzteverband Westfalen-Lippe) und Hans-Joerg Deichholz (stellvertretender Leiter des Krisenstabs, Gesundheits- und Sozialdezernent beim Kreis). Foto: Foto: Claus Brand

„Ich bin froh, dass wir es in Anspruch nehmen konnten“, sagte Manfred Muth. Der 57-Jährige leitet seit Anfang September 2020 die Einrichtung an der Ortsgrenze zu Gohfeld. Bislang hat es dort seit Beginn der Pandemie keine Corona-Infektion gegeben. Mit der Impfquote war er vor allem mit Blick auf die Bewohner zufrieden. Die Entscheidung über die Impfung müsse jeder für sich treffen.

Zusammen mit Pflegedienstleiterin Yvonne Lahrius hatte er etwa eine Woche in die umfangreiche Vorbereitung des Impftermins investiert. Dann war klar, wie viele Personen sich impfen lassen möchten, und alle damit im Zusammenhang stehenden Formalien waren abgearbeitet. In einem Raum erfolgte die Vorbereitung des Impfstoffes, der nur kurze Zeit zuvor angeliefert worden war, in zwei weiteren die eigentlichen Impfungen nach den Hygienevorschriften. Die Impfung verlief ohne besondere Vorkommnisse. Als erster wurde der Einrichtungsleiter geimpft.

Das Impfteam in der Senioreneinrichtung bildeten die in Volmerdingsen niedergelassene Ärztin Anke Richter-Scheer und ihre Mitarbeiterinnen Isabelle Bernhardt und Lisa Grunow, beide Versorgungsassistentinnen. Innerhalb von gut zwei Stunden waren alle geplanten Impfungen erfolgt. „Top Organisation, top gelaufen“, zollte Anke Richter-Scheer der Senioreneinrichtung ein dickes Lob. Zudem unterstrich sie, dass von jeder Senioreneinrichtung im Kreis, die alle notwendigen Vorbereitungen getroffen habe, von sofort an über die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe ein Termin für die Im­pfungen vereinbart werden könne, der dann in der Regel auch zeitnah möglich sei. Wunschtermine könne man abstimmen. Als vorteilhaft sieht es Anke Richter-Scheer, wenn sich die Einrichtungen im Vorfeld mit einem Arzt auf die Durchführung der Impfung verständigen können, der als regelmäßiger Ansprechpartner der Mehrheit der Bewohner als Hausarzt ohnehin vertraut ist.

Kreisweit gibt es etwa 170 Senioreneinrichtungen beziehungsweise Häuser, in denen Menschen mit Behinderung betreut werden. In Bad Oeynhausen sind es laut Kreis allein neun reine Senioreneinrichtungen.

Anke Richter-Scheer ist zugleich Vorsitzende des Hausärzteverbandes Westfalen-Lippe. Den Impfstoff stuft sie als in der Handhabung durch das Impfteam anspruchsvoll ein. Im Wilhelmshof wird es nicht der letzte Besuch eines solchen Teams gewesen sein. Um die gewünschte Wirksamkeit zu erzielen, ist eine zweite Impfung in drei Wochen notwendig. Mit etwa einer Woche Verzögerung sei dann der angestrebte Impfschutz entwickelt. Stand Donnerstag ging Anke Richter-Scheer davon aus, dass an Silvester und Neujahr nicht geimpft werde.

Alle hoffen, dass keine Corona-Fälle auftreten. Steht ein Impftermin fest, „kann ein akuter Ausbruch die Planungen durcheinander bringen“, sagt Hans-Joerg Deichholz, Gesundheits- und Sozialdezernent des Kreises.

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