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Selbsthilfegruppe für Angehörige und Eltern trifft sich am 24. Januar in Bad Oeynhausen

Traumatisierten Kindern helfen

Bad Oeynhausen (WB). Mobbing in der Schule, häusliche Gewalt oder schwere familiäre Probleme: Es gibt verschiedene Situationen und Umstände, die Kinder traumatisieren können. Als Eltern damit richtig umzugehen, ist nicht immer einfach. In Bad Oeynhausen hat sich deshalb eine neue Selbsthilfegruppe gegründet, die vor allem (Pflege-) Eltern und Angehörige von traumatisierten Kindern und Jugendlichen unterstürzen will.

Freya Schlottmann

Sabine Ullrich von „Lernen in OWL“ lädt zum ersten Treffen der Selbsthilfegruppe „Trau-ma!“ ein. Foto:

Den Stein des Anstoßes für diese neue Gruppe haben Sabine Ullrich und Dr. Reiner Hertel gegeben. Hertel ist Geschäftsführer des Unternehmens „Lernen in OWL“, das sich eigentlich auf die Lernförderung von Kindern und Jugendlichen spezialisiert hat. „Lernblockaden, Schulangst oder Verhaltensauffälligkeiten, die wir häufig auch bei den Kindern in unserer Förderung sehen, können aber auch einen tieferen Grund haben und auf traumatische Erlebnisse zurückzuführen sein“, erklärt Sabine Ullrich, Pädagogin bei „Lernen in OWL“.

Schulen können nicht alles auffangen

Für Eltern sei es nicht immer leicht, die Gründe für Verhaltensauffälligkeiten zu sehen oder damit richtig umzugehen. „Themen wie Magersucht, Alkoholkonsum, Mobbing oder Gewalt sind in der Schule heutzutage häufig präsent und können Kinder stark belasten. Die Schulen haben zumeist nicht die Kapazitäten, das alles aufzufangen“, sagt Sabine Ullrich weiter. Die Selbsthilfegruppe, die den Namen „Trau-ma!” in Anlehnung an „Trau dich mal“ hat, soll Eltern und Angehörigen deshalb beratend zur Seite stehen, einen Austausch ermöglichen, Techniken zum Umgang mit traumatisierten Kindern erklären und weitere Hilfestellungen aufzeigen. „Das ist keine Therapiegruppe. Wir möchten vielmehr einen Austausch unter Betroffenen in einem geschützten Raum bieten“, sagt Sabine Ullrich.

Aber nicht nur Angehörige, sondern auch betroffene Erwachsene, die beispielsweise im Kindesalter eine traumatische Erfahrung erlebt haben, sind in der Selbsthilfegruppe willkommen. „Jeder hat mit dem Thema Trauma schon einmal zutun gehabt. Und jeder geht anders damit um“, erklärt die Pädagogin. Dr. Reiner Hertel beispielsweise sei gehörlos und habe als Kind selbst Erlebnisse mit Mobbing gehabt. Als Betroffener könne er deshalb aus eigener Erfahrung sprechen und Betroffenen und auch Angehörigen Hilfestellung geben. „Das ist kein einfacher Weg, aber man kann lernen, mit traumatischen Situationen umzugehen“, sagt Sabine Ullrich.

Selbsthilfegruppe soll Stütze sein

Da die neue Selbsthilfegruppe noch ganz am Anfang steht, möchten Ullrich und Hertel als Ansprechpartner vor allem auch die Teilnehmer einbeziehen. „Wir haben bereits Themenabende geplant, möchten aber in erster Linie auf die Fragen und Wünsche der Beteiligten eingehen“, sagt Sabine Ullrich. Zudem sei es möglich, sowohl an dem Gruppentreffen teilzunehmen, als auch Einzelgespräche zu vereinbaren. „Das geht natürlich auch alles anonym“, ergänzt die Pädagogin.

Das erste Treffen der Selbsthilfegruppe „Trau-ma!“ ist am Freitag, 24. Januar, um 19.30 Uhr in den Räumen der Lernförderung „Lernen in OWL“ an der Herforder Straße 66. Danach sind Treffen im Abstand von etwa zwei bis drei Wochen angedacht.

Eine Anmeldung zu den Treffen der neuen Gruppe ist nicht erforderlich, würde den Organisatoren bei der Vorbereitung aber helfen. Ansprechpartnerin ist Sabine Ullrich. Sie ist erreichbar unter Telefon 0179/1314834 oder per E-Mail an die Adresse badoeynhausen@lerneninowl.de.

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