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Stadtrat Bad Oeynhausen beschließt über weitere Vorgehensweise

Trinkwasserenthärtung soll vorerst nicht kommen

Bad Oeynhausen (WB). Die Pläne für eine zen­trale Trinkwasserenthärtung in Bad Oeynhausen sind an diesem Mittwoch erneut Thema im Stadtrat. „Wir werden den Ratsmitgliedern empfehlen, den im Rahmen des Ratsbürgerentscheides vom 24. September 2017 gefassten Beschluss zur Einführung einer zentralen Trinkwasserenthärtung solange auszusetzen, bis dauerhaft eine ausreichende Versorgung mit Trinkwasser – auch bei Spitzenverbräuchen im Sommer – sichergestellt ist“, kündigte Bürgermeister Achim Wilmsmeier am Montag im Gespräch mit dieser Zeitung an.

Malte Samtenschnieder

Für Bürgermeister Achim Wilmsmeier hat die Versorgungssicherheit beim Trinkwasser Priorität. Deshalb soll die geplante Trinkwasserenthärtung vorerst nicht kommen. Foto: Harry Hautumm/pixelio.de

Einige Maßnahmen zur Entspannung der in den vergangenen Sommern wiederholt aufgetretenen Trinkwasserengpässe im Versorgungsgebiet des Wasserbeschaffungsverbandes (WBV) Am Wiehen, zu dem auch Bad Oeynhausen und Löhne gehören, seien bereits umgesetzt oder auf den Weg gebracht worden.

Jüngstes Beispiel sei eine Ende Juli eingeweihte Trinkwasserleitung zwischen den Leitungsnetzen der Stadtwerke Bad Oeynhausen und Porta Westfalica , über die es auch möglich sei, Trinkwasser von der anderen Seite der Weser zu beziehen.

Planung für Hochbehälter auf gutem Weg

Die Planungen für einen zusätzlichen Hochbehälter in Bergkirchen , der insbesondere an heißen Sommertagen ungewöhnlich hohe Spitzenverbräuche im Versorgungsgebiet des WBV Am Wiehen abmildern soll, seien ebenfalls auf einem guten Weg.

Achim Wilmsmeier: „Der Bauantrag ist gestellt. Es stehen aber noch einige Teile der erforderlichen Genehmigungen aus.“ Dennoch gehe er fest von einem Baubeginn im nächsten Jahr aus. „Es hat für uns Priorität, dass der Hochbehälter im Sommer 2021 voll einsatzfähig bereit steht“, betonte der Bürgermeister.

Frühestens wenn der neue Hochbehälter voraussichtlich in zwei Jahren in Betrieb geht, macht es laut Achim Wilmsmeier Sinn, sich erneut ernsthaft mit der Einführung der zentralen Trinkwasserenthärtung zu befassen. „Für eine stabile Trinkwasserversorgung in Hitzeperioden ist aber nicht nur der zusätzliche Puffer in Bergkirchen ausschlaggebend“, sagte der Bürgermeister.

So müsse auch die Funktionsfähigkeit aller Brunnen des WBV Am Wiehen und der Stadtwerke Bad Oeynhausen geprüft werden. Zudem müssten die technischen Verfahren, die bei der Trinkwasserenthärtung am Rehmer Wasserwerk beziehungsweise am Hochbehälter in Bergkirchen zum Einsatz kommen sollen, erneut überprüft werden.

Kritik an Wasserverbrauch für Aufbereitung

Wie berichtet, hatte es insbesondere Kritik daran gegeben, dass bei der Aufbereitung mit Hilfe der Umkehrosmose in Rehme zuviel Wasser anfällt, das danach nicht mehr als Trinkwasser zu verwenden ist, sondern als unbrauchbar in die Weser geleitet werden muss. Achim Wilmsmeier: „Vielleicht gibt es in ein paar Jahren bessere technische Verfahren, die hier Abhilfe schaffen können.“

Nach Einschätzung des Bürgermeisters ist es wahrscheinlich, dass auch die Bürger erneut in die Entscheidungsfindung einbezogen werden: „Sie müssen letztlich entscheiden, ob sie bereit sind, den Preis, den das weichere Wasser am Ende kosten soll, auch zu zahlen.“ Angesichts steigender Investitionskosten seien die Kalkulationen von 2017 hinfällig. Sollte die Anlage zunächst 5,6 Millionen Euro kosten, war im Mai 2019 von acht Millionen Euro die Rede.

Trotz der ganzen Unwägbarkeiten hält es Achim Wilmsmeier für falsch, das gesamte Verfahren bereits jetzt komplett zu beerdigen. Eine Realisierung sei nach wie vor denkbar. Einige der aktuellen Probleme seien zur Zeit des Ratsbürgerentscheides vor mehr als zwei Jahren in dieser Form einfach nicht absehbar gewesen.

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