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Aufgrund der Pandemie hat sich die Verteilung von Wildblumensamen in Bad Oeynhausen verzögert – Kitas und Schulen profitieren

„Unsere Stadt soll blühen“

Bad Oeynhausen (WB)

Am Samstag war kalendarischer Frühlingsanfang: ein guter Zeitpunkt, um Wildblumensamen als Nahrungsquelle für Insekten auszusäen. Die Arbeitsgruppe (AG) Natur- und Umweltschutz Bad Oeynhausen hatte schon im Frühjahr 2020 unter dem Motto „Unsere Stadt soll blühen“ 1000 Wildblumensamen gekauft, um dem seit langem zu beobachtenden Rückgang der Insekten entgegenzuwirken.

Natalie Lydia Meyer

Anne Trittin (von links, AG Natur- und Umweltschutz), Arndt Viering (Stadtsparkasse), Werner Trittin, Erwin Mattegiet und Antje Brandt von der AG Natur- und Umweltschutz freuen sich, dass sie verschiedene Wildblumensamen an die Bürger verteilen konnten und „die Stadt bald blüht“. Foto: Natalie Lydia Meyer

Mit einer Spende in Höhe von 1000 Euro wurde die Aktion von der Sparkasse Bad Oeynhausen-Porta Westfalica unterstützt. „Wir sind sehr dankbar, dass wir mit unserer Aktion im Vorjahr auf offene Ohren bei der Sparkasse gestoßen sind. Aus diesem Grund wollten wir uns jetzt noch mal herzlich bedanken, dass sie uns finanziell ermöglicht hat, die Wildblumensamen für die Aktion zu kaufen“, betonte Erwin Mattegiet, Vorsitzender der AG.

Seit Jahren engagiert sie sich für den Artenschutz und befasst sich mit dem starken Rückgang der Insekten. Die Ursachen des Insektensterben seien vielfältig. Zu den Gründen gehören unter anderem: der Wegfall von Nahrungsquellen durch den Rückgang von Streuobstwiesen, Hecken, Feldblumenwiesen und Wildblumengärten, der Verbau und die Trockenlegung von Lebensräumen sowie die Licht- und Pestizidverschmutzung.

„Es besteht dringend Handlungsbedarf, um mehr gegen den Insektenrückgang zu unternehmen. Insekten sind unverzichtbar für unsere Lebensgrundlage“, betonte Antje Brandt von der AG Natur- und Umweltschutz.

Einige Tüten gibt es noch

Die erworbenen Wildblumensamen sollten im Vorjahr auf dem Frühjahrsmarkt am Infostand der AG Natur- und Umweltschutz an die Bürger verteilt werden. Aufgrund des ersten Lockdowns zur Eindämmung des Corona-Virus konnte der Frühjahrsmarkt nicht stattfinden. Die Wildblumensamentüten sind inzwischen an Grundschulen und Kindergarten in der Stadt sowie an interessierte Bürger verteilt worden. Vereinzelte Tüten sind noch im Unverpackt-Laden „Bio-Provinz“ kostenfrei erhältlich.

Die Pflanzentüte enthält gebietseigene Wildblumen- und Wildgräsersamen aus der heimischen Ackerbegleitflora. Die einjährige Pflanzenmischung sollte am besten von März bis Mai oder von August bis September gesät werden. Die Pflanzen mögen feinkrümelige und nährstoffarme Erde.

Eine Tüte enthält eine Wildblumenmischung für einen Quadratmeter. „Wir hoffen, dass bereits fleißig ausgesät wurde und unsere Stadt bald blüht“, meinte Werner Trittin von der AG Natur- und Umweltschutz.

Vortrag im Herbst?

Neben der Verteilung der Wildblumensamen war im Vorjahr von der AG Natur- und Umweltschutz auch eine Info-Veranstaltung zum Insektensterben mit dem Löhner Biologen Kalle Niehus organisiert worden. Dieser Vortrag musste aufgrund von Corona aber ebenfalls ausfallen.

Aktuell ist von der AG Natur- und Umweltschutz geplant, den Vortrag zum Insektensterben am Donnerstag, 4. November, im Gemeindezen­trum Eidinghausen nachzuholen. „Wir hoffen, dass bis dahin mehr Menschen geimpft sind und die Corona-Situation es zulässt, sicher und gemeinsam die Veranstaltung durchzuführen“, sagte Erwin Mattegiet.

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