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Aus Volksbanken Bad Oeynhausen-Herford und Mindener Land soll Volksbank Herford-Minden werden

Volksbank: Fusion für 2020 geplant

Bad Oeynhausen/Herford/Löhne (WB). Aus den Volksbanken Bad Oeynhausen-Herford und Mindener Land soll 2020 die Volksbank Herford-Minden werden. Stimmen beide Vertreterversammlungen im Mai den Fusionsplänen zu, kann sie vollzogen werden. Vorstände und Aufsichtsräte beider Häuser haben die Pläne einstimmig befürwortet. In Verbindung mit der Fusion sollen keine Kündigungen ausgesprochen werden. Filialen sollen nicht geschlossen werden.

Claus Brand

Haben die Pläne für die Fusion vorgestellt, die 2020 erfolgen soll (von links): Heinrich Meier (Aufsichtsrat Volksbank Mindener Land), Udo Napp (Vorstand Volksbank Mindener Land), An­dreas Kämmerling (Vorstandssprecher Volksbank Bad Oeynhausen-Herford), Oliver Ohm (Vorstand Volksbank Bad Oeynhausen-Herford), Peter Scherf (Vorstandssprecher Volksbank Mindener Land) und Klaus Kemper (Vorsitzender Aufsichtsrat Volksbank Bad Oeynhausen-Herford). Foto: Claus Brand

Erläutern wollen die Verantwortlichen ihr Vorhaben vor der Vertreterversammlung in großer Runde schon zuvor, von Februar an, in mehreren Versammlungen in kleinerem Rahmen. Vor der Bekanntgabe der Nachricht am Donnerstag sind die Führungskräfte beider Häuser und alle Mitarbeiter informiert worden. An­dreas Kämmerling, Vorstandssprecher der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford, erklärte, dass es erste Gespräche zwischen den Vorständen zu einem Zusammenschluss vor etwa einem halben Jahr gegeben habe. Weitere Gespräche zu Fusionen gebe es aktuell nicht. Für die Zukunft schloss dies Oliver Ohm, Vorstand der Volksbank Bad Oeynhausen-Herford, jedoch nicht aus. Die Bankenlandschaft werde sich weiter verändern.

Verschmelzung soll Weichen für die Zukunft stellen

Anspruch sei es aktuell, angesichts der dynamischen und immer schneller erfolgenden Veränderungen im Finanzdienstleistungssektor mit einer Verschmelzung der Häuser die Weichen für eine gemeinsame und erfolgreiche Zukunft als starke genossenschaftliche Regionalbank zu stellen. Kämmerling, der auch Vorstandssprecher eines fusionierten Hauses werden soll, hob unter anderem hervor, mit der neuen Größe am Markt beispielsweise auch mit Blick auf größere mittelständische Unternehmen oder Freiberufler besser aufgestellt zu sein. Gemeinsam, erklärte er, komme man „aus heutiger Sicht auf eine Bilanzsumme von etwa vier Milliarden Euro zum Jahresende“.

Das größere Haus biete auch für die Mitarbeiter neue Optionen, sich im Zuge von Weiterbildungen zu qualifizieren, neue Aufgaben zu übernehmen, ohne dass man im großen Stil Arbeitsplatzwechsel im neuen Haus anstrebe. Die beiden Verwaltungsstandorte in Minden und Herford würden erhalten bleiben. Juristischer Sitz werde Herford sein. Peter Scherf, Vorstandssprecher der Volksbank Mindener Land: „Grundsätzlich hängt der Arbeitsplatz an der Aufgabe, der Funktion.“ Eine Verteilung werde immer mit Blick auf den Kundenkontakt erfolgen. Möglicherweise mache es auch Sinn, an beiden Standorten identische Aufgaben zu erfüllen, „weil wir dadurch eine höhere Erledigungsgeschwindigkeit in Richtung Kunde erreichen, anstatt zu sagen, die Sachen müssen erst einmal hin- und hergeschaufelt werden, auch wenn es elektronisch erfolgt.“

Durch das persönliche Gespräch, das überwiegen solle, könne man den Kunden nach vorne stellen. „Wir wollen nicht in Administrationsdingen ersticken.“ Man müsse sehen, wie man das aufgeteilt bekomme. Man wolle vom Kunden her denken. Mit Blick auf kleinere Abteilungen, wie das Controlling, könne es kleinere Wanderungen geben. Dem Kunden wolle man schnelle Entscheidungen bieten. Kompetenzzen-tren werde man an beiden Standorten weiter brauchen.

Thema „Kundennähe“ spielt große Rolle

Stetig wachsende regulatorische Anforderungen, zum Beispiel durch Basel III, könne man gemeinsam besser bewältigen, hieß es. Durch die Vermeidung von Doppelarbeiten könnten Kosten gesenkt werden. In das Zusammenwachsen sollen vor allem die Mitarbeiter intensiv einbezogen werden. In dem Prozess wollen die Vorstände „alle Beteiligten Schritt für Schritt mitnehmen“, Festhalten wollte man auch am sozialen Engagement vor Ort.

Einhellige Meinung ist, dass man als größere und damit besser aufgestellte Einheit attraktiver für Bewerber sei, aber eben auch hausintern für Mitarbeiter, die sich entwickeln wollen.

Wichtig sei, das Stichwort „Kundennähe“ auch in Zukunft mit Leben zu füllen, sei es durch die angebotene Beratung, aber auch mit Blick auf das immer digitaler ausgerichtete und dahingehend geprägte Kundenverhalten. Kämmerling: „Beide Häuser sind hier gut aufgestellt. Auch bei digitalen Zugangswegen sind eigene Mitarbeiter für die Kunden Ansprechpartner. Es gibt dort kein Callcenter. Das wird so bleiben.“

Mehrfach betont wurden von Vertretern beider Häuser die konstruktiven Gespräche zu den Fusionsplänen und deren Atmosphäre, die jetzt darauf hoffen ließen, 2020 den Zusammenschluss vollziehen zu können. Am weiteren Prozess wolle man in gleicher Weise arbeiten.

Kommentar von Claus Brand

Keine Überschneidungen im Markt mit Blick auf das bisherige Geschäftsfeld und so auch bei den Filialstandorten: Das sind gute Voraussetzungen, um sich durch eine Fusion – auf dem sich immer schneller wandelnden Finanzdienstleistungssektor – mit breiteren Schultern und so auch wettbewerbsfähiger aufzustellen. Damit tragen die Vorstände auch ihrer Verantwortung für die Mitarbeiter Rechnung, ihnen zukunftsgerichtete und damit sichere Arbeitsplätze bieten zu können.

Die neuen Pläne weisen zugleich in die Zukunft: Auf die nächsten Jahre geschaut wird diese Fusion nicht die letzte in der Region gewesen sein. Dass Bad Oeynhausen im neuen Namen „Volksbank Herford-Minden“ nicht mehr vorkommt, ist ein Umstand, über den man sich nicht freuen muss, aber mit dem man sich mit Blick auf das Gesamtpaket durchaus anfreunden kann.

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