Nach Vorgaben aus Berlin auf lokaler Ebene noch viele Fragen – auch zu den Parklichtern

Was ist mit den Parklichtern?

Bad Oeynhausen(WB). Die Entscheidungen der Bundesregierung und der Länderchefs zum weiteren Umgang mit der Corona-Krise und damit verbundene Lockerungen, aber auch weitere Einschränkungen wirken sich vor Ort aus. Das WESTFALEN-BLATT hat sich im Handel und bei Veranstaltern umgehört, die betroffen sind.

Claus Brand

Ein Bild vom Konzert-Freitag der Parklichter im Vorjahr. Viele Menschen würden sich wünschen, auch 2020 unter freiem Himmel zum Auftakt der Traditionsveranstaltung wieder Live-Musik genießen zu können. Derzeit sieht es nicht danach aus. Foto: Claus Brand

„Wichtige Voraussetzung für das weitere Vorgehen ist nun, wie das Land NRW die Übereinkunft zwischen Bund und Ländern am Mittwoch zur weiteren Bewältigung der Coronakrise in einen Erlass umsetzt. Auch wenn es derzeit danach aussieht, dass die Parklichter dieses Jahr nicht stattfinden werden, können wir ohne den Erlass aus Düsseldorf keine endgültige Aussage über die Veranstaltung treffen“, sagte Beate Krämer. Geschäftsführerin der Staatsbad GmbH, am Donnerstagnachmittag auf Anfrage.

Als Hoffnung formulierte sie, „dass es im Fall einer Absage auf Grundlage des Infektionsschutzgesetzes Ausgleichszahlungen der Landesregierung für die beteiligten Akteure geben kann.“ Geplant sind die Parklichter bislang für das Wochenende von Freitag, 7. August (Open Air), über den Parklichter-Samstag mit Feuerwerk (8. August) bis zum Familienfest (Sonntag 9. August).

Buchhandlung freut sich

„Wir werden am Montag wieder öffnen“, sagt Anette Gohlke, Mitinhaberin der Buchhandlung Scherer. Bis dahin seien aber noch einige Fragen zu klären, beispielsweise wie man sicherstellen könne, dass sich nur die bei der Größe der Fläche vorgeschriebene Personenzahl im Ladenlokal aufhalte. Die 55-Jährige: „In der Post an der Dr.-Neuhäußer-Straße habe ich beobachtet, dass die Leute mal mehr, mal weniger diszipliniert sind.“ Das Team werde die Vorgaben genau im Auge behalten und umsetzen.

Gohlke: „Auf jeden Fall werden wir ein Schild anbringen, das die Spielregeln verdeutlicht.“ Ob zur früheren Kernöffnungszeit von 9 bis 18.30 Uhr oder nur verkürzt geöffnet werde, sei im Team noch in der Diskussion. Für den Kassenbereich sei ein Spuckschutz bestellt, der aber noch nicht eingetroffen sei. Gohlke: „Festhalten werden wir an unserem Online-Angebot.“ Sie begrüße, dass es wohl bald bundesweit möglich sein werde, bis zum Betrag von 50 Euro per Karte kontaktlos zu bezahlen.

Unklarheit beim Modehaus

Für das Modehaus Hagemeyer mit Standorten in Minden, Stadthagen und Bad Oeynhausen konnte Geschäftsführer Matthias Linn am Donnerstag noch keine finale Aussage zu einer Wiedereröffnung treffen. Er sagte: „Zur Verordnung des Landes und der sich daraus ergebenden Praxis der Kommunen liegen uns noch keine Details vor.“ Die müsse man abwarten. Auch wenn die Lage für das Haus und viele andere derzeit schwierig sei, unterstütze man die Entscheidungen der Politik, bei der die Gesundheit der Menschen im Vordergrund stehe.

Stück Normalität kommt wieder

„Ich freue mich, dass viele Geschäfte wieder aufmachen können“, sagt Tim Schütte. Der 42-Jährige ist Vorsitzender der Initiative Bad Oeynhausen, in der Einzelhändler und Dienstleister zusammengeschlossen sind. Schütte: „Alle, mit denen ich jetzt gesprochen habe, sind heiß darauf, wieder zu öffnen.“ Ob das in jedem Geschäft in der Innenstadt bereits von Montag an funktioniere, lasse er dahin gestellt. Denn die vorgegeben Hygiene-Maßnahmen müssten erfüllt sein. Das sei ein Prozess, der sich erst Stück für Stück in Gänze werde umsetzen lassen, auch mit Blick auf das vorgeschlagene Tragen von Masken.

Für ihn sei wichtig, dass die Menschen „ein wenn auch nur kleines Stück Normalität zurückgewinnen. Sie können in ein Geschäft gehen, etwas kaufen. Das trägt sicher auch zur Ablenkung bei.“ In der derzeitigen Krise habe er eine große Solidarität der Menschen erlebt. Sein Geschäft soll von Montag an wieder zu den regulären Zeiten geöffnet sein. Freuen würde er sich auch über eine Wiedereröffnung des Modehauses Hagemeyer. Schütte: „Das wäre ein toller Impuls für alle.“ Die Zahl der Geschäfte, die von Montag an wieder öffnen dürften, schätzt er in der Innenstadt auf etwa 70.

Autohaus will wieder Kunden begrüßen

„Wir freuen uns, die Kunden von Montag an wieder in die Ausstellungshallen für Neu- und Gebrauchtwagen lassen zu können“, sagte am Donnerstagnachmittag Ulrich Meyer vom gleichnamigen Autohaus mit Standorten in Bad Oeynhausen, Lübbecke, Minden und Herford stellvertretend für die Branchenkollegen. Fast einen Monat habe es diese Möglichkeit zuvor nicht gegeben. Nur der Werkstattbetrieb lief. Meyer vermutet: „Da die Menschen jetzt über diesen langen Zeitraum ihr Zuhause eher selten verlassen haben, rechnen wir damit, dass das Kundeninteresse auch erst schrittweise wieder anlaufen wird.“

Vor diesem begrüßenswerten Schritt habe man nur die Möglichkeit gehabt, Fahrzeuge per Telefonkontakt oder auch online zu vermarkten. Meyer: „Das ist beim Produkt Auto aber nicht so einfach, weil es eben doch viel zu erklären gibt.“ Auch Probefahrten seien schwierig gewesen. So rechnet er für den April an den vier Standorten mit dem Verkauf von etwa zehn Neufahrzeugen. Für einen März oder April ohne Krise beziffert er diese Zahl für alle vier Standorte auf 90 bis 100 Fahrzeuge. In der Folge habe es im Verkauf rückblickend auch Kurzarbeit gegeben. An jedem Standort sei jeweils ein Mitarbeiter für den Verkauf im Einsatz gewesen.

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