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Unbekannte dringen in Schweinestall in Dehme ein – Polizei ermittelt

»Was sollte dieser Einbruch?«

Bad Oeynhausen-Dehme (WB). Drohbriefe und der Einbruch in einen Schweinestall auf dem Grundstück von Landwirt Rainer Meyer am Alten Postweg sorgen für Unruhe. Die Polizei ermittelt.

Wilhelm Adam

Sie gehen in die Offensive: Christoph Kerlen (links), und sein Mitarbeiter Stefan Schmidt (rechts) gemeinsam mit Verpächter Rainer Meyer. Sie betonen, dass sich von der tiergerechten Haltung der Schweine jeder überzeugen kann. Foto: Wilhelm Adam

Unerkannt hätten sich ein oder mehrere Täter in der Nacht von Donnerstag, 24. August, zu Freitag Zugang zu dem Schweinestall verschafft, erklärte Ralf Steinmeyer, Sprecher der Kreispolizei Minden-Lübbecke, auf Anfrage. Dabei war ein Lüftungsgitter durchtrennt worden, das über einen Holzrahmen in eine Zugangstür zum Stall eingehängt war.

Entwendet worden ist nichts

»Es war definitiv jemand im Stall«, betonte auch Agrarbetriebswirt Stefan Schmidt, denn eine zweite Tür im Gebäude, die zu einigen der Schweineboxen führt, sei ebenfalls geöffnet worden. »Am Vorabend habe ich gegen 22 Uhr ein letztes Mal den Zustand der Tiere sowie Fütterung und Lüftung des Stalls überprüft«, erklärte er. »Das mache ich mindestens zweimal täglich.«

Der 24-jährige Bad Oeynhausener hat diese Aufgabe für den Mindener Unternehmer Christoph Kerlen übernommen. Dieser hatte den Stall nach eigenen Angaben vor fünf Jahren von Landwirt Rainer Meyer gepachtet.

»Entwendet wurde nichts«, betonten Kerlen und Schmidt. Doch besonders brisant erscheinen ihnen in diesem Zusammenhang zwei direkt an Schmidt gerichtete Drohbriefe – obwohl dieser nicht der Betreiber des Stalls ist. Auch dem geht die Polizei nun nach.

Anspielung auf NRW-Ministerin

»Die hat ein Unbekannter in den Briefkasten meiner Bad Oeynhausener Wohnung geworfen«, erklärte Schmidt. Den ersten habe er vor sechs Wochen erhalten, »den zweiten zwei Wochen vor dem Einbruch«. Wie es im Stall des Landjugendvorsitzenden im Bauernverband Minden-Lübbecke aussehe, werde man bald sehen, heißt es darin, sowie: »Bilder aus den Ställen der Ministerin waren nur der Anfang.«

Dies sei eine Anspielung auf die kürzlich berufene NRW-Landwirtschaftsministerin Christina Schulze Föcking, erläuterte Rainer Meyer. Die CDU-Politikerin war erst vor kurzem aufgrund von Videoaufnahmen aus dem Schweinemastbetrieb ihres Mannes unter Druck geraten. In Verdacht gerieten dabei Tierschützer, die für die Aufnahmen in den Stall unbefugt eingedrungen sein sollen.

Ähnliches könne auch hinter den Drohbriefen an Schmidt und dem Einbruch am Alten Postweg stecken, sagte Rainer Meyer. »Einen konkreten Verdacht haben wir nicht«, aber im Kreis Minden-Lübbecke sei der Vorfall bislang einmalig. »Solchen Leuten geht es nicht um den Tierschutz«, ist Meyer überzeugt: »Es geht darum, Personen in Verruf zu bringen.«

Fotos sind bislang nicht im Netz aufgetaucht

Fotos seien noch nicht im Netz aufgetaucht, sagte Christoph Kerlen. »Aber wieso dieser Einbruch bei uns?«, wundert er sich. Sein Betrieb unterliege mehrfachen Kontrollen: Eine Tierärztin aus Hille sehe im Stall nach dem Rechten. Zudem pflege er ständig alle meldepflichtigen Daten im Herkunfts- und Informationssystem für Tiere (HIT) ein.

Diese Datenbank registriert bundesweit nicht nur sämtliche Tiertransporte, An- und Verkäufe oder Schlachtungen. Auch nötige Behandlungen von Krankheiten in Ställen müssen darin gemeldet werden. »Außerdem würde bei einer erhöhten Anzahl von Sterbefällen sofort das zuständige Veterinäramt bei uns erscheinen«, betonte Kerlen. Denn für den Abtransport toter Tiere beauftragte Unternehmen seien verpflichtet, Sterbezahlen unmittelbar ans jeweilige zuständige Veterinäramt zu melden.

»Außerdem kann uns jeder fragen, wie wir die Tiere halten«, bekräftigte Christoph Kerlen. In diesem Jahr hätten bereits vier Schulklassen seinen Mindener Standort besucht. »Man kann sich bei uns vor Ort überzeugen, dass alles in Ordnung ist.«

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