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Bad Oeynhausener Fünfer-Bündnis bringt Nutzungskonzept zur Belebung auf den Weg

Weichen für Bahnhof gestellt

Bad Oeynhausen  (WB). Die Weichen für die Neubelebung des Nordbahnhofes sind gestellt: Mit seinen eigenen Stimmen hat das Fünfer-Bündnis aus SPD, BBO, Grünen, Linken und UW am Donnerstag im Ausschuss für Stadtentwicklung die Umsetzung eines um eigene Vorschläge erweiterten Nutzungskonzeptes der Stadtverwaltung beschlossen.

Malte Samtenschnieder

1914 wurde der Nordbahnhof gebaut. Diese Postkarte von 1915 zeigt das Gebäude kurz nach der Fertigstellung. An der damaligen äußeren Gestaltung könnte sich nach Einschätzung der Stadt auch das künftige Erscheinungsbild orientieren. Foto: Stadtarchiv Bad Oeynhausen

»Der Toilettenumbau mit seinen vorbereitenden Maßnahmen wie Umzug der Bahnhofsmission, Stellung von Toiletten an anderer Stelle etwa in Mietcontainern und Abriss der Schützengaststätte sowie eine Genehmigungsplanung für das Bahnhofsgebäude sind schnellstmöglich umzusetzen«, heißt es in dem Beschluss.

Was das im einzelnen bedeutet, hatte Dieter Hinzmann, Bereichsleiter Gebäudemanagement, zuvor erläutert. Demnach soll die geplante Toilettenanlage über einen zentralen Technikraum, eine große Unisex-Kabine sowie Herrenurinale verfügen. Die Nutzung solle gegen ein Entgelt erfolgen.

Schützen erhalten auf Wunsch Unterstützung

Auch auf die Situation der Schützen, die mit dem Abriss ihrer Gaststätte ihren Vereinstreffpunkt verlieren, ging Dieter Hinzmann ein. »Ich weiß von Gesprächen, in denen ihnen angeboten wurde, außer der Schießanlage im Nordbahnhof auch die 50-Meter-Bahn in Rehme zu nutzen«, sagte der Bereichsleiter. Als Ersatz für den Verlust des Vereinsdomizils sei den Schützen ein Raum im Bürgerhaus Rehme angeboten worden sowie Hilfe bei der Suche nach einem Raum etwa in einem Gastronomiebetrieb.

Darüber hinaus enthält der Beschluss die Forderung nach dem Errichten einer Radstation mit Radparkhaus und nach einer Gastronomie im Erdgeschoss des Westflügels mit Außenbereich auf dem Bahnhofsvorplatz. Der Anstrich der Außenfassade, der Einbau von neuen Fenstern, das Schaffen von Sitzgelegenheiten und Schließfächern sowie das Sanieren der Bahnhofshalle sollen zudem abschnittsweise erfolgen.

Zum geplanten Radparkhaus führte Dieter Hinzmann aus, dass dort 200 bis 300 Stellplätze geplant seien – unter anderem auch für E-Bikes. Für den Gastronomiebereich gebe es mehrere Anfragen von »seriösen Interessenten«.

Schlagabtausch zur Nutzung des Obergeschosses

Ein längerer verbaler Schlagabtausch entzündete sich an der Frage, ob das Obergeschoss des Nordbahnhofs in die weiteren Überlegungen zur Nutzung der Immobilie einbezogen werden soll oder nicht. »Die Baustoffprüfung der Decken im Obergeschoss war in Ordnung«, erläuterte Dieter Hinzmann im Ausschuss.

Zehn Bohrkerne seien untersucht worden. Erhebliche Probleme gebe es aber bei der Statik. Der Bereichsleiter: »Wir haben festgestellt, dass insgesamt zu wenig Stahl verbaut wurde und dass sich dieser teilweise auch noch an den falschen Stellen befindet.« Von der statischen Ertüchtigung des Obergeschosses sei wegen der hohen Investitionssumme abzuraten.

Die Forderung des Fünfer-Bündnisses, die Staatsbad Oeynhausen GmbH in Ermanglung von Flächen im Obergeschoss in den Ostflügel des Erdgeschosses einziehen zu lassen, stieß bei der CDU auf Widerspruch. Martin Pönnighaus kritisierte den Beschluss als kurzsichtig. Wenn man sich jetzt gegen das Obergeschoss entscheide, sei es nicht mehr so einfach, das später rückgängig zu machen. Kritik äußerte auch Dirk Büssing. Nach Besichtigung anderer erfolgreich belebter Bahnhöfe stelle er sich künftig eine andere Nutzung des Nordbahnhofes vor.

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