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Eidinghausener möchte sich in Bad Oeynhausen als unabhängiger Kandidat im Wahlkampf stellen

Werner Birtsch will Bürgermeister werden

Bad Oeynhausen (WB). Werner Birtsch (58) aus Eidinghausen will an die Spitze der Stadt: Zur Kommunalwahl am 13. September 2020 will er als Bürgermeisterkandidat antreten. Zuvor muss er aber noch mindestens 220 Stimmen für die Zulassung per Unterschriftenliste sammeln.

Rajkumar Mukherjee

Werner Birtsch möchte am 13. September 2020 zum Bürgermeister in Bad Oeynhausen gewählt werden. Eines seiner Ziele, das er nach einem Sieg umsetzen würde, ist die Umgestaltung des Inowroclawplatzes zum »Bürgercampus«. Foto: Rajkumar Mukherjee

Vielen ist der Versicherungsmakler als Mitglied des Sportvereins SC Oberbecksen-Babbenhausen bekannt. Oder als Streiter für den Erhalt des Freibads als Alternativlösung zum Neubau eines Hallenbads. Mit seiner möglichen Kandidatur will er eines bezwecken: »Wenn ich gewählt werde, will ich endlich das Sprachrohr für die Bürger in Bad Oeynhausen sein.« Im Stadtrat erkenne er einen »verkrusteten Habitus«, dementsprechend sei der Zustand der Stadt. »Wenn wir wenigstens Stillstand in Bad Oeynhausen hätten. Aber wir machen Rückschritte, und das kann nicht so bleiben.«

»Bewährtes bewahren«

Vom Bürgermeisterstuhl aus will Werner Birtsch drei Aspekte in den Vordergrund rücken:

1. Jedes Vorhaben der Stadt soll zuerst auf den Bürgernutzen geprüft werden;

2. Eine positive Ökobilanz soll Grundlage allen Handelns der Stadt sein;

3. Was sich bisher bewährt hat, soll bewahrt bleiben.

Von der politischen Richtung her sieht sich Werner Birtsch als »konservativer Linker mit grünen Ideen«. Alleine sei er nicht. »Wir sind eine Gruppe mit zehn Bürgern, die dieselben Interessen verfolgen«, sagt er. »Kreativ-idiotisch« soll in Zukunft im Rat diskutiert werden, »damit auch abwegige Ideen eine Chance haben.«

Entwicklung der Innenstadt, Tourismuskonzept, Rückbau der B61, Radschnellweg – und der Erhalt des Freibads im Siel. Das seien aus Sicht von Werner Birtsch aktuelle Themen. »Wir müssen zum Beispiel die Innenstadt neu denken, auch digital. Die Innenstadt verödet doch seit Jahren. Ein paar Steine neu zu verlegen, ist zu wenig. Die Innenstadt muss zum Erlebnis- und Eventort werden. Dazu müssen wir Ideen und Projektteams bilden«, sagt Werner Birtsch. Zentrale Bürgertreffpunkte soll es im Siel – in einem öffentlichen Mehrgenerationenpark – sowie auf dem Inowroclawplatz als »Bürgercampus« geben. »Hier sollen sich Alt und Jung treffen, um die Spaltung der Gesellschaft aufzuheben«, sagt Werner Birtsch.

Idee: Grüngürtel durch die Stadt

Verbindendes Element und Grundlage im Tourismuskonzept soll zudem ein Grüngürtel werden: vom Siel über den Kurpark ins Siekertal, dort zum Gelände der früheren Kurverwaltung und wieder über die Oeynhauser Schweiz zurück ins Siel. »Auf dem Gelände der früheren Kurverwaltung stelle ich mir eine Saline mit Inhalationshalle vor«, sagt Werner Birtsch. Dabei soll der Süden zur »Wellness-Region« innerhalb der Stadt werden, unter Einbeziehung der Bali-Therme, der Norden zur »Sport-Region«.

Sein Leib- und Magen-Thema bleibt aber das Freibad, das er, wie mehrfach berichtet, als Hybridbad ausbauen lassen würde, beispielsweise mit einer Edelstahlwanne im 50-Meter-Schwimmerbecken. Als »ökologische Sauerei« bezeichnet er, dass seinem Kenntnisstand nach Bäume im Siel für das neue Hallenbad gefällt werden sollen.

Wie in der Wirtschaft vom Kunden her denken, so wünscht sich Werner Birtsch das Handeln des Stadtrats, übertragen auf Bürger: »Wie in der Projektarbeit muss es ein Pflichtenheft geben, das abgearbeitet wird. Und Module werden je nach Sachstand angepasst.«

SPD-Parteiordnungsverfahren droht

Seit etwa 20 Jahren ist Werner Birtsch Mitglied in der SPD. Mit seiner Kandidatur für das Bürgermeisteramt in Bad Oeynhausen habe er selbst dazu beigetragen, dass ein Parteiordnungsverfahren auf ihn zukommt, bestätigt Olaf Winkelmann, Vorsitzender der SPD-Fraktion, auf Anfrage.

Im März habe ihn Werner Birtsch über den Wunsch, als SPD-Kandidat anzutreten, informiert. Daraufhin habe Olaf Winkelmann auf zwei Möglichkeiten verwiesen: 1. Werner Birtsch hätte sich – neben Achim Wilmsmeier – in einem SPD-Aufstellungsverfahren der Delegiertenkonferenz stellen können; 2. Als Einzelkandidat riskiert er als Sofortmaßnahme das Parteiordnungsverfahren des SPD-Landesvorstands – wegen unsolidarischen Verhaltens. Die Entscheidung dazu stehe noch aus. »Das ist sehr bedauerlich. Ich selbst hatte ihn damals überredet, in die SPD einzutreten«, sagt Olaf Winkelmann.

Unterlagen müssen bis 16. Juli 2020 vorliegen

Als Kandidat für das Bürgermeisteramt kann sich grundsätzlich jeder Wahlberechtigte aufstellen lassen, bestätigt Kerstin Vornheder, Leiterin des Stabsbereichs I (Bürgermeister-, Ratsbüro) der Stadt. Bis zum 16. Juli 2020 muss Werner Birtsch dem Wahlleiter in Bad Oeynhausen 220 Unterschriften von Unterstützern sowie die vollständigen Unterlagen vorlegen. Die Zahl ergibt sich aus der Anzahl der 44 Ratsvertreter mal fünf. Entscheidend ist für eine Zulassung nicht die persönliche, berufliche oder fachliche Qualifikation. Dagegen müssen Kandidaten für die freiheitlich-demokratische Grundordnung eintreten.

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