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Versammlung zur Zukunft der Gemeinde Rehme – neues Presbyterium ist extrem wichtig

Wie soll es in Rehme weitergehen?

Bad Oeynhausen-Rehme (WB). Die Gemeinde Rehme befindet sich bereits seit einiger Zeit in einem Schwebezustand: Es gibt kein Presbyterium und auch keinen festen Pfarrer. Wie es langfristig weitergehen soll, ist noch unklar. In einer Gemeindeversammlung unter dem Motto »Karten auf den Tisch« sind die Gemeindemitglieder nun über die Zukunftsperspektive aufgeklärt worden.

Freya Schlottmann

Superintendent Andreas Huneke (rechts) hört sich die Fragen von Hans Freymuth an. Bei der Gemeindeversammlung hat Huneke Fragen dazu beantwortet, wie es zukünftig mit der pastoralen Versorgung in Rehme aussehen könnte. Foto: Freya Schlottmann

Und diese sieht nicht unbedingt rosig aus, wie Uwe Henke vom Kreiskirchenamt und Superintendent Andreas Huneke bei der ersten Versammlung zur Zukunft der Gemeinde Rehme in der Laurentiuskirche am Sonntag nach dem Gottesdienst verdeutlichten.

Ein Zukunftsproblem aller Gemeinden sei dabei das Finanzielle: Da immer weniger Berufstätige Kirchensteuern zahlen würden, die für die Finanzierung der Gemeinden besonders wichtig sind, sei unklar, wie die Kirche auf Dauer die Gebäude- und Personalkosten bezahlen soll. »Seit einem dreiviertel Jahr sind die Kirchenaustritte nämlich sprunghaft angestiegen«, sagte Andreas Huneke. Vor allem in den Gruppen der 25- bis 30-Jährigen sowie 50- bis 60-Jährigen seien die Austrittszahlen enorm geworden.

Der Kirchenkreis unterhält zu viele Gemeindehäuser und Kirchen

Zudem gebe es im Kirchenkreis – so auch in Rehme – zu viele Kirchen und Gemeindehäuser, die extreme Kosten verursachten und für die Anzahl der Gemeindemitglieder überdimensioniert seien. »Seit 1950 haben sich die Mitgliederzahlen schließlich allein in der Rehmer Gemeinde fast halbiert«, berichtete der Superintendent den etwa 50 Anwesenden der Versammlung. Im Jahr 2018 gehörten nur noch 3387 Mitglieder der Gemeinde Rehme an – Tendenz weiter sinkend. Auch in anderen Gemeinden sähen diese Zahlen nicht besser aus.

Und das birgt ein weiteres Problem: Denn um die finanzielle Waage auch bei dem Hauptkostenfaktor des Kirchenkreises, den Personalkosten, halten zu können, müssten auf eine Pfarrstelle, wie beispielsweise in der Gemeinde Rehme, mindestens 3500 Mitglieder gezählt werden. »Neue Mitglieder zu gewinnen, ist aber extrem schwierig«, sagte Uwe Henke. Die Kirche sei deshalb in der Pflicht, mit dem Wandel der Zeit zu gehen, sich weiterzuentwickeln, neue Wege zu finden und dabei auch auf die Synergieeffekte der Gemeinschaft zu setzen.

Pfarrer Lars Kunkel schlug diesbezüglich für Bad Oeynhausen vor zu überlegen, wie die einzelnen Gemeinden zusammenarbeiten könnten. In puncto Kosten könnte man beispielsweise, anstatt viele einzelne Gemeindehäuser zu betreiben, einige zentrierte Gebäude in den Fokus nehmen und diese verstärkt fördern. »Wir müssen uns gemeinsam diesem Problem und dieser Aufgabe stellen, wie es weitergehen soll. Die Grenzen dafür sind nur in unseren Köpfen«, sagte Kunkel.

Ohne ein Presbyterium läuft nichts

Damit die Rehmer Gemeinde einen Veränderungsprozess mittragen kann, sei allerdings zuerst ein handlungsfähiges Presbyterium vonnöten, sagte Uwe Henke. Und damit wäre man beim dritten Problem: Ein Presbyterium gibt es in Rehme nämlich seit 2017 nicht mehr. Petra Schmuck, Pfarrerin im pastoralen Dienst im Übergang in Rehme , Veranstaltungsmoderatorin Kerstin Neddermeyer und Gemeindepädagogin Ingrid Wilmsmeier, die gemeinsam mit Huneke, Kunkel und Henke bei der Veranstaltung informiert haben, appellierten deshalb an die Anwesenden, sich mehr in der Gemeinde zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen.

Sollten bei den Wahlen des Presbyteriums im kommenden März die zehn Stellen nämlich nicht besetzt werden, sei der eigenständige Fortbestand der Gemeinde Rehme auf Dauer nicht zu gewährleisten, verdeutlichte Andreas Huneke.

Bei der Gemeindeversammlung konnten die Anwesenden nach einer Informationsrunde auch mit den Rednern ins Gespräch kommen, Fragen stellen, Anregungen geben und diskutieren.

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