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Informationsbroschüre der Stadtwerke Bad Oeynhausen liefert Hintergrundwissen

Wie wird Trinkwasser enthärtet?

Bad Oeynhausen (WB). Der erste Ratsbürgerentscheid in der Geschichte Bad Oeynhausens rückt näher.  Am Sonntag, 24. September, haben mehr als 40 000 Abstimmungsberechtigte die Gelegenheit, über die Errichtung einer zen­tralen Trinkwasserenthärtung zu entscheiden. Wichtige Hintergrundinformationen haben die Stadtwerke Bad Oeynhausen in einem Flyer zusammengefasst.

Malte Samtenschnieder

Bei einem Ratsbürgerentscheid am Sonntag, 24. September, können mehr als 40 000 Abstimmungsberechtigte über eine zentrale Trinkwasserenthärtung entscheiden. Hintergrundinformationen haben die Stadtwerke in einem Flyer zusammengefasst. Foto: Foto: Florian L./pixelio.de

Nach Auskunft der Stadtwerke Bad Oeynhausen werden in diesen Tagen 26.500 Exemplare der Informationsbroschüre an alle städtischen Haushalte versandt. Zusätzlich wird der Flyer in öffentlichen Gebäuden ausgelegt. Darin sind zehn Fragen und Antworten rund um die zentrale Trinkwasserenthärtung zusammengefasst.

So erfährt der Leser etwa, dass sich der Härtegrad des Wassers nach der Höhe des Anteils von Calciumcarbonat richtet. Die Härtebereiche sind folgendermaßen definiert: weich – weniger als 8,4 Grad deutscher Härte (dH), mittel – 8,4 bis 14 Grad dH, hart – mehr als 14 Grad dH. Für Bad Oeynhausen sind folgende Härtegrade ermittelt worden: 20 bis 22 Grad dH nördlich der Werre und 22 bis 24 Grad dH südlich der Werre. Ziel der zentralen Trinkwasserenthärtungsanlage ist es, den Härtegrad des Trinkwassers auf einen mittleren Härtegrad zu reduzieren.

Schnellenthärtung und Umkehrosmose geplant

Aufgrund der unterschiedlichen Bezugsquellen sowie der vorhandenen Rohrnetzstruktur ist der Bau von zwei Trinkwasserenthärtungsanlagen im Stadtgebiet erforderlich. Für den Nordbereich ist in Bergkirchen eine Schnellenthärtung und für den Südbereich in Rehme eine Umkehrosmose vorgesehen.

»Bei der Schnellenthärtung wird ein Teil des Wasserhärte bildenden Kalkes durch die Zugabe von Calciumhydroxid entfernt«, heißt es in dem Flyer. Die dabei entstehenden Kalkpellets könnten in der Landwirtschaft oder im Straßenbau verwertet werden.

Bei der Umkehrosmose werde das Wasser durch verschiedene Filter und Membranen geleitet. Calcium, Magnesium, Sulfat und Chloride würden so zurückgehalten. Um dies zu erreichen, sei ein Wassermehrverbrauch von bis zu 15 Prozent zu veranschlagen. Das aus der Umkehrosmose resultierende Prozesswasser werde in die Weser eingeleitet. »Die geltenden Richtwerte für die Einleitungsgenehmigung sind wesentlicher Bestandteil der Planungen«, führen die Stadtwerke dazu aus.

Investitionsvolumen beträgt fünf Millionen Euro

 Für den Bau der Anlagen mit einem Investitionsvolumen von etwa fünf Millionen Euro, den Betrieb und die Unterhaltung werde sich der Wasserpreis um voraussichtlich 0,30 Euro pro Kubikmeter erhöhen. »Bei wesentlich höheren Angebotspreisen wird die Ausschreibung aufgehoben und zu einem späteren Zeitpunkt wiederholt«, ist in dem Flyer zu lesen. Den Mehrkosten stünden Einsparungen etwa durch längere Nutzungszeiten von Haushaltsgeräten oder durch Reduzierungen des Waschmittel- und Reinigungsmittelverbrauchs gegenüber.

Nur wenn sich beim Ratsbür­gerentscheid die Mehrheit für die Trinkwasserenthärtung entscheidet, wird diese nach Angaben der Stadtwerke auch realisiert. Die reine Bauzeit werde auf 18 Monate kalkuliert, so dass sich einschließlich der Ausschreibungsphase eine Gesamtprojektzeit von mindestens zwei Jahren ergebe.

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