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Nach Razzia in Diakonischer Einrichtung: Erste Ergebnisse gibt es erst in drei Monaten

Wittekindshof: Staatsanwalt rechnet mit langem Verfahren

Bad Oeynhausen (WB). Zehn Stunden hat die Durchsuchung des Wittekindshofs in Bad Oeynhausen am Dienstagabend gedauert. Dabei wurden Akten und Datenträger sichergestellt. Staatsanwalt Christoph York rechnet mit einem langen Verfahren.

Florian Weyand

Etwa 70 Ermittler haben am Dienstag den Wittekindshof in Bad Oeynhausen durchsucht. Die Razzia dauerte mehr als zehn Stunden. Foto: Rajkumar Mukherjee

Die sichergestellten Dokumente sollen in den kommenden Monaten von der elfköpfigen Sonderkommission »Herbst« ausgewertet werden. Zudem seien Vernehmungen von Mitarbeitern, Bewohnern und Angehörigen geplant, so dass ein langes Verfahren auf die Staatsanwaltschaft zukommt. »Mit einer ersten Bilanz ist erst in drei Monaten zu rechnen«, sagt der Staatsanwalt.

Ermittlungen gegen einen 55-jährigen leitenden Mitarbeiter

Die Staatsanwalt Bielefeld ermittelt gegen einen Mitarbeiter der Diakonischen Stiftung Wittekindshof wegen des Vorwurfs der Freiheitsberaubung. Es bestehe der Anfangsverdacht, dass der Leiter des Geschäftsbereichs 4 in der »Heilpädagogischen Intensivbetreuung« Zwangsmaßnahmen angeordnet habe, ohne dass ein richterlicher Beschluss vorlag.

Dem 55-jährigen Mann wird demnach vorgeworfen, Bewohner über längere Zeit in ihrem eigenen Zimmer eingeschlossen und in einem weiteren extra eingerichteten Raum fixiert zu haben. Bei der Durchsuchung der Gebäude sammelten die etwa 70 Ermittler daher auch Eindrücke, wie die Bewohner derzeit in Bad Oeynhausen untergebracht sind.

Ermittler dokumentierten Zustand der Einrichtung

»Wir haben den aktuellen Zustand dokumentiert und geschaut, ob aktuell freiheitsentziehende Maßnahmen festzustellen sind«, sagt Christoph York. Das könne man verneinen. Wenn so eine Situation vorgefunden worden sei, dann habe es einen richterlichen Beschluss gegeben.

Die 1887 gegründete Stiftung Wittekindshof mit Sitz in Bad Oeynhausen unterstützt nach eigenen Angaben jährlich rund 5.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsen mit Behinderung sowie seelischen und psychischen Erkrankungen in den Regionen Ostwestfalen, Münsterland und im Ruhrgebiet. In NRW unterhält die Stiftung aktuell über 100 Einrichtungen in 16 Städten.

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