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Europaschule und Immanuel-Kant-Gymnasium verfolgen in Bad Oeynhausen verschiedene Ansätze bei Überbrückung des Lockdowns

Zwei Konzepte für Distanzunterricht

Bad Oeynhausen

Für die Umsetzung des Distanzunterrichts während des bis zum 31. Januar verlängerten Lockdowns gibt es verschiedene Ansätze. Dies wird etwa beim Vergleich der Konzepte der Europaschule und des Immanuel-Kant-Gymnasiums (IKG) deutlich.

Malte Samtenschnieder

Beim Distanzunterricht verfolgen die Schule verschiedene Konzepte. In allen Fällen sind Computer oder Tablets sowie stabile Internetverbindungen ein Muss. Foto: Claus Brand

„Von diesem Mittwoch an wird für alle Jahrgangsstufen Digitalunterricht nach Stundenplan erteilt“, sagte Dirk Rahlmeyer, Leiter der Europaschule, am Montag im Gespräch mit dieser Zeitung. Dabei komme die Schulsoftware MNSpro zum Einsatz. Falls ein Kollege krankheitsbedingt ausfalle, sei zudem digitaler Vertretungsunterricht vorgesehen.

Um vergleichbare Unterrichtsstandards zu gewährleisten, hätten alle Lehrer didaktische und methodische Handreichungen zur Durchführung des Digitalunterrichts erhalten. Dirk Rahlmeyer: „Ich bin optimistisch, dass wir viele Dinge, bei denen es im vergangenen Jahr noch gehakt hat, inzwischen beheben konnten.“ Auch hätten die Schüler inzwischen wichtige Prinzipien des Digitalunterrichts verinnerlicht.

„Wenn 25 Schüler an einer Videokonferenz teilnehmen, können ja nicht alle durcheinander reden“, sagte der Schulleiter. Also seien Regeln dafür eingeführt worden, wie sich jemand bemerkbar machen könne, der etwas sagen wolle: „Man kann den Arm heben, winken oder über die Software eine Nachricht schicken.“

Das für die Jahrgänge 5 und 6 obligatorische Vor-Ort-Betreuungsangebot sei am ersten Tag nur von drei Schülern genutzt worden. Diese seien zu einer Gruppe zusammengefasst worden.

Die meisten Europaschüler seien technisch für den Digitalunterricht gerüstet. „Wir haben etwa 40 Tablets im Umlauf. Und in den nächsten Tagen kommen weitere Leihgeräte dazu“, sagte Dirk Rahlmeyer.

Als eine neue Herausforderung komme in der bevorstehenden Phase des Distanzunterrichts hinzu, dass die Schüler zum Verfolgen des digitalen Unterrichts zu Hause stabiles WLAN benötigen. Der Schulleiter: „Ansonsten wird sich mancher am Monatsende wundern, dass sein Prepaid-Datenvolumen aufgebraucht ist.“

Nicht auf Digitalunterricht nach Stundenplan, sondern auf Distanzunterricht nach Wochenplan setzt das Immanuel-Kant-Gymnasium. Zentrales Kommunikationsmittel ist Microsoft Teams. „Das Stellen der Aufgaben erfolgt für alle Fächer mittwochs, die Ergebnisse müssen bis Dienstag, 18 Uhr, eingereicht werden“, sagte Annett Vetter, kommissarische Leiterin des IKG, am Montag im Gespräch mit dieser Zeitung.

„Präsenzunterricht ist durch nichts zu ersetzen – auch nicht durch Videokonferenzen“, erläuterte Annett Vetter. Mit dem Wochen-Pensum verfolge das Gymnasium das Ziel, dass sich die Schüler ihre Aufgaben in zu bewältigende Portionen einteilen können. Dabei sei es wichtig, den Überblick zu behalten und sich die Zeit vernünftig einzuteilen.

Selbstverständlich könne der jeweilige Fachlehrer zu festgelegten Zeiten per Telefon, E-Mail oder auch Teams erreicht werden. Annett Vetter: „Ich habe meinen Schülern zum Beispiel mitgeteilt, dass sie mich auf jeden Fall erreichen können, wenn sie laut Stundenplan sonst bei mir Unterricht hätten.“

Besonders im Blick hat die kommissarische Schulleiterin die jüngsten und die ältesten Schüler. „Für die Vor-Ort-Betreuung der Jahrgänge 5 und 6 sind in dieser Woche sieben Kinder angemeldet“, sagte Annett Vetter. Mehr Sorgen als um die Lernanfänger mache sie sich aber um die Abiturienten.

Dass durch den aktuellen Lockdown drei Wochen Präsenzunterricht entfallen, ist laut Annett Vetter für die Abschlussschüler nicht so ohne Weiteres wegzustecken. Kopfzerbrechen bereite ihr zudem, dass aktuell niemand sagen könne, wie es vom 1. Februar an in den Schulen weitergehe.

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