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Verein JFK holt „Lazuli“ und „Celtica“ in die Gemeinde – Klangerlebnisse  reißen  Publikum mit

Bands setzen Stemweder Kultur-Höhepunkte

Stemwede

Voll angelaufen – wie in Zeiten vor der Corona-Pandemie – ist das Kulturprogramm des Vereins für Jugend, Freizeit und Kultur Stemwede (JFK). Der Veranstalter freut sich über den Erfolg seiner beiden jüngsten Konzerte.

Die Band „Lazuli“ aus Frankreich sorgte im Life House für atemberaubende Klänge. Foto: Wilhelm Lindemann

Mit „Lazuli“ aus Frankreich erlebten die Besucher eine außergewöhnliche Band und atemberaubende Klangwelten. Der musikalische Horizont ging weit über Progressive Rock hinaus. Fingen die Stücke teilweise leise an und erinnerten an Folk und Weltmusik, so türmten sich unvermittelt Klangwelten auf, die in einen eigenen Kosmos entführten. Bei aller Komplexität der Rhythmen verloren sie aber nichts an ihrer Leichtigkeit. „Lazuli“ bestätigten damit ihren Ruf als eine außergewöhnliche Live-Band. Kein Wunder, dass sie das Publikum von Anfang in ihren Bann zogen und begeisterten.

„Lazuli“ mit speziellen Musikinstrumenten. Foto:

Sänger und Gitarrist Dominique Lonetti, der die Gruppe vor mehr als 20 Jahren gründete, führte gekonnt durch den Abend. Mal auf der akustischen Gitarre, aber auch auf der E-Gitarre brachte er die Songs mit seiner beeindruckenden Stimme ins Publikum. Auch wenn er kein Deutsch spricht, las es von vorbereiteten Zetteln, um das Publikum mitzunehmen, was ausgesprochen sympathisch rüberkam. Dazu kam die außergewöhnliche Instrumentierung von „Lazuli“. Neben den hervorragend gespielten Keyboards und dem Rhythmus angebenden Schlagzeug zusammen mit anderen Percussion-Instrumenten zog die Léode die Blicke des Publikums auf sich. Das Instrument ist ein einzigartiges Unikat, das von „Lazuli“ eigens entwickelt wurde. Vom Sound her war es eine Mischung aus Gitarre, Synthesizer und singender Säge, die dem Sound der Band eine eigene Note verpasste.

„Lazuli“ beim Auftritt in Wehdem. Foto:

Den absoluten Höhepunkt des Konzerts erlebten die Besucher bei der Zugabe. Ein bis dahin kaum wahrnehmbares großes Marimbaphon wurde in die Mitte der Bühne getragen und alle fünf Musiker spielten gleichzeitig. Wie schon das ganze Konzert über strotzten die Musiker dabei vor lauter Spielfreude. Das Publikum war begeistert und unterhielt sich noch lange mit den Musikern, die auch nach dem Konzert den Kontakt zu den Gästen suchten.

Fackelnde Drumsticks beim Stemweder Konzert von „Celtica“. Foto: Wilhelm Lindemann

Nicht minder begeistert waren die Besucher des Konzerts von Celtica: Zwei Great Highland Backpipes rockten die Sommerbühne des JFK Stemwede. Fackelnde Drumsticks gaben einen treibenden Rhythmus vor, als die Pipes, mit mächtigen Fackeln illuminiert, auf ein eindrucksvolles Konzert einstimmten. Als Gitarrist und Bandgründer Gajus Stappen dann die Drumsticks zur Seite legte, in die Saiten griff und knallharte Rockriffs in die Menge schleuderte, brandete die Begeisterung sofort auf. Stillsitzen und stehen war vorher. Feuer und Flamme gab es nicht nur auf der Bühne, sondern auch beim Publikum.

Ernesto Gongora von der Band Celtia beim Auftritt in Stemwde Foto: Wilhelm Lindemann

Überragend bei „Celtica“ erwies sich Ernesto Gongora aus Mexico City, der als erster mittelamerikanischer Dudelsackspieler die All Ireland Solos Championship als bester Dudelsack-Spieler gewann und als einer der weltbesten Dudelsackspieler gilt. Neben der Great Highland Backpipe sorgte er für jede Menge Whistle- und Flötentöne, was der Musik eigene Impulse verlieh und für einige ruhige Momente sorgte.

"Celtica" und die Dudelsäcke... Foto:

Neben den fast ausschließlich selbst komponierten Stücken „Whiskey in the Jar“ nicht fehlen, so dass die Besucher aus vollem Munde mitsangen. Doch es gab nicht volle Pulle Rockmusik; Mit „Amazing Grace“ und einem Ausflug zu Beethovens „Freude schöner Götterfunken“ zeigten „Celtica“ ihre Vielfalt. Doch auch nachdenkliche Worte kamen von Gajus Stappen, der an die befreundete Band „Irdorath“ aus Belarus erinnerte, die in Haft sitzt, weil sie Dudelsack als Protest gegen Lukaschenko spielte. Stappen forderte die Besucher auf, die Lichter ihrer Handys anzumachen und als ein Zeichen der Solidarität in die Welt zu senden.

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