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Steuererklärung 2021: Finanzamt Lübbecke informiert über aktuelle Entlastungen

Bürger profitieren von Änderungen

Lübbecke

Für die Einkommensteuererklärung für 2021 haben sich steuerliche Änderungen ergeben, die die Bürger finanziell entlasten. Das teilt das Finanzamt Lübbecke mit.

Die Feststellungserklärung zur Grundsteuer muss ab diesem Jahr elektronisch eingereicht werden. Foto: Jens Büttner/zb/dpa

„Für viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer lohnt sich die Abgabe einer Steuererklärung, denn meist können sie mit einer Erstattung rechnen“ erklärt Barbara Busse-Vorwerck, Leiterin des Finanzamts Lübbecke. Alleinerziehende, Eltern und ehrenamtlich tätige Menschen profitieren von Verbesserungen.

Freibeträge

Der Grundfreibetrag ist um 336 Euro auf 9744 Euro pro Person gestiegen. Bis zu diesem Betrag bleibt das Einkommen steuerfrei.

Der Freibetrag für Kinder und für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf steigt auf insgesamt 4194 Euro für jedes Elternteil.

Der Steuerfreibetrag für Einnahmen als Übungsleiter bei einem gemeinnützigen Verein wurde von 2400 auf 3000 Euro erhöht. Die Ehrenamtspauschale steigt von 720 auf 840 Euro.

Spendennachweise

Die Grenze für den „vereinfachten Zuwendungsnachweis“ für Spenden wurde von 200 auf 300 Euro angehoben. Darunter ist keine Spendenbescheinigung erforderlich (Kontoauszug oder Überweisungsbeleg genügen).

Pauschalen

Der Pauschbetrag für Menschen mit Behinderungen wurde verdoppelt. Erstmals wird auch ein Pauschbetrag ab einem Grad der Behinderung von mindestens 20 Prozent gewährt. Zudem wird insgesamt auf zusätzliche Anspruchsvoraussetzungen verzichtet.

Darüber hinaus ist der Pflege-Pauschbetrag für hilflose Menschen oder Menschen die in den Pflegegrad 4 oder 5 eingeordnet sind von 924 Euro auf 1800 Euro angehoben worden. Der pflegenden Person wird jetzt bei der häuslichen Pflege von Menschen mit Pflegegraden 2 oder 3 ein Pauschbetrag in Höhe von 600 Euro beziehungsweise 1100 Euro gewährt.

Die als Werbungskosten abziehbare Entfernungspauschale für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte steigt ab dem 21. vollen Kilometer von bisher 0,30 Euro auf 0,35 Euro je Entfernungskilometer. Bei der Homeoffice-Pauschale können Arbeitnehmer, bei denen kein häusliches Arbeitszimmer vorliegt oder die auf einen Abzug der Aufwendungen für ein solches verzichten, ein pauschalen Betrag von fünf Euro für jeden Kalendertag, an dem die gesamte betriebliche oder berufliche Tätigkeit ausschließlich in der häuslichen Wohnung ausgeübt wurde, als Werbungskosten ansetzen (höchstens 600 Euro im Kalenderjahr). Mangels Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte kommt an diesen Tagen ein Abzug von Fahrtaufwendungen nicht in Betracht.

Die Nutzungsdauer von beruflich genutzten Computern sowie Zubehör und Software wurde von drei Jahren auf ein Jahr verkürzt. Ausgaben können mit einer einjährigen Nutzungsdauer und gegebenenfalls anteiliger beruflicher Nutzung sofort abgeschrieben werden.

Das Finanzamt berücksichtigt bei der Bearbeitung der Steuererklärung automatisch einen Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1000 Euro. Sollten die Werbungskosten (wie Arbeitsmittel, Entfernungs- oder Homeoffice-Pauschale) insgesamt unter 1000 Euro im Jahr liegen, brauchen diese Kosten nicht im Einzelnen angegeben werden.

Grundsteuer

Das Finanzamt weist auf die Vorzüge der Online-Finanzamtes Elster hin. „Darüber können unter anderem die Feststellungserklärungen für die Berechnung der Grundsteuer abgegeben werden“, erklärt Busse-Vorwerck. „Eigentümer von Grundstücken und von Betrieben der Land- und Forstwirtschaft müssen diese in diesem Jahr elektronisch bei den Finanzämtern abgeben. Wer noch kein ‚Elster‘-Konto hat, sollte sich daher jetzt unter www.elster.de registrieren. Die Feststellungserklärung kann auch über den Zugang von nahen Angehörigen abgegeben werden.“

Ab Mai erhalten die Eigentümer ein individuelles Informationsschreiben von der Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen mit Daten, die der Finanzverwaltung vorliegen und die für die Erstellung der Feststellungserklärung hilfreich sind. Die Erklärung ist vom 1. Juli bis zum 31. Oktober 2022 elektronisch einzureichen. Ab 2025 ist der neu festzustellende Grundsteuerwert maßgeblich für die Grundsteuer. Mehr

Info unter www.grundsteuer.nrw.de.

Das Finanzamt Lübbecke hat die telefonischen Servicezeiten erweitert: montags bis donnerstags von 7 bis 20 Uhr und freitags von 7 bis 16 Uhr.

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