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Equal Pay Day: Stadt Preußisch Oldendorf wirbt für gleiche Bezahlung von Frauen

Bürgermeister hält Filmtipp bereit

Preußisch Oldendorf

Die Digitalisierung ist in vollem Gange und wird in den folgenden Jahren alle Lebensbereiche grundsätzlich verändern – wie wir kommunizieren, uns informieren, konsumieren und vor allem: wie wir arbeiten. „Equal Pay 4.0 – gerechte Bezahlung in der digitalen Arbeitswelt“ lautet deshalb das Motto der diesjährigen Kampagne, an der sich traditionell die Stadt Preußisch Oldendorf beteiligt.

Bürgermeister Marko Steiner (von links), Magro-Filialleiterin Nicole Drumann und Gleichstellungsbeauftragte Andrea Kneller fordern faire Einkommen für Frauen und Männer. Foto: Stadt Preußisch Oldendorf

Der Equal Pay Day (EPD; deutsch: der Tag der gleichen Bezahlung) markiert symbolisch den geschlechtsspezifischen Entgeltunterschied, der laut Statistischem Bundesamt aktuell in Deutschland 18 Prozent beträgt. Umgerechnet ergeben sich daraus 66 Tage (18 Prozent von 365 Tagen), die Frauen zum Jahresanfang unentgeltlich arbeiten müssen. Mit der Rente wächst die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen sogar auf 53 Prozent Unterschied in den Alterssicherungseinkommen.

Die digitale Entwicklung bringt eine beschleunigte Dynamik in den Arbeitsmarkt. Neue, agile Arbeitsformen, mobiles und flexibles Arbeiten, aber auch technische und digitale Lösungen für körperlich schwere Arbeiten bergen Chancen für mehr Gleichstellung auf dem Arbeitsmarkt. Damit Frauen ihre Chancen am digitalisierten Arbeitsmarkt erkennen und nutzen können, müssen die Rahmenbedingungen stimmen: etwa ein gleichberechtigter Zugang zu digitaler Bildung, heißt geschlechterneutrale Konzepte für Aus- und Weiterbildung, für berufliche Beratung und digitale Arbeitsprozesse sowie mobile und flexiblere Arbeitsformen.

Rund um den Aktionstag, in der Woche vor und nach dem 7. März, bieten Gleichstellungsbeauftragte An­drea Kneller und Filialleiterin Nicole Drumann einen kontaktlosen Infostand im Kaufhaus Magro an. Interessierte können sich hier mit kostenlosen Informationsmaterialien versorgen. Zudem wird sich die Magro-Filiale in Preußisch Oldendorf mit einer weiteren Aktion beteiligen. Für Bürgermeister Marko Steiner ist es eine Selbstverständlichkeit, faire Einkommen für Frauen und Männer zu schaffen. Er hat einen Filmtipp parat, der zeigt, dass es eine Frage der Gerechtigkeit ist, Lohnungleichheit zu durchbrechen: „Keiner schiebt uns weg“ ist eine deutsche Sozialkomödie, die vom Schicksal der Heinze-Frauen, den weiblichen Beschäftigten des ehemaligen Foto-Unternehmens Heinze inspiriert wurde. 1981 erstritten sie vor dem Bundesarbeitsgericht in Kassel in dritter Instanz die gleiche Bezahlung wie ihre männlichen Kollegen. Der Fernsehfilm ist in der ARD-Mediathek abrufbar.

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