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Pohlsche Heide soll Vorreiter für Recycling-Projekte werden – Landtagsabgeordnete Bianca Winkelmann:

„Ein echtes Leuchtturmprojekt“

Rahden/Hille

Die Begriffe „Müll“ und „Abfall“ kommen im Vokabular von Henning Schreiber nur noch sehr selten vor. „Stattdessen sprechen wir heute eher von Wertstoffen“, sagte der Geschäftsführer der Kreis-Abfall-Verwertungsgesellschaft Minden-Lübbecke (KAVG) bei einem Ortstermin der aus Rahden stammenden Landtagsabgeordneten Bianca Winkelmann (CDU) auf der Pohlschen Heide.

Landrätin Anna Katharina Bölling und Landtagsabgeordnete Bianca Winkelmann lassen sich von Lutz Freiberg die Anlage erklären. Foto:

Und Schreiber verdeutlichte damit zugleich, was auf der Deponie in Hille in den kommenden Jahren an Veränderungen geplant ist: Unter dem neuen und patentierten Namen „Smart Recycling Factory – Pohlsche Heide“ soll sich die Deponie künftig in einen Innovationsstandort für Kreislaufwirtschaft und regionale Wertschöpfung weiterentwickeln.

Bianca Winkelmann, Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, hat sich davon gemeinsam mit Landrätin Anna Katharina Bölling einen Einblick verschafft und das Gespräch mit den Verantwortlichen rund um Dezernent für Umwelt und Bauen, Lutz Freiberg, gesucht.

„Wir wollen mit der Smart Recycling Factory zum Vorreiter in Sachen zirkulärer Wirtschaft werden und so den Standort in Hille dauerhaft sichern“, sagte Freiberg. „Dort, wo früher lediglich Abfälle unterschiedlicher Herkunft und Art behandelt und zu großen Teilen dauerhaft deponiert wurden, wollen wir einen dynamischen Umschlagplatz für wiederverwertbare Rohstoffe und Entwicklungsort für innovative Recycling-Produkte schaffen.“

Bianca Winkelmann begrüßte das Vorgehen als „echtes Leuchtturmprojekt“ und betonte, dass die Idee genau zum richtigen Zeitpunkt komme: „Wir wollen das Landesabfallgesetz zu einem echten Kreislaufwirtschaftsgesetz reformieren. Es geht schlichtweg darum, unsere begrenzten Ressourcen von Kunststoff über Metall bis hin zu den seltenen Erden so sinnvoll wie möglich einzusetzen“, sagte die umweltpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion. „Ganz ohne Deponien werden wir vorerst nicht auskommen. Aber unser Ziel ist klar: Vermeintliche Abfälle sollen direkt in den Stoffkreislauf zurückkehren, statt als Reststoffe deponiert zu werden.“

Lutz Freiberg spricht deshalb auch gern von einem „großen Warenlager der Zukunft“, wenn es um die Pohlsche Heide geht. 130 Mitarbeiter arbeiten derzeit auf dem 27 Hektar großen Areal.

„Die Pohlsche Heide verfügt über eine große Anzahl modernster technologischer Anlagen zur Sortierung und Aufbereitung“, sagt KAVG-Geschäftsführer Henning Schreiber. „Insofern ist die Smart Recycling Factory eine konsequente Fortsetzung unserer bisherigen Arbeit.“

„Kommunal hat Zukunft“, findet Landrätin Anna Katharina Bölling und setzt gleichzeitig auf eine starke Einbindung von Wirtschaft und Wissenschaft. Sie sieht die kreiseigene KAVG mit dem Projekt auf einem guten Weg. „Hier entsteht ein wirkliches Zukunftsprojekt. Unser Ziel ist dabei neben dem Schutz von Ressourcen natürlich auch, dass wir den Bürgerinnen und Bürgern möglichst niedrige Müll-Gebühren ermöglichen.“

Sarah Golcher ist die zuständige Projektleiterin für die Smart Recycling Factory und erklärte, dass es bei dem Projekt insgesamt um deutlich mehr gehe: „Wir wollen mit dem Projekt auch schon die junge Generation für die Umweltthemen sensibilisieren. Zu diesem Zweck ermöglichen wir am Standort ganzheitliches Lernen und bauen beispielsweise ein mobiles Klassenzimmer und Labor für Schulklassen.“

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