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Ausschuss: Politiker gewähren 275.000 Euro für Flüchtlingshilfe in Espelkamp

Auswirkungen direkt vor Ort

Espelkamp

Die Stadt Espelkamp gibt außerplanmäßige Mittel in Höhe von 275.000 Euro frei. Die soll der Hilfe für Ukraine-Flüchtlinge dienen. Die Politik hat im Ausschuss für die Freigabe grünes Licht gegeben.

Von Felix Quebbemann

Wohncontainer Hindenburgring in Espelkamp. Foto: Felix Quebbemann

Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. Nach diesem Prinzip ist der Sozialausschuss am Dienstag verfahren. Denn die Mitglieder votierten einstimmig zum einen dafür, ein separates Sachkonto einzurichten, um Unterkünfte für Flüchtlinge aus der Ukraine möglichst schnell herzurichten. Auf dem Konto sollen 250.000 Euro bereitgestellt werden.

Zum anderen setzt die Verwaltung, wie auch schon bei der Flüchtlingskrise 2015/16, auf die Unterstützung der Ehrenamtlichen bei der Betreuung und Integration ukrainischer Flüchtlinge. Um den Ehrenamtlichen bei dieser Aufgabe zu helfen, soll im Bereich der „Sozialen Dienstleistungen“ ein Zuschuss von 25.000 Euro gewährt werden. Beide finanziellen Vorschläge wurden vom Sozialausschuss einstimmig befürwortet.

Bürgermeister Henning Vieker (CDU) machte zunächst deutlich, dass die „schrecklichen Vorkommnisse in der Ukraine direkte Auswirkungen vor Ort haben“. Friedrich Schumacher, Sozialamtsleiter, ergänzte, dass es natürlich durch die Flüchtlinge „überall zu großen Belastungen“ komme. Er bestätigte, dass Espelkamp seine Aufnahmequote übererfüllt habe. Eigentlich hätte die Stadt nur 203 Flüchtlinge aufnehmen müssen, laut gesetzlicher Vorgabe. Mittlerweile seien es aber schon 444 in diesem Jahr, bestätigte Schumacher die Zahlen, die Pressesprecher Torsten Siemon bereits im Gespräch mit dieser Zeitung bekannt gegeben hat. Der Sozialamtsleiter machte ebenfalls deutlich, dass sich die Flüchtlingswelle von der vor acht Jahren unterscheide. Kamen damals vorwiegend Männer nach Espelkamp, sind nun viele jüngere Menschen dabei. „Wir haben 49 Kinder unter sechs Jahre. Bei den 6 bis 17-Jährigen sind es 106“, sagte Schumacher im Saal des Bürgerhauses. Etwa die Hälfte der Flüchtlinge sei minderjährig.

Friedrich Schumacher

In insgesamt 60 Wohnungen habe die Stadt derzeit rund 259 Flüchtlinge untergebracht. 46 Unterkünfte – in ihnen wohnen 178 Flüchtlinge – gehörten der Aufbaugemeinschaft. Zehn Wohnungen seien im Besitz der Stadt, drei seien im privaten Besitz. Hinzu kämen noch die zwölf Wohneinheiten der Flüchtlingsunterkünfte am Hindenburgring. Der Großteil der Flüchtlinge aus der Ukraine sei immer noch privat untergebracht. „Wir bemühen uns, weitere Unterbringungsplätze zu finden“, sagte der Sozialamtsleiter.

So prüft die Stadt unter anderem, wie viele Menschen im Verwaltungsgebäude des ehemaligen Adient-Werkes am Brandenburgerring unterkommen könnten. Es sei aber „schlicht nicht möglich, den Flüchtlingen aus der Ukraine sofort eine Wohnung zur Verfügung zu stellen“. Mit den zusätzlichen finanziellen Mitteln, soll dies aber zumindest forciert werden. Das Thema wurde am Mittwoch ebenfalls im Hauptausschuss diskutiert. Auch dort fanden die außerplanmäßigen Ausgaben Zustimmung und wurden genehmigt.

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