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Frotheimer initiieren Blühwiesen-Projekt im Ort – 55 Haushalte machen mit

30 Kilo Saatgut gepflanzt

Espelkamp-Frotheim (WB). Mit kostenlosem Saatgut Blühwiesen in Frotheim anlegen, etwas für die Umwelt tun und mit dem Projekt am Wettbewerb „Dörfer mit Ideen 2020“ des Regionalforums im Kreis Minden-Lübbecke teilnehmen: Diese Idee hatte die Dorfgemeinschaft Frotheim im Frühjahr und hat das Projekt nun erfolgreich umgesetzt.

Jan Lücking

Sonja Schreiner (Heimelich Floristik – hinten, von links), Iris Stolle (stellvertretende Vorsitzende), Meik Blase (Kassierer) und Jens Heiderich (Vorsitzender, vorne) zeigen sich hoch erfreut über den Erfolg der Blühwiesen-Aktion. Foto: Jan Lücking

„Wir unterstützen mit der Frotheimer Dorfgemeinschaft seit vielen Jahren die ‚Aktion Saubere Landschaft‘. Aber im Vorstand waren wir uns einig, dass wir noch mehr für die Umwelt machen wollen. Dann kam uns die Idee, den Frotheimern kostenloses Saatgut zur Verfügung zu stellen, damit einjährige Blühwiesen in Frotheim angelegt werden können“, sagte der Dorfgemeinschaftsvorsitzende Jens Heiderich während der Pressekonferenz auf dem Frotheimer Dorfplatz.

„Biene sucht“

So war das Projekt „Biene sucht blühendes Frotheim“ geboren und sollte am 21. März auch im Gasthaus Rose in Vehlage zusammen mit den anderen Ideen der Wettbewerbsteilnehmer vorgestellt werden.

Dann aber kamen die Corona-Einschränkungen und alles verlief ganz anders. Am 9. September soll die Vorstellung des Projektes nun auf der Goethe Freilichtbühne in Porta Westfalica erfolgen. Das Abwiegen und Verteilen des Saatgutes wurde durch die Frotheimer Floristin Sonja Schreiner in ihrem Geschäft Heimelich Floristik ermöglicht. Angelegt wurden die Blühwiesen im April und Mai. Mehrfach sei von Sonja Schreiner dazu aufgerufen worden, das kostenlose Saatgut abzuholen, sagte Heiderich.

„Ich habe ebenfalls unter meinen Kunden für das Projekt geworben. Sie konnten das abgewogene Saatgut telefonisch bei mir bestellen und kontaktlos abholen“, sagte Schreiner. Insgesamt sind 30 Kilogramm Saatgut im Wert von 500 Euro an die Frotheimer Dorfbewohner verteilt worden. „Etwa 55 Haushalte haben sich an dem Projekt beteiligt. Das Motto der Dorfgemeinschaft ist auch immer: ‚Aus dem Dorf, für das Dorf‘ und so sollte mit dem Projekt, finanziert aus den Einnahmen der Dorfgemeinschaft, etwas an alle Frotheimer zurückgegeben werden“, sagte der Dorfgemeinschaftsvorsitzende.

Dezentral

Den Organisatoren sei es auch wichtig gewesen, etwas für die Umwelt, für die Bienen und Insekten zu tun, sagte Jens Heiderich. „Uns war es auch sehr wichtig, die Dorfbewohner mitzunehmen und etwas Dezentrales zu machen. Wir wollten nicht eine große Blühwiese anlegen, sondern an vielen Standorten das Saatgut in die Erde bringen“, sagte Heiderich.

So sollten sich die Frotheimer auch selbst ganz bewusst mit dem Anlegen der eigenen Blühwiese beschäftigen, erklärte der Dorfgemeinschaftsvorsitzende.

Blühwiesen mit einer Fläche von 20 Quadratmetern bis zu 1500 Quadratmetern seien durch das Projekt im Ort entstanden. „Biene sucht blühendes Frotheim“ sei von den Dorfbewohnern gut angenommen worden, „und den Teilnehmern war es wichtig, einen Beitrag für die Umwelt zu leisten“, sagte der Dorfgemeinschaftsvorsitzende.

Es fände auch ein Umdenken in der Bevölkerung statt. Viele wollten das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden, durch die Blühwiese etwas für die Umwelt tun und gleichzeitig weniger Rasen mähen müssen, erläuterte Heiderich.

Insektenfreundlichkeit

Auch Floristin Sonja Schreiner bestätigte im Gespräch, dass ihre Kunden verstärkt auf Bienenfreundlichkeit achteten. Die einjährigen Blühwiesen seien speziell für die Insekten gedacht. Zum Pflücken oder für die Blumenvase eigneten sich die Blumen eher weniger. „Wir würden das Projekt gerne im nächsten Jahr wieder initiieren, aber wir müssen das im Vorstand der Dorfgemeinschaft erst noch besprechen, sagte Jens Heiderich.

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