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Letzte Andacht des Ehepaars Seibel in der Alten Frotheimer Klus

Abschied mit "dürstender Seele"

Espelkamp

Die monatlichen Klusandachten des Ehepaars Seibel haben fast ein Jahrzehnt die Alte Klus geprägt, die immerhin schon 200 Jahre alt ist. Beinahe zehn Jahre und genau 99 Klusandachten liegen hinter Christiane und Hans-Dieter Seibel, die in der Zeit so etwas wie eine Fangemeinde gewonnen haben.

Von Andreas Kokemoor

Pfarrer Adalbert Detering (von links), Hans-Dieter Seibel, Christiane Seibel, Marcus Fromm und Marie-Luise Griepenstroh. Foto: Andreas Kokemoor

Ins Herz geschlossen

Auch die Seibels haben die Veranstaltung in ihr Herz geschlossen. Gerührt und bewegt hielt die ehemalige Schulleiterin des Söderblom-Gymnasiums und Prädikantin Christiane Seibel mit Ehemann Hans-Dieter Seibel am Samstag ihre letzte Klusandacht. Viele Wegbegleiter kamen, um ihre Worte zu hören und sie zu verabschieden. Aus privaten Gründen zieht es sie nach Wuppertal in die Nähe der Kinder.

Auch bei ihrem Abschied war die Klus mit 40 Personen wieder gefüllt. In der Andacht – jeweils am ersten Samstag im Monat – legte Christiane Seibel jeweils den so genannten Monatsspruch aus der Bibel aus. Der lautete diesmal: „Meine Seele dürstet nach Gott, dem lebendigen Gott.“ Seibel bezog diesen Satz auf die Gegenwart mit ihren schwierigen Seiten, in der viele Menschen ihre Sorgen vor Gott zum Ausdruck bringen. Seibel nahm Bezug auf das Neue Testament (Johannes 4:14), in dem Jesus spricht: „Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben.“

Marie-Luise Griepenstroh

Seibel ging wie immer ausführlich und aktuell auf die Psalmen des alten Testamentes ein, die eigentlich gar keine Predigttexte sind, sondern vielmehr Gebete. Gerne hätte Jens Heiderich, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Frotheim, die Betreiber der Alten Klus ist, persönlich einige Worte zum Abschied des Ehepaars gesprochen. Da er jedoch im Urlaub weilt, übernahmen die Klusbeauftragten Marie-Luise Griepenstroh und Marcus Fromm diese Aufgabe.

Griepenstroh ging auf den Monatsspruch ein. Wasser sei nicht selbstverständlich. Die Worte von Seibel seien aber immer Nahrung fürs Gemüt gewesen. „Sie haben mit ihren regelmäßigen Andachten die Alte Klus mit Leben gefüllt.“ Dank dem Ehepaar Seibel sei die Alte Klus bis über die Kreisgrenzen hinaus bekannt. Griepenstroh und Fromm dankten den Seibels für ihr Engagement und die Unterstützung der Dorfgemeinschaft in der Arbeit für die Klus. Sie wünschten dem Ehepaar in ihrer neuen Heimat Wuppertal alles Gute.

"Freudiger Grundton"

Pfarrer Adalbert Detering dankte im Namen der Kirchengemeinde Isenstedt-Frotheim. Er sprach im Sinne aller, die den Seibels gerne zugehört haben, als er sagte: „Ihre Klus-Andachten sind bereichernd gewesen.“ Meistens seien die Andachten von einem freudigen Grundton geprägt gewesen, humorvoll, weise und zupackend. „Was machen wir mit den Klusandachten?“, fragte Adalbert Detering am Ende. Er sowie die beiden Klusbeauftragten sind sich sicher, dass es weitergeht.

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