1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Espelkamp
  6. >
  7. Abschied von der »Alten Lady«

  8. >

Espelkamper Rat stimmt geschlossen für neue Freibad-Pläne

Abschied von der »Alten Lady«

Espelkamp (WB). Die Pläne für den Umbau des Waldfreibades haben nun auch den Rat Espelkamp souverän und einstimmig passiert (wir berichteten gestern). Klaus Hagemeier, Vorstand der Stadtwerke AöR, betonte in der Sitzung, dass es »viel Kraft gekostet hat und intensive Gespräche geführt wurden«.

Felix Quebbemann

Der Entwurf für das neue Freibad. Die Insel ist verschwunden. Eine Halbinsel teilt das Schwimmer- vom Nichtschwimmerbecken. Im Bad befinden sich unter anderem eine Action-Schaukel, Brodelbucht, Sprungtürme und Nackenschwalldüsen.

Heinrich Brinkhus vom zuständigen Architektenbüro Geising und Böker stellte die Pläne für das neue Erlebnis-Freibad in der Ratssitzung am Mittwochnachmittag noch einmal vor.

Breites Bündnis

Hartmut Stickan (SPD) erklärte nach den Ausführungen: »Für ein solches Projekt benötigt man ein breites Bündnis.« Es werde natürlich viele Menschen geben, die dem alten Bad nachtrauern. »Wir müssen in die Zukunft schauen und bauen auch kein Museum.« Das Vergnügen stehe im Mittelpunkt. Und Stickan stellte explizit heraus, dass man für dieses Ziel keine – von einigen Bürgern gewünschte – 50 Meter-Bahn benötige. »Alle Wettbewerbe können auch auf einer 25-Meter-Bahn ausgetragen werden.«

Klaus Hagemeier fügte an, dass für die nächsten 20 Jahre das Bad natürlich schon den Haushalt finanziell belasten werde. Bäder seien nun einmal ein Zuschuss-Geschäft. Von den insgesamt 3,9 Millionen Euro Baukosten könnten insgesamt 2,7 Millionen Euro über den Fond Soziale Integration im Quartier gefördert werden. 1,184 Millionen Euro müssten selbst finanziert werden. »Die Stadtwerke AöR könnten davon 360.000 Euro an Eigenmitteln aufbringen.« Die Stadtwerke sind mit dem Verein Pro Waldfreibad Träger des Bades.

Verlustabdeckung

Die Stadt müsse für die nächsten 20 Jahre mit einer Verlustabdeckung im Bereich des Waldfreibades in Höhe von 250.000 Euro jährlich rechnen. Hagemeier sprach nach diesem finanziellen Exkurs von einem guten Ergebnis, das auch versucht, allen Ansprüchen gerecht zu werden. »Wir können zufrieden sein.«

Bürgermeister Heinrich Vieker fügte an, dass man in Betracht ziehen müsse, den Eintritt zu erhöhen, um auch darüber die finanziellen Belastungen ausgleichen zu können. Man zahle quasi für jeden Besucher noch 12,50 Euro dazu, rechnete Vieker die zuvor genannten Gesamtzahlen auf den einzelnen Freibadbesucher um. Vieker hatte aber immer betont, dass ein Bad ein wichtiger Standortfaktor für die Stadt sei und das sahen alle Ratsfraktionen ebenso. »Jede Partei hat für das Bad gekämpft. Ich finde es eine tolle Leistung für Espelkamp, so dass wir auch in diesem Bereich vorne mitschwimmen«, endete Vieker.

Lorbeerkranz

Gisela Vorwerg, FDP-Politikerin und langjährige Vorsitzende des Träger-Vereins Pro Waldfreibad, lobte den jetzigen Vorstand um den Vorsitzenden Horst Radtke, dem man »einen Lorbeerkranz flechten« müsse. »Ohne das Puschen und das Gedränge wäre es nicht so weit gekommen.«

Florian Craig, Bündnis 90/Die Grünen, erklärte, er freue sich sehr darüber, dass es gelungen sei, die Freibadpläne umzusetzen. Es sei für viele anstrengend gewesen. Aber er sah das Potenzial des neun Bades im Verbund mit der auch bald neu zu bauenden Rundturnhalle als Sportzentrum.

Hoffnungsvolle Perspektive

Horst Radtke, Vorsitzender des Freibadvereins, sah in den neuen Plänen eine »hoffnungsvolle Perspektive«. Bis zum 5. Februar sei emotional gekämpft worden.

67 Jahre sei die »Alte Lady« (das Waldfreibad, Anm. d. Red.) nun in Espelkamp. Da falle das Abschiednehmen schwer und Radtke blickte dem auch mit Wehmut entgegen. Er betonte aber: »Es muss anders werden, wenn es gut werden soll.« Der Verein freue sich auf eine sehr gute Lösung. Es tue zwar weh, von der Insel und von der 50-Meter-Bahn Abschied zu nehmen. Aber mit dem neuen Bad müsse man weg vom Schwimmsport hin zum Spiele- und Erlebnisbad, wenn »wir weiter im Freien schwimmen wollen«. Abschließend dankte er allen Beteiligten, insbesondere Heinrich Vieker und Klaus Hagemeier.

Startseite
ANZEIGE