1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. OWL
  4. >
  5. Espelkamp
  6. >
  7. Angeklagter wird im Krankenhaus gefasst

  8. >

Drogen- und Waffenfund: Espelkamper (62) schweigt beim Prozessauftakt am Gericht

Angeklagter wird im Krankenhaus gefasst

Espelkamp/Bielefeld

Wegen Drogen- und Waffenbesitzes muss sich ein 62-jähriger Mann aus Espelkamp vor dem Bielefelder Landgericht verantworten. Bislang hat er zu den Vorwürfen der Anklage geschwiegen. 

Von Louis Ruthe

Rudolf S. (62) aus Espelkamp steht wegen des Verdachts des bewaffneten unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vor Gericht. Foto: Louis Ruthe

Zum Prozessauftakt gegen einen 62-Jährigen Espelkamper am Landgericht Bielefeld haben sich die Verfahrensbeteiligten mit der Sichtung zahlreicher Durchsuchungsprotokolle der Polizei beschäftigt. Dem Angeklagten wird unter anderem der bewaffnete Handel mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge vorgeworfen.

Schweigen zu den Vorwürfen

Der Espelkamper schwieg zu den Vorwürfen. Die Anklagepunkte der Staatsanwaltschaft gegen den 62-Jährigen, der derzeit in U-Haft sitzt, wiegen schwer. In zwei Wohnungen in den Ortsteilen Frotheim und Isenstedt sollen bei dem Espelkamper nach mehreren Polizeidurchsuchungen insgesamt etwa 4,3 Kilogramm Marihuana, etwa 52 Gramm Marihuanasamen sowie um die 1,9 Kilogramm Haschisch, knapp 220 Gramm Kokain und 211 Ecstasy Tabletten, in denen insgesamt 208,34 Gramm MDMA enthalten waren, gefunden worden sein. Einige der Drogen sollen verkaufsfertig abgepackt gewesen sein. Des Weiteren stellte die Polizei laut Protokoll zwei Schreckschusswaffen, davon eine mit einem Magazin geladen, ein Kampfmesser mit einer etwa 18 Zentimeter langen Klinge, ein Bajonett und ein weiteres Messer mit einer 21 Zentimeter langen Klinge, ein als Taschenlampe getarnter Elektroschocker und acht weitere kleine Jagdmesser sicher. Auslöser für die Durchsuchungen soll eine körperliche Auseinandersetzung im Keller eines Wohnhauses in Isenstedt Anfang September gewesen sein. Dort soll der Angeklagte mit einer weiblichen Person, die später noch als Zeugin geladen ist, aneinander geraten sein.

Nächtlicher Einsatz

In welcher Beziehung die Zeugin und der Angeklagte zueinander stehen, wird eine Frage sein, die die Strafkammer während des Prozesses noch zweifelsfrei klären muss. Laut Polizeiprotokoll ist bei dem nächtlichen Einsatz nur die Frau, die sich als Vermieterin ausgab, sowie ihr Sohn vor Ort angetroffen worden. Die Beamten dokumentierten, dass in einem als Wohnzimmer eingerichteten Kellerraum Blutlachen und -spritzer sowie eine zerstörte Vase aufzufinden waren. Von dem zweiten Beteiligten der Auseinandersetzung, dem Angeklagten, der laut den Beamten auch die Verletzungen erlitten haben musste, fehlte jede Spur. Bei der Suche nach dem Espelkamper sollen die Beamten dann eher zufällig auf die Drogen und Waffen gestoßen sein. Mit einem Polizeihubschrauber sowie Mantrailern weitete die Polizei die Suche nach dem Angeklagten aus. Auch eine Wohnung im Elternhaus des 62-Jährigen in Frotheim wurde daraufhin durchsucht. Dabei soll die Mutter den Hinweis gegeben haben, dass sich der Angeklagte im Krankenhaus in Rahden befindet. Dort konnte die Polizei den Angeklagten stellen. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft.

Keine Berücksichtigung

Rechtsanwalt Mario Prigge kündigte als Verteidiger des Espelkampers eine Einlassung seines Mandanten zu den Vorwürfen sowie zur Person zu einem späteren Zeitpunkt im Verfahren an. Zudem beantragte er, dass die verlesenen Protokolle bei der Urteilsfindung der Kammer keine Berücksichtigung finden sollen. Eine Begründung wolle der Verteidiger zu gegebenen Zeit abgeben. Die Verhandlung wird am 14. März am Landgericht Bielefeld fortgesetzt

Startseite
ANZEIGE