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Der 67-jährige Georg Droste ist seit September neuer Vorstandsvorsitzender der Lebenshilfe Lübbecke

Auch Werkstätten werden digitaler

Lübbecke

Viele kennen ihn noch als Sparkassendirektor: Georg Droste, inzwischen in Pension, ist seit dem 29. September 2020 der neue Vorstandsvorsitzende der Lebenshilfe Lübbecke.

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Engagiert im neuen Amt: Georg Droste. Foto: Lübbecker Werkstätten gemeinnützige GmbH

Er hat das Amt von Horst Bohlmann übernommen, der 32 Jahre Vorstandsvorsitzender war.

Droste engagiert sich seit mehr als 20 Jahren für die Lebenshilfe und ist im Landesvorstand der Lebenshilfe NRW aktiv. Die Lebenshilfe Lübbecke sieht er für die Zukunft gut aufgestellt. Die Digitalisierung in den Werkstätten voranzutreiben und Menschen mit Behinderung Zugang zum digitalen Raum zu ermöglichen, sind wichtige Ziele der nächsten Jahre.

„Die beschleunigte digitale Entwicklung stellt Gesellschaft und Wirtschaft vor große Herausforderungen“, sagt Georg Droste. „Und diese Entwicklung macht auch vor Menschen mit Behinderungen nicht halt. Das sehen wir in den Werkstätten und bei unseren Wohn- und Freizeitangeboten sehr deutlich.“ Deshalb werde man Menschen mit Behinderung neue Bildungsangebote machen und sie an die digitale Welt heranführen.

Georg Droste

Die Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes bringt weitere Aufgaben mit sich. „Die Lebenshilfe vertritt die Interessen von Menschen mit Behinderung. Wir möchten für alle Beteiligten durch intensive Information und Hilfestellung den Zugang zu den Unterstützungsangeboten vereinfachen.“ Menschen mit Behinderung haben es verdient, in der Gesellschaft anerkannt zu werden und ihren Platz zu finden, ist Droste überzeugt. „Das ist das wichtigste Ziel der Lebenshilfe Lübbecke, die wirkliche gesellschaftliche Verankerung und Einbindung zu erreichen.“ Neben seinem Einsatz als Vorstandsvorsitzender vor Ort ist Georg Droste deshalb auch im Landesvorstand der Lebenshilfe aktiv. „Im Landesverband sind 75 Orts- und Kreisvereinigungen zusammengeschlossen. Mehr als 400 Einrichtungen unterstützen landesweit mehr als 30.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene.“

Mit mehr als 1700 Menschen, die in den Werkstätten, Wohnanlagen und durch die Unterstützenden Dienste betreut werden, 780 Mitarbeitenden und 150 Ehrenamtlichen ist die Lebenshilfe Lübbecke eine der größeren Lebenshilfen landesweit. „Mit der Erfahrung, die wir in Lübbecke haben, können wir auch auf Landesebene einen wichtigen Beitrag leisten“, so Droste.

Besonders wichtig sei ihm der persönliche Kontakt zu den Menschen, mit denen und für die er arbeite, erklärt Droste. „Mein erstes halbes Jahr als Vorstandsvorsitzender war von der Pandemie bestimmt. Gespräche und Gremiensitzungen mussten digital durchgeführt werden. Ich bedaure sehr, dass persönliche Gespräche und Kontakte kaum möglich waren. Ich freue mich darauf, mich bald auch persönlich bei allen Mitarbeitenden, Angehörigen, Beschäftigten und Bewohnern für die Mühen und Anstrengungen zu bedanken, mit denen sie alle gemeinsam die Lebenshilfe bisher gut durch die Pandemie gebracht haben.“

Georg Droste

Für die Zukunft sieht Droste die Lebenshilfe Lübbecke gut aufgestellt. „Wir können Menschen mit Behinderung in jeder Lebenslage unterstützen und leisten mit unseren Angeboten wichtige Beiträge zur Inklusion“, erklärt Droste und fügt hinzu: „Trotzdem müssen wir noch viel für die Anerkennung und Akzeptanz von Menschen mit Behinderung in unserer Gesellschaft tun. Und daran möchte ich mitwirken.“

Solidarität und Gemeinsinn sind Werte, für die Georg Droste sich seit langem einsetzt. Das prägt seine Arbeit in verschiedenen Organisationen und Einrichtungen. So ist er unter anderem Mitinitiator des Ellerburg-Aue-Radweges. Der 67-Jährige ist verheiratet, hat vier Kinder und neun Enkelkinder. Mountainbike oder Kajak fahren und Segeln sorgen für den sportlichen Ausgleich.

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