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Opposition reagiert auf Stellungnahme von Dr. Oliver Vogt (CDU)

Auewald-Grundschule: »Aus Fehlern ist nicht gelernt worden«

Espelkamp (WB). »Es geht uns nicht darum, nachzutreten, sondern um Aufklärung und Information. Unser Eindruck ist jedoch, dass Dr. Oliver Vogt nichts aus der Sache gelernt hat.«

Mareile Mattlage

Die Kosten für den Umbau der Grundschule am Auewald haben in jüngster Zeit für viel Aufregung gesorgt. Foto: Mareile Mattlage

So haben Reinhard Bösch (SPD), Andreas Sültrup (Grüne) und Paul-Gerhard Seidel (Unabhängige) bei einer Pressekonferenz auf die letzte öffentliche Stellungnahme von Dr. Oliver Vogt (CDU) zum Thema Kostenexplosion an der Auewald-Grundschule reagiert (wir berichteten).

Vorwurf: Bürgerentscheid ist beeinflusst worden

In dieser Stellungnahme hatte Vogt, stellvertretender Fraktionsvorsitzender und Vorsitzender des Schulausschusses, den Sozialdemokraten ein »Doppelspiel« und »Irreführung der Bürgerschaft« vorgeworfen. Entgegen der Meinung der Opposition würde es keine Verdreifachung der Kosten geben. Zum Beispiel sei der Brandschutz bei den Umbaukosten nicht einkalkuliert gewesen. Darüber hinaus wies Vogt unter anderem auf die Umsetzung der Inklusion und des Offenen Ganztags hin.

»Es ist verwunderlich, dass Teile der CDU so tun, als hätten sie von nichts etwas gewusst und Kosten nicht abschätzen können«, sagte Paul-Gerhard Seidel (Unabhängige) gegenüber dieser Zeitung und verwies auf den Umbau der Ernst-Moritz-Arndt-Schule. Hierfür hatte die Stadt seinerzeit ein externes Büro mit einer Kostenschätzung beauftragt. »Warum ist das bei der Waldschule nicht gemacht worden?«, stellten die Parteivorsitzenden eine Frage in den Raum.

Seidel, Bösch und Sültrup bleiben bei ihrem Vorwurf: »Eine Schule ist gut und eine ist schlecht gerechnet worden, um den Bürgerentscheid zu beeinflussen.«

Weitere offene Fragen

Vogts Argument, dass die Umsetzung des pädagogischen Konzeptes zusätzliche Kosten verursacht, wollen die Parteivorsitzenden nicht gelten lassen: »Dass Inklusion und eine Zusammenführung mit dem Ganztag Kosten verursachen, hätte doch von Anfang an klar sein müssen«, hieß es.

»Als Opposition haben wir die Verantwortung über die Kontrolle der Gelder«, sagte Andreas Sültrup (Grüne). Von einem »verwerflichen Spiel« könne also nicht die Rede sein.

»Warum ist Dr. Oliver Vogt bei dieser Stellungnahme alleine gewesen? Warum hat sich der Fraktionsvorsitzende Wilfried Windhorst nicht geäußert? Und sind denn nun wirklich alle Kosten einkalkuliert oder müssen wir damit rechnen, dass jetzt nochmal was dazu kommt?«, warf Reinhard Bösch (SPD) weitere Fragen auf.

»Die Schule muss jetzt laufen«

Zum Thema Brandschutz sagte Seidel: »Im November 2016 sind die Brandschutzkosten für die Grundschule Im Erlengrund geprüft worden – das wäre der Zeitpunkt gewesen, um auch die Kosten für die Auewald-Grundschule zu schätzen.«

Unterm Strich kommt die Opposition zu dem Schluss: »Was Oliver Vogt betreibt, ist Zahlenschieberei. Man kann hin und her rechnen, wie man will. Letztendlich sind den Bürgern schlichtweg falsche Zahlen genannt worden.«

Nach der letzten Ratssitzung sei das Thema für sie eigentlich erledigt gewesen. Bürgermeister Heinrich Vieker und die Verwaltung hätten Verantwortung übernommen, man habe sich ausgesprochen. Dass Vogt nun »plötzlich wieder mit der Sache ankam«, hätte sie überrascht. »Die Entscheidung ist gefallen, die Schule muss jetzt laufen«, betonte die Opposition abschließend. Verbleibender Wunsch: »Wir wollen, dass aus Fehlern gelernt wird.«

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