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Kundgebung gegen den Krieg in der Ukraine – 200 Espelkamper zeigen große Solidarität

"Aufstehen gegen einen Verbrecher"

Espelkamp

200 Espelkamper haben am Freitagabend bei einer Kundgebung große Solidarität für das ukrainische Volk gezeigt. Die Teilnehmer setzten ein klares Zeichen gegen den von Wladimir Putin geführten Krieg. Die Redner fanden deutliche Worte zu der Situation in der Ukraine.

Von Felix Quebbemann

Etwa 200 Teilnehmer, unter ihnen auch der Espelkamper CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Oliver Vogt, haben an der Kundgebung gegen den Ukraine-Krieg auf dem Wilhelm-Kern-Platz teilgenommen. Foto: Felix Quebbemann

Die Espelkamper haben am Freitagabend große Solidarität mit den Menschen in der Ukraine gezeigt. Verschiedene Vereinigungen hatten zur Veranstaltung für Frieden in der Ukraine auf den Wilhelm-Kern-Platz eingeladen. Und diesem Aufruf sind etwa 200 Menschen aus Espelkamp und Umgebung gefolgt. Bürgermeister Dr. Henning Vieker fand es daher auch „großartig, dass so viele von uns heute hier zusammenkommen“.

Zunächst aber begann die Kundgebung mit einer Schweigeminute für die Opfer des Krieges. Im Anschluss übergab Claudia Strobel vom Verein Mit-Menschen, einem der Organisatoren der Kundgebung, an Henning Vieker. Und der wurde deutlich in seinen Aussagen. Denn bei dem Krieg handele es sich um „Putins Krieg“. „Wir demonstrieren heute nicht gegen das russische Volk, das selbst unter diesem Diktator leidet. Wir stehen auf gegen einen, der mal als ‚lupenreiner Demokrat‘ bezeichnet wurde, sich jetzt aber als ‚lupenreiner Verbrecher‘ erwiesen hat.“ Dafür gab es viel Applaus von den Teilnehmern Er lasse ohne Rücksicht auf Verluste Zivilisten töten, „auch Frauen und Kinder“. Putin breche das Völkerrecht. „Wir wollen klar Position beziehen und denen helfen, die angegriffen werden“, sagte Vieker.

Kundgebung gegen den Ukraine-Krieg. Espelkamps Bürgermeister Dr. Henning Vieker fand deutliche Worte. Foto: Felix Quebbemann

Espelkamp stehe zusammen bei der Hilfe für die Menschen, die kommen. „Und wir stehen alle zusammen – auch und gerade die vielen Menschen mit sowjetischem Migrationshintergrund“, betonte er. Die seien genauso schockiert und er betonte in aller Deutlichkeit, dass sie nicht Schuld an diesem Krieg seien. Die Schuldfrage sei dieses Mal eindeutig wie selten: „Die russische Regierung wollte einen Angriffskrieg führen. Das ist leider die traurige Wahrheit.“ Es gebe auch noch einige Putin-Fans. Und Vieker sagte: „Unsere freie Gesellschaft erlaubt auch andere Meinungen. Es ist doch gerade dieser Geist einer freien Gesellschaft, gegen den Präsident Putin diesen Krieg führt.“ Er rief die Espelkamper dazu auf, den Flüchtlingen aus der Ukraine zu helfen. „Wir bemühen uns um Wohnraum und appellieren an alle, die solchen zur Verfügung haben, sich bei unserer Ukraine-Hotline zu melden. Wir werden für die Versorgung mit Kleidung und Hausrat sorgen. Anlaufstellen für alle, die hier helfen wollen, sind zum Beispiel das DRK, der Ein-Laden und weitere.“ Die letzten Tage hätten bereits eine tolle Unterstützungsbereitschaft in ganz Espelkamp gezeigt, und es gebe schon jetzt viele Initiativen. Ein Beispiel sei eine Gruppe aus den Espelkamper Freikirchen die an der ukrainischen Grenze humanitäre Hilfe leisteten. Espelkamp habe in der Vergangenheit Zusammenhalt bewiesen. „Espelkamp wird auch jetzt helfen“, schloss Vieker.

Kundgebung gegen den Ukraine-Krieg. Robert Meyer, Vorsitzender des Vereins Mit-Menschen, rief zur Hilfe für die Flüchtlinge auf. Foto: Felix Quebbemann

Robert Meyer, Vorsitzender des Vereins Mit-Menschen, rief dazu auf, den Flüchtlingen zu helfen. Interessierte könnten sich bei Mit-Menschen melden. Marie-Luise Schellong, Leiterin des Söderblom-Gymnasiums bezeichnete den Krieg als „brutale Realität“. Und auch sie betonte, dass es nicht der Krieg Russlands gegen die Ukraine sei. „In Russland leisten Menschen Widerstand gegen den Krieg.“

"Größenwahnsinniger Egomane"

Pfarrerin Katharina Wortmann bezeichnete Putin als „skrupellosen Kriegstreiber“ und „größenwahnsinnigen Egomanen“ und betonte: „Wir stellen uns gegen den Krieg in der Ukraine“, und nicht gegen das russische Volk. Sie lud am Ende dazu ein, jeden Donnerstag zum Friedensgebet um 18 Uhr am Kreuz auf dem Grünanger teilzunehmen. Dies werde von der katholischen St. Marien-Gemeinde, der evangelischen Kirchengemeinde Isenstedt-Frotheim und der evangelischen Martins-Kirchengemeinde ausgerichtet

Über die aktuelle Entwicklung durch den russischen Angriff auf die Ukraine halten wir Sie in unserem Liveticker auf dem Laufenden.

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