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Stadtentwicklungsausschuss spricht über Radwegekonzept

Craig fordert: »Fahrrad in den Fokus«

Espelkamp (WB/fq). Das neue Radwegekonzept hat in der Espelkamper Bevölkerung für Gesprächsstoff gesorgt.

Die Pläne zu einem Radwegekonzept sind im Stadtentwicklungsausschuss diskutiert worden. Foto: dpa

Unsicherheitsgefühl

Grund genug für die Verwaltung, im vergangenen Stadtentwicklungsausschuss dieses Thema erneut auf die Tagesordnung zu setzen. Marco Hennig, Leiter des Ordnungsamtes, stellte die Pläne in der Sitzung vor und erläuterte, dass sich bei den Radfahrern in der Stadt »ein gewisses Unsicherheitsgefühl einschleicht, wenn sie auf die Straße müssen«.

Hennig erläuterte noch einmal, dass es aufgrund der Breite einiger Geh- und Radwege und aus haftungsrechtlicher Sicht notwendig sei, Radfahrer unter anderem auf der Beuthener Straße und der General-Bishop-Straße auf die Straße zu leiten – so zum Beispiel werden künftig die Radler auf der Beuthener Straße fahren müssen, sobald sie von der Isenstedter in Richtung Rahdener Straße fahren (wir berichteten).

»Das ist gruselig«

Gerd-Udo Sasten (CDU) erklärte nach den Ausführungen Hennigs, dass es seiner Ansicht nach notwendig sei, »nicht nur ein Radwegekonzept sondern ein Gesamtkonzept – sowohl für Fußgänger, Autos und Radfahrer – zu erstellen«. Diese Forderung ging in die Richtung des Antrages von Bündnis 90/Die Grünen, die die Erstellung eines Radverkehrskonzepts für Espelkamp gefordert haben. Diese Forderung geht aber weit über die Pläne der Verwaltung hinaus. Denn die Grünen wollen nicht nur den Radverkehr fördern. Auch die Ortschaften sollen mit Blick auf die Radler besser an die Innenstadt angebunden werden.

Florian Craig (Grüne) warnte davor, bei dem von Sasten angesprochenen Gesamtkonzept zu sehr die Autofahrer zu berücksichtigen. »Das beste Beispiel dafür ist der Bereich am ehemaligen Combi-Markt. Das ist gruselig. Dort hat man sich keine Gedanken um die Radfahrer gemacht.« Craig kritisierte weiter, dass in den vergangenen 60 Jahren »grundlegend das Auto im Mittelpunkt stand. Nun aber gehört das Fahrrad in den Fokus«, forderte er. Er warnte davor, auf den Straßen vermehrt Radfahrstreifen, gekennzeichnet mit weißer Farbe, aufzubringen: »Infrastruktur sind Radwege, und keine weiße Farbe.«

Nachhaltige Veränderungen

August-Wilhelm Schmale (CDU) sagte, dass ein neues Konzept eine nachhaltige Veränderung sei, die in den Köpfen ankommen müsse. Schüler und Senioren müssten mitgenommen werden. »Sonst haben wir in den Anfangszeiten mehr Unfälle als jetzt«. Arthur Wall (CDU) kritisierte: »Die Planungen, dass die Radfahrer grundsätzlich auf die Straße müssen, ist nicht förderlich.«

Für mehr Rücksichtnahme im Verkehr trat Gisela Vorwerg (FDP) ein. Wenn alle aufeinander Rücksicht nähmen, sei auch ein Radwegekonzept gut. Paul-Gerhard Seidel (Unabhängige) fordert zunächst einmal eine frühe Verkehrserziehung für die Kinder. Dazu gehöre, dass die Eltern »nicht immer ihre Kinder zur Schule fahren«. Er halte ein Gesamtkonzept für eine »vernünftige Idee«. Bei der Entwicklung schlug Seidel einen Blick über die Landesgrenze nach Holland vor. »Die können das nämlich.«

Maßgabe

Die Ausschussmitglieder waren sich am Ende einig darin, dass das Sicherheitsgefühl der Radfahrer im Verkehr verbessert werden müsse. Mit dieser Maßgabe solle die Verwaltung erst einmal ein Konzept erarbeiten.

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