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Pressekonferenz der Verwaltung: Vieker spricht über Ärztehaus und Waldfreibad

„Das Ende der Fahnenstange“

Espelkamp (WB). Die letzten zehn Monate seiner Amtszeit erwartet Bürgermeister Heinrich Vieker mit großer Spannung. Während der Jahrespressekonferenz der Verwaltungsspitze im Rathaus hat Vieker erklärt, das er rückblickend auf das vergangene Jahr viel Licht und keinen Schatten sehe. Und auch das Jahr 2020 gehe er sehr positiv an.

Felix Quebbemann

Das Waldfreibad hat noch eine große Wasserfläche. Die soll jedoch mit der Sanierung verkleinert werden. Doch dazu benötigt die Stadt Espelkamp eine Förderung aus dem Topf „Soziale Integration im Quartier“, der unter anderem vom Land bereitgestellt wird. Foto:

Ärztehaus

Das Ärztehaus sei einer der Gründe, warum das so ist. Dieses Haus in Espelkamp zu errichten und dann natürlich mit Leben zu füllen sei ihm ein „Anliegen“ gewesen. Darüber hinaus sei es auch ein Wahlversprechen gewesen. Auch wenn die Zuständigkeiten bei der Kassenärztlichen Vereinigung lägen, sei mit dem Ärztehaus in der Ostlandstraße eine zukunftsfähige medizinische Versorgung für die Stadt entstanden. „Wir können uns auch freuen, dass es so eingeschlagen ist.“ Demnach gebe es, nach Angaben vom zuständigen Sachbearbeiter Matthias Tegeler, auf 2200 Quadratmeter Nutzfläche 13 Anbieter im medizinischen Bereich – davon insgesamt neun Praxen.

Vieker ließ seinen Blick etwas zurück schweifen. Denn das Ärztehaus habe eine lange Vorlaufzeit benötigt. „Sechs Jahre ist es jetzt schon her, dass wir in Büsum waren.“ Dort hatten sich die Politiker über das so genannte Büsumer Modell (eine Ärztehaus-Variante) informiert. „Es war immer so, dass man ein paar Schritte vor gemacht hat, dann aber auch wieder einen zurück“, resümierte Vieker. In diesem Jahr noch, so Matthias Tegeler, soll das Ärztehaus an den Start gehen.

Waldfreibad

Vieker zeigte sich während der Pressekonferenz bestens aufgelegt und griff auch Äußerungen der vergangenen Tage, vor allem von der SPD, auf. Die hatte sich zum Waldfreibad geäußert und einen Plan B gefordert (wir berichteten).

Deutlich erklärte der Bürgermeister, dass man doch nun erstmal die Bekanntgabe der geförderten Projekte durch den Topf „Soziale Integration im Quartier“ abwarten solle. Den ersten Antrag habe man im vergangenen Jahr gestellt. Der Topf aber sei dreifach überzeichnet gewesen. Daher sei Espelkamp nicht zum Zuge gekommen. Hinweise der Bezirksregierung wurden danach aufgenommen. Und im Rat sei einstimmig entschieden worden, den Antrag modifiziert zu stellen. „Wir können und dürfen auf Fördermittel nicht verzichten“, sagte Vieker deutlich. Dies gebiete schon alleine das Prinzip der Haushaltsgrundsätze. Und er fügte an: „Wir sind guter Hoffnung, dass es dieses Mal klappt. Und wenn nicht, dann werden wir im Herbst den gleichen Antrag wieder stellen“, sagte Vieker.

Einfach Rechnung

Derzeit plane die Stadt – bei einer einkalkulierten Förderung – mit einer Verlustabdeckung von 250.000 Euro jährlich im Falle einer Waldfreibadsanierung. „Das ist das Ende der Fahnenstange. Mehr geht nicht.“ Es sei kontraproduktiv, wenn nun gesagt werde, die Stadt könne das auch alleine finanzieren.

Vieker rechnete vor: Bei angenommenen 25.000 Gästen in einer Saison im neuen Waldfreibad müsse man jeden Gast mit 10 Euro bezuschussen. Wenn die Stadt die Sanierung komplett selber zahlen würde, läge der Zuschuss pro Kopf bei 15 Euro. „Da könnten wir dem Gast dann auch schon ein Taxi nach Gehlenbeck (zum dortigen Freibad, Anm. d. Red.) zahlen.“

Ein Pfund

Die Stadt werde so lange Anträge für die Förderung stellen, so lange es gehe. Vieker zeigte sich kämpferisch und sagte, dass man gemeinsam mit dem Waldfreibadverein alle Anstrengungen unternehmen werde, um das Freibad, „unser Schätzchen“, so lange betriebsfähig zu halten, bis die Sanierung beginne. „Wir würden uns freuen, wenn unsere Anstrengungen erfolgreich wären“, sagte der Bürgermeister mit Blick auf die Förderung und auch mit Blick auf den Verein und seine 500 Mitglieder. Darüber hinaus sei das Waldfreibad mit direkter Lage in der Innenstadt ein „Pfund, mit dem man wuchern kann“.

Klaus Hagemeier, Vorstand Stadtwerke AöR, sagte, dass mit einer Förderentscheidung im Frühjahr zu rechnen sei. Die Stadtwerke sind mit dem Waldfreibadverein Träger des Bades.

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