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21-jähriger Fiesteler Timothy veröffentlicht „Staytuned“ – große Erfolge im Internet

Das erste Album

Espelkamp-Fiestel (WB). Es ist wohl der Traum so mancher Kinder und Jugendlichen: einmal ein eigenes Album aufnehmen, und am besten damit noch Erfolg haben.

Felix Quebbemann

Timothy studiert derzeit in Berlin. Der 21-Jährige Künstler aus Fiestel hat jetzt sein Debütalbum „Staytuned“ veröffentlich. Foto: FFL Music

Den ersten Schritt jedenfalls hat Timo Hallmann, der unter dem Namen Timothy auftritt, jetzt erfolgreich absolviert. Denn er hat mit „Staytuned“ sein Debütalbum herausgebracht. Der 21-Jährige ist darüber mächtig glücklich, wie er im Gespräch mit dieser Zeitung erklärt. Der Fiesteler hat seit langer Zeit eine enge Beziehung zur Musik gehabt. „Ich habe schon immer sehr laut gesungen – und zwar überall im Haus.“

Berührungspunkte

Allerdings sollte es noch ein bisschen dauern, bis der Fiesteler seine Affinität zur Musik auch richtig ausleben kann. Denn eigentlich war ihm der Sport in jungen Jahren – bis ins Teenageralter – wichtiger. Fußball und Basketball standen bei ihm hoch im Kurs.

„Als ich 13 Jahre alt war, haben mich meine Eltern zum Gitarrenunterricht geschickt“, erinnert sich Timothy an seine ersten wirklich professionelleren Berührungspunkte mit der Musik. Sein Lehrer hat ihn damals animiert, auch seine Stimme einzusetzen und zu singen. „Wenn ich dann neue Akkorde gespielt habe, habe ich auch gleich gesungen.“

Doch in seinem Kopf spukten erstmal weiterhin nur Fußball und Basketball herum. Kein Wunder: „Seit ich fünf Jahre bin, habe ich Fußball gespielt“, sagt Timothy.

Entscheidender Impuls

Doch der Zufall kam Timothy zur Hilfe. Und der Zufall heißt Jan, ist sein Bruder und ist in der Region mit seinem Künstlernamen Karam kein Unbekannter. Der nahm in seinem kleinen Studio in Fiestel seinerzeit einen Rap-Song auf. Darin aber sollten auch ein paar Gesangsparts eingebaut werden. Die Anfrage an Bruder Timo lag nahe. „Das war der entscheidende Impuls“, gab Timothy zu.

Und mit dem Song „Scherben“ sollten die beiden dann auch einen Erfolg laden. Denn der Song wurde bereits 200.000 Mal im Netz gestreamt. „Das ist schon ein bisschen durch die Decke gegangen“ – und war auch der Startschuss für den 21-Jährigen.

Im Jahr 2019 hat der 21-Jährige seinen ersten Solo-Track herausgebracht. Auch dafür habe es „durchweg positive Resonanz“ gegeben. Zum Song „Unsere Zeit“ gab es das erste Musikvideo, was bei Youtube mittlerweile mehr als 18.000 Klicks generierte.

Timothy beschreibt seine Musik selber als „Gute-Laune-Sommer-Pop-Musik“. Er habe schon immer gerne Pop gehört. Und daher war für ihn auch klar, in welche Richtung seine Musik gehen sollte.

Nun ist sein Album mit insgesamt 15 Songs beim hauseigenen Label FFL Music am 22. Mai erschienen. Dieses kann man im Internet auf allen bekannten Plattformen streamen. „Wir wollen es aber in jedem Fall auch als CD herausbringen.“ Wenn Timothy von wir spricht, meint er damit seinen Bruder, der das Album produziert hat.

Herzensangelegenheit

Das Debüt sei eine Herzensangelegenheit von ihm gewesen, so Timothy. Entsprechend glücklich ist er, dass er diese Etappe seines künstlerischen Schaffens nun erreicht hat. Zum Focus-Track „Voll von dir“ ist ebenfalls ein Video produziert worden.

Die Texte zu den Songs stammen aus Timothys Feder. Die Beats kaufen er und sein Bruder von Produzenten ein, um sie entsprechend verwenden zu dürfen. Doch auch die Musik soll künftig deutlich mehr von Timothy kreiert werden. Dafür hat er sich auch wieder die Gitarre geschnappt. Das Spielen auf den sechs Saiten ist in der jüngeren Vergangenheit etwas eingeschlafen, soll aber nun wieder verstärkt werden, damit der 21-Jährige künftig „seine Instrumentals selbst einspielen kann“.

Timothys Songs handeln von Erlebnissen, die er in den vergangenen Jahren teilweise selbst gemacht hat. Das sind einige. Denn nach seinem Abitur am Söderblom-Gymnasium ist er nach Berlin gegangen um Sport und Wirtschaftsmanagement zu studieren.

Kollaboration

Doch nutzt er jede freie Minute, um sich mit der Musik zu beschäftigen. Für das erste Album ist unter anderem mit dem Song „Anders“ erneut eine Kollaboration mit Karam entstanden.

In so manchem Song geht es um die Liebe, aber auch um die Wahl, sich für die Musik oder für die Liebe zu entscheiden. „Das Album ist von eigenen Erfahrungen geprägt und inspiriert“, sagt Timo Hallmann.

Bei all dieser Thematik aber verliert Timothy nie seine gute Laune. „Meine Songs, auch die ruhigen, sind auf gute Laune getrimmt. Ich war schon immer ein Mensch, der nicht so viel Negatives in seinen Kopf gelassen hat.“

Die Pläne des Fiestelers sahen nach der Veröffentlichung des Debüts eigentlich vor, dass Timothy seine Songs auch live performt. Dies ist aber derzeit aufgrund der Corona-Krise nicht machbar. Sein bislang größter Auftritt sollte nach dem Album-Release in Frankfurt stattfinden. Aber der musste, wie so viele Konzerte, ausfallen.

Derzeit konzentriere er sich daher darauf, mit seinem Bruder weiterhin gute Musik zu produzieren. Sein größter Traum wäre es, wenn er ein eigenes Konzert in Espelkamp spielen würde. Im Bürgerhaus hat er bereits vor vollem Haus gespielt – beim Abi-Ball.

Eine halbe Million Streams

Die Musik bestimmt derzeit Timothys Leben. „Wenn die Musik ruft, gibt es nur wenig anderes“, bekennt er. Wenn er Zeit hat, spielt er aber noch in der zweiten Herren-Basketball-Mannschaft von Alba-Berlin.

Mit seinem neuen Album hofft Timothy, seine sowieso schon achtbare Streambilanz im Internet – mit allen Songs sind es jetzt etwa eine halbe Million – noch einmal deutlich in die Höhe zu treiben. Aber der 21-Jährige ist ein bodenständiger Mensch. So betont er, dass ihm seine Familie auf dem Weg zum Debüt-Album sehr geholfen hat: „Meinem Bruder und meinen Eltern habe ich das zu verdanken.“ Und er sei ebenfalls dankbar für jeden Hörer seiner Musik.

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