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Der  Beirat ist das Ziel!

Espelkamp

Die Voraussetzungen zur Gründung eines Beeinträchtigten- oder Behindertenbeirates in Espelkamp sind jetzt in einer Veranstaltung im Bürgerhaus geschaffen worden. Zunächst soll in einem Arbeitskreis das neue Gremium vorbereitet werden. Konkrete Inhalte sind bereits vorgestellt worden.

Von Felix Quebbemann

In der Stadt Espelkamp soll ein neuer Behindertenbeirat gegründet werden. Foto: Felix Quebbemann

Die Gründung eines Behinderten- oder Beeinträchtigtenbeirates für Espelkamp ist am Dienstagabend im Bürgerhaus auf den Weg gebracht worden. Dafür wurde mit der Gründung eines Arbeitskreises (AK) der Grundstein gelegt. Moderator und Sprecher Martin Meinders begrüßte etwa 20 Interessierte – auch Bürgermeister Dr. Henning Vieker sowie Bettina Benz vom Kompetenzzentrum Selbstbestimmtes Leben. Die beiden wohnten einer durchaus richtungsweisenden Veranstaltung bei.

Bestrebungen

Denn Martin Meinders stellte im Verlauf der Sitzung die Frage, ob ein Arbeitskreis mit dem Ziel zur Gründung eines Behindertenbeirates ins Leben gerufen werden solle. Letztlich meldeten sich von den Anwesenden elf Personen, die im Arbeitskreis mitmachen wollen. Und Meinders stellte im Anschluss fest. „Dann sind wir jetzt soweit, dass wir den Arbeitskreis gegründet haben.“ Dieser wird sich nun alle vier bis sechs Wochen treffen, um die Gründung des Behindertenbeirates, ähnlich dem Seniorenbeirat, vorzubereiten. Damit die AK-Mitglieder auch einen Einblick haben, was für eine solche Gründung notwendig ist, wurde für die Sitzung Eckhard Rüter eingeladen. Er ist Vorsitzender des Behindertenbeirates in Minden – und dies schon einige Jahre. Rüter stellte zunächst fest, dass es in Minden, Bad Oeynhausen und Lübbecke bereits ähnliche Gremien gebe. „Auf Kreisebene gibt es auch Bestrebungen, einen Beirat einzurichten.“ Er erläuterte, dass der Beirat unter anderem Stellungnahmen abgeben und Anträge stellen könne. In Minden bestehe das Gremium aus neun Mitgliedern mit jeweils einem Vertreter. Jede Ratsfraktion könne zudem ein beratendes Mitglied entsenden.

Eckhard Rüter vom Behindertenbeirat Minden Foto: Felix Quebbemann

Wichtig aber sei: „Zwei Drittel der Mitglieder sollten ein Handicap haben“, sagte Rüter. Dies sei schließlich der Kern des Beirates. „Wir haben die Kompetenz“, betonte Rüter in diesem Zusammenhang. Es sollten zudem möglichst viele verschiedene Beeinträchtigungs-Varianten im Beirat vertreten sein. Es sei zum Beispiel nicht ganz einfach, Gehörlose in den Beirat zu bekommen. Dies sei in Minden auch nicht immer gelungen. Rüter aber stellte klar, dass der Beirat und seine Mitglieder „Zugpferde“ seien. Von der Gründung des Arbeitskreises bis zum Beirat werde es maximal zwei Jahre dauern, so Rüter. „Ich sehe den Willen, einen Beirat zu gründen“, betonte er. Dafür aber benötige man auch Geduld und Ausdauer. „Der Beirat ist ein Marathon, kein Sprint.“ Er diene dazu, Barrieren abzubauen und sei „wichtig für eine Kommune“. Wieviele Mitglieder das Espelkamper Gremium am Ende habe, wie in Minden neun oder weniger, müsse sich zeigen. Die Bereitschaft, im Arbeitskreis mitzuarbeiten, war jedenfalls groß. Daher stellte nach der AK-Gründung auch der anwesende Sozialamtsleiter Friedrich Schumacher fest: „Wir haben heute viel erreicht. Das wollen wir jetzt mitnehmen.“ Eckhard Rüter betonte ebenfalls, dass es wichtig sei, sich jetzt im Arbeitskreis zwei bis drei Themen intensiv zu widmen. „Das nimmt die Menschen mit.“ Und genau damit wurde am Dienstagabend begonnen.

Kooperationsbereitschaft

Karl-Heinz Tiemeier zum Beispiel hat sich die Zustände der Bushaltestellen unter dem Gesichtspunkt der Barrierefreiheit im Stadtgebiet genauer betrachtet. Dabei hat er sowohl Licht wie auch Schatten ausgemacht. Demnach gebe es unter anderem an der B 239 eine vorbildliche Haltestelle. Für Barrierefreiheit sei jedoch nicht nur die leichte Erreichbarkeit des Buswartehäuschen eine Voraussetzung.. Heutzutage sollen taktile Leitsystem dafür sorgen, dass Sehbehinderte beim Abtasten des Bodens mit ihren Blindenstock genau wissen, wo sie lang gehen sollen. So genannte Kasseler Bordsteine sind an der Oberkante zudem abgeschrägt. Das hilft dem Busfahrer, möglichst nah an die Haltestelle heranzufahren, damit ein Rollator-Nutzer oder ein Rollstuhlfahrer ohne große Probleme von der Haltestelle in den Bus gelangen kann. Die Interessen der Beeinträchtigten würden auch beim Bau des neuen Waldfreibades berücksichtigt, erklärte Peter Dürr. Sowohl Dürr wie auch Tiemeier lobten in ihren Beitragen die Kooperationsbereitschaft, die die Stadtverwaltung ihnen entgegengebracht habe.

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