1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Espelkamp
  6. >
  7. Der Besuch bleibt lange in Erinnerung

  8. >

Mitglieder der Kantorei, von Vokal Fatal und dem Bläserkreis zu Gast in Borås

Der Besuch bleibt lange in Erinnerung

Espelkamp (WB). Die Chöre der evangelischen Martinskirchengemeinde haben die Tage rund um Christi Himmelfahrt genutzt, um nach Schweden zu fahren.

Die Gäste aus Espelkamp haben gemeinsam mit den schwedischen Chören ein Konzert in der Caroli kyrka gegeben. Dafür haben sie einige sehr anspruchsvolle Proben gehabt, die aber allen Beteiligten sehr viel Freude gemacht haben. Foto: Lorenz Gerdom

»Genau zwei Jahren liegt der Besuch unserer schwedischen Freunde zurück. In diesem Jahr stand für uns der Gegenbesuch auf dem Plan«, erläuterte Carola Zschocke den Grund für die Fahrt.

Punkt 6 Uhr am Himmelfahrtstag nahm der Bus Fahrt auf in Richtung Schweden. An Bord waren Mitglieder der Kantorei, des Chores Vokal Fatal, des Bläserkreises sowie weitere Gäste.

Nach zwölf Stunden hatten die Teilnehmer ihr Ziel erreicht – die Caroli kyrka in Borås. Dort wurden sie bereits erwartet und überaus herzlich in Empfang genommen. Nach einem leckeren Abendessen waren alle Teilnehmer froh, in ihre Quartiere zu kommen.

Einige waren privat untergebracht, einige hatten sich für ein Hotel entschieden. Der Großteil aber wohnte in Bovik, einer wunderschönen Freizeitanlage der Gemeinde – etwa acht Kilometer von Borås entfernt. »Die Umgebung war genau so, wie man sich Schweden vorstellt: Rote Holzhäuschen im grünen Wald am blauen See«, freuten sich die Gäste aus Ostwestfalen.

Doch waren diese nicht nur zum »Sight Seeing« nach Schweden gereist. Die Kirchenmusiker hatten für den Freitag Proben angesetzt. »Relativ unbekannte Noten, dazu altschwedischer Text. Das war nicht nur für uns eine gewaltige Herausforderung, auch die schwedischen Choristen hatten damit ihre liebe Not«, sagte Zschocke. Daher erklang manches Mal das Wort »Fika«: dabei handelt es sich um die schwedische Kaffeepause.

Für die Freizeitgestaltung blieb nur wenig Raum: ein kurzer Ausflug in die nähere Umgebung, ein Stadtrundgang durch Borås und am Freitag Abend natürlich der obligatorische Grillabend in Bovik. Das war auch ohne Probleme möglich, denn die Espelkamper Gäste hatten vier sonnige Tage in Borås erwischt.

Am Samstag Nachmittag wurde noch einmal geprobt, ehe die Glocken der Caroli kyrka das Konzert einläuteten. Die drei Kantoren Carl-Gustaf Ekström, Tony Thornberg und Tobias Krügel hatten ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Es erklangen Gospels, Spirituals aber auch klassische Stücke. Im Mittelpunkt stand das schwedische »Förklädd Gud« von Lars-Erik Larsson. Die Bläser genossen besondere Aufmerksamkeit, denn diese Art der Kirchenmusik ist in Schweden eher unbekannt. Der Pfarrer der Caroligemeinde, Stefan Hiller, gebürtig aus Süddeutschland, war glücklich, wieder einmal im Chor mit zu blasen.

Caroli Gospel, Carolikören, Kantorei, Vokal Fatal, Bläserkreis – das Miteinander gelang und die Stücke wurden freudig und überzeugend vorgetragen. Diese Freude übertrug sich sehr schnell auf das Publikum. Es hatten erfreulich viele Interessierte den Weg zur Kirche gefunden. Als Zugabe wurde dann noch der Sommerpsalm gesungen.

Eine ältere Dame erzählte den Espelkamper Gästen nach dem Konzert, dass sie vor vielen Jahren in Borås von Birger Forell konfirmiert worden sei. Sie habe sich über den Besuch aus Deutschland sehr gefreut und das Konzert sehr genossen.

Nach dem Konzert gab es im großen Saal des Gemeindehauses ein köstliches Buffet. In der Begrüßungsrede äußerte der Bürgermeister von Borås sein Bedauern, dass den Einladungen zum Cityfest immer Ereignisse in Borås im Wege standen. Pfarrer Stefan Hiller hat die Hoffnung, vielleicht bei der Einweihung des Thomaszentrums dabei sein zu können.

Chorsprecherin Angelika Cording überreichte einige Geschenkkörbe. Und trotz knapper Zeit war es möglich, den Gottesdienst am Sonntagmorgen zusammen zu feiern. Die Chöre sangen dabei noch einmal gemeinsam. Die Verabschiedung musste dann schneller gehen, denn die Fähren waren bereits gebucht.

»Um Mitternacht erreichten wir müde, aber erfüllt von allem Erlebten Espelkamp«, sagte Zschocke. Die Gastfreundschaft, das gemeinsame Singen, das alles werde den Teilnehmern noch lange in »dankbarer Erinnerung« bleiben. Ihren Dank richteten sie auch noch einmal an alle, die organisiert, vorbereitet und geholfen haben und an den Busfahrer Arnhold Steffan, »der uns sicher und wohlbehütet nach Schweden und zurück in die Heimat brachte«.

Startseite