1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Owl
  4. >
  5. Espelkamp
  6. >
  7. Die Stadt rückt näher an die Dörfer

  8. >

Stadtentwicklungsausschuss: Thorsten Blauert stellt Regionalplan vor – Bündnis 90/Die Grünen mahnen

Die Stadt rückt näher an die Dörfer

Espelkamp

Der neue neue Regionalplan für Espelkamp soll unter anderem Aufschluss darüber geben, wieviel Fläche in der Stadt für Wohnbebauung und Industrie zur Verfügung steht. Fachbereichsleiter Thorsten Blauert stellte den ersten Entwurf vor.

Felix Quebbemann

Foto:

Bei der Entwicklung von Städten und Dörfern müssen einige Dinge bedacht werden. Wie weit möchte ich verschiedenen Siedlungen noch ausweiten? Will ich noch mehr Fläche versiegeln? Das sind nur zwei Fragen, die von Verwaltung und Politik festgelegt werden müssen.

Dabei müssen aber auch vorab festgelegte Pläne bedacht und befolgt werden. Zu diesem Zwecke gibt es einerseits den Landesentwicklungsplan (LEP), der mit dem Land Nordrhein-Westfalen abgestimmt wird. Es gibt aber auch den Regionalplan. Dieser wird gemeinsam mit dem Bezirksregierung erarbeitet und muss auch auf den übergeordneten LEP angepasst sein. So wird nun der Regionalplan unter dem Titel „Regionalplan OWL 2040“ (RPO) neu aufgestellt

Gespräche

Dafür hat es bereits vor mehr als anderthalb Jahren Gespräche mit Vertretern der Bezirksregierung gegeben, die nun in einem Entwurf zusammengefasst wurden.

Thorsten Blauert, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, hat diesen während der Stadtentwicklungsausschuss-Sitzung, vorgestellt. Er erklärte, dass der RPO die künftige „räumliche Nutzung“ regele. Im RPO werde deutlich, dass für die Siedlungsentwicklung vor allem Fläche gespart werden solle. „Es ist das Ziel, zudem neue Siedlungsflächen angrenzend an die bestehenden Siedlungskörper zu entwickeln.“ Für eine solche kompakte Entwicklung müssten unbebaute Freiflächen primär genutzt werden. Für eine maximale Verdichtung müsse man Anreize setzen, so Blauert.

Gewerbebetriebe

Hierfür würden im RPO so genannte allgemeine Siedlungsbereiche (ASB) ausgewiesen. Diese zeichneten sich durch eine Mischnutzung von Wohngebiet und „wenig störenden Gewerbebetrieben“ aus.

Im neuen Regionalplan ist zum Beispiel der Bereich rechts der Waldstraße – vom Kreisverkehr bis hin zur L 770 – nun komplett als ein ASB ausgezeichnet. Dies war im vorherigen Regionalplan nicht so. Die gesamte ASB-Fläche beträgt in diesem Gebiet 16,2 Hektar.

Weitere ASB-Flächen sind zum Beispiel der Bereich nördlich der General-Bishop-Straße (22,9 Hektar) und am Fabbenstedter Graben (67,6 Hektar).

Flächenbedarf

Beim Adient-Gelände sei die Stadt nun „frei in der Planung“, so Blauert. Und so wurde sowohl das Adient-Gelände als auch die Merkur-Allee und der Hindenburgring zur ASB-Nutzung gekennzeichnet.

Blauert erklärte, für die kommenden 20 Jahre rechne man mit einem Flächenbedarf von etwa 85 Hektar. „Zeichnerisch verfügbar sind 134 Hektar plus dem Adient-Gelände.“

Auch bei den Wirtschaftsflächen – den GiB (Gebiete für gewerbliche und industrielle Nutzung) – sei Espelkamp mit 53 Hektar „gut versorgt“. Einen abschließenden Beschluss für den RPO erwartet er für März 2021. Vorher aber müssten zum Beispiel noch die eingegangenen Stellungnahmen ausgewertet werden.

Kleinigkeiten

Blauert erklärte aber, dass er im Ausschuss vorgelegte Entwurf weitgehend den Ergebnissen der Kommunalgespräche vor mehr als anderthalb Jahren entspreche.

Lediglich einige Kleinigkeiten seien noch zu bedenken: So solle der ASB südlich der Alten Gießerei bis zum Schüsselbruchweg herangeführt werde. Zudem sprach sich Blauert bei der Ausweisung von GiBs auf für eine Kooperation mit der Nachbarkommune Lübbecke aus.

Thorsten Blauert

Kritisch blickte der Verwaltungsexperte auch auf die Entwicklungen der Siedlungsbereiche Espelkamps in Richtung Dörfer. „Wir wachsen langsam nach Fabbenstedt und Gestringen rein. Das wollen wir nicht.“

Nach der Vorstellung ergriff Florian Craig (Bündnis 90/Die Grünen) das Wort und kritisierte die weitere Versiegelung von Grünfläche. „Wir sind eine schrumpfende Bevölkerung.“ Mit einer weiteren Versiegelung von Fläche würde man diese Entwicklung nur verstetigen. Die schrumpfende Bevölkerung müsse bei der Erstellung des Regionalplans bedacht werden.

Startseite