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Espelkamper Stadtführer laden zwei Experten für einen interessanten Vortrag ein

Die Zukunft der Stadt im Blick

Espelkamp (WB). Die Stadtführer haben mit der ersten Veranstaltung in diesem Jahr ein Thema gewählt, das auf großes Interesse gestoßen ist.

Das Interesse an den Ausführungen der beiden Experten ist groß gewesen.

»Quo Vadis Espelkamp« hieß der Titel, der etwa 50 Gäste in den Gemeinschaftsraum im Wohnpark angelockt hat. Üblicherweise befassen sich die Stadtführer mit der Vergangenheit oder der Gegenwart einer Stadt. In diesem Fall sollte die Zukunft betrachtet werden. Thorsten Blauert, Fachbereichsleiter für Stadtentwicklung bei der Stadt, und Hans-Jörg Schmidt, Geschäftsführer der Aufbaugemeinschaft, hielten einen spannenden Vortrag.

Trend zur Landflucht

Blauert beschrieb Espelkamp als »moderne europäische Stadt mit vielen großzügigen Grünflächen«. Typisch seien die bewaldeten Flächen an den Einfahrten zur Stadt und in der Innenstadt, die es »möglichst zu erhalten gilt«. Die Gäste erfuhren, wo Entwicklungs- und Handlungsmöglichkeiten liegen und wo sie zum Teil schon realisiert werden.

Das Espelkamp von morgen skizierte Blauert anhand einer Gemeindemodellrechnung. Danach sinke in Espelkamp die Einwohnerzahl bis 2040 um etwa fünf Prozent. Es zeichne sich aber schon jetzt ab, dass der Trend zur Landflucht sich fortsetzt. Das heißt, dass die Ortschaften schneller an Einwohnern verlieren, als die Innenstadt. In der Innenstadt müsse daher mehr Wohnfläche entstehen.

Quartiersfeste

Künftig aufgegebene Industriestandorte wie das Gelände der Firma Adient Seating – früher Naue – müssten überplant werden. Angebote, wie das Neue Theater oder das Freibad müssten zudem erhalten werden, um die Menschen in Espelkamp zu halten. Er nannte auch Veranstaltungen wie das City-Fest und das Sommerfest. Quartiersfeste würden durch das Quartiersmanagement organisiert.

Hans-Jörg Schmidt erläuterte zunächst, dass der Trend der Bevölkerungsverluste umgedreht werden konnte. Die Zahl der Arbeitsplätze sei gestiegen und somit auch die Nachfrage nach Wohnraum.

Die Aufbaugemeinschaft habe sich den Herausforderungen gestellt. Im Zeitraum von 2005 bis 2017 habe die Aufbaugemeinschaft 95 Millionen Euro in den Neubau, die Instandhaltung und Modernisierung ihres Bestandes investiert.

Unterflursystem

Schmidt sprach die Fassadengestaltung, die Versorgung mit Fernwärme und das Förderprogramm Soziale Stadt an. Im Jahr 2019 seien weitere Investitionen geplant. Am Graudenzer Weg 6 bis 8 erfolgt eine energetische Sanierung. Die Außenanlagen an der Marienburger Straße 62 bis 76, Rahdener Straße 14 bis 18 und Thorner Weg 6 werden überarbeitet. Das neue Wohnquartier Ostlandpark mit 58 Eigentumswohnungen und einer Tiefgarage werde im Frühjahr fertiggestellt. Die Gebäude Ostlandstraße 25 bis 37 werden abgerissen, um Platz für neues zu machen. Die Modernisierung der Gabelhorst 33 – neue Aufzüge, Flure und einem einzigartigen Unterflursystem für die Müllentsorgung – wird fertiggestellt.

In den nächsten fünf Jahren seien weitere Modernisierungen und Neubauten geplant. Schmidt erläuterte die Pläne für weitere Neubauten an der Ostlandstraße mit barrierefreien Wohnungen und am Thorner Weg mit kleinen bezahlbaren Wohnungen.

Wohnkonzepte

An der Breslauer Straße solle ein Wohn- und Bürohaus entstehen. Er wies darauf hin, dass die Nachfrage nach Seniorenwohnungen nach wie vor groß sei. Herr Schmidt berichtete aber auch, dass es Überlegungen gibt, in Zusammenarbeit mit heimischen Firmen Wohnkonzepte zu erarbeiten, um jungen Menschen, die als Fachkräfte nach Espelkamp kommen, ein attraktives Angebot zu machen.

Aus Sicht der Aufbaugemeinschaft seien künftig unter anderem die ökologischen Weichen zu stellen ebenso wie die Schaffung neuer Wohnangebote, um Espelkamp auch weiterhin attraktiv zu gestalten. Der Vortag, so die einhellige Meinung, sei eine »sehr gelungene Veranstaltung der Espelkamper Stadtführer, die es wert wäre in regelmäßigen Abständen wiederholt zu werden«.

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