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Auewald-Grundschule: Vogt verteidigt die Verwaltung und kritisiert die Opposition

»Doppelspiel und Irreführung«

Espelkamp (WB/fq). Dr. Oliver Vogt hat in einer Pressekonferenz zur Kostenentwicklung an der Auewald-Grundschule heftige Kritik an der SPD geübt.

Zu den Vorgängen und Entwicklungen an der Grundschule am Auewald hat sich nun der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Oliver Vogt geäußert. Foto:

Vorwürfe

Der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende wirft den Sozialdemokraten ein »Doppelspiel« und »Irreführung der Bürgerschaft« vor. Vogt sah die Pressekonferenz nach den Vorwürfen der Opposition in der Ratssitzung als notwendig an. Er rechnete zunächst vor, dass es zwar eine »bedauerliche« Steigerung der Kosten gebe, aber längst nicht in der Höhe, wie die Opposition Glauben machen will. Letztlich seien die 1,6 Millionen Euro Baukosten in vier Blöcke aufzuteilen. Block 1 seien die Kosten für die sanitären Anlagen und den Schulhof. Dort hätte man mit etwa 570.000 Euro die Vorgaben der anvisierten 560.000 Euro im Wesentlichen eingehalten. »Da haben wir fast eine Punktlandung gemacht.«

Der nächste Block sei der Brandschutz, der mit etwa 600.000 Euro zu Buche schlage. »Viele dieser Brandschutzmaßnahmen kann man kritisch sehen.« Aber sie seien vom Gesetzgeber vorgeschrieben und müssten umgesetzt werden. Schließlich wolle man die höchstmögliche Sicherheit für Kinder und Lehrer.

Brandschutz-Diskussion

Vogt bereitete auch schon einmal auf eine weitere Brandschutz-Diskussion vor. »Bei der anstehenden Sanierung der Rundturnhalle wird uns der Brandschutz noch auf die Füße fallen.«

Als Block 3 sprach Vogt die Gebäudetechnik in der Schule an, die mit etwa 425.000 Euro die Finanzen schmälert. »Die Umstellung zum Beispiel auf LED-Beleuchtung ist politisch beschlossen worden – mit den Stimmen der SPD«, sagte Vogt.

Versäumnisse

In diesem Zusammenhang kritisierte Vogt auch die Bauausführung der 1995 erbauten Waldschule. Dort sei an einigen Stellen gespart worden. Vor dem Umbau zur Grundschule sei es dann versäumt worden, sich noch einmal die Technik genau anzuschauen. Der Fehler liege in der Bauausführung 1995 begründet. »Alle Parteien haben sich aber damals gefreut, dass die Kosten unterschritten und an vielen Stellen gespart wurde.«

Im Block 4 der Kostenaufstellung führte Vogt die Umsetzung des pädagogischen Konzepts an, das etwa 200.000 Euro koste. Die Umbaumaßnahmen seien wichtig, um die Konzepte der Inklusion und des Offenen Ganztags umzusetzen. »Es muss doch schließlich Aufgabe der Politik sein, die besten Voraussetzungen zu schaffen, um die Konzepte umzusetzen.« An die SPD gewandt betonte Vogt. »Da stellt man sich doch als Politik nicht hin und sagt: ›Ihr bekommt jetzt kein Geld mehr.‹ Das ist doch aberwitzig.«

Bedauerlich

Ein Arbeitskreis hätte an der Entwicklung nichts ändern können, sagte Vogt. »Die Entwicklung ist bedauerlich aber war unumgänglich. Es war damals so nicht abzusehen.« Vogt stellte jedoch heraus, dass es keine Verdreifachung der Kosten gebe, wie die Opposition behaupte. »Mit dem neuen Brandschutz haben wir bestenfalls eine Verdoppelung.« Denn in der Ausgangskalkulation von 560.000 Euro Umbaukosten sei der Brandschutz nicht einkalkuliert gewesen, betonte Vogt.

Für ihn sei auch das Gebäude der Waldschule alternativlos. »Dort ist eine Grundschule in einem großzügigen Gebäude, das sich entwickeln kann.« Es sei Aufgabe der Politik, diese Schulentwicklung nach besten Kräften zu unterstützen und nicht die Schule schlecht zu reden, um daraus parteipolitisch Profit zu schlagen, machte Vogt klare Ansagen an die SPD. Der warf er vor, keine Politik im Sinne der Bürger zu machen.

Druck aufbauen

Die SPD baue auf der einen Seite Druck bei den Eltern auf – für mehr Investitionen an der Schule. Auf der anderen Seite würden die Kosten kritisiert. »Alle Beteiligten sollte das Interesse einen, dass die Schule ein Erfolgmodell wird. Das ist auch das Interesse der CDU, und da werden wir uns nicht beirren lassen.« Im Blick hat Vogt aber nicht nur die Auewaldgrundschule. »Wir wollen, dass sich alle Schulen im Stadtgebiet erfolgreich entwickeln.« Die Bezirksregierung habe erst vor kurzem bei einer Schulbegehung die Entwicklung der Schullandschaft Espelkamps als »vorbildlich und weitsichtig gelobt«, so Vogt. Auch die Ausstattung der Schulen sei hervorgehoben worden.

Kurz ging er auf die verspätete Informationspolitik der Verwaltung zur Kostensteigerung ein. »Das Versäumnis bei der Information ist klar. Der Bürgermeister hat dies eingeräumt. Da muss es jetzt auch mal gut sein.« Vogt lobte die Arbeit von André Köster, der den Umbau der Schule nach seinem Start in der Espelkamper Verwaltung als erstes Projekt übernommen hat, und betonte, dass seitens der CDU das Vertrauensverhältnis zur Verwaltung nicht kaputt oder zerstört sei.

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