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Große Ausstellung von Norbert Lübker in Stadthagen – noch bis 25. Oktober

Ein Künstler auf der Reise

Espelkamp/Stadthagen (WB). Nach einer Kindheit in der DDR und einer Jugend in Espelkamp lebt Norbert Lübker inzwischen im niedersächsischen Lindhorst bei Stadthagen. Als Künstler ist er in seiner alten Heimat, dem Lübbecker Land, aber immer noch präsent. Unter dem Titel „Von Anbeginn“ ist jetzt ein großer Einblick in sein Schaffen in der Zehntscheune von Stadthagen am Eberhard-von-Breitenbuch-Platz 1 ausgestellt. Die Schau ist noch bis Sonntag, 25. Oktober, zu sehen.

Martin Nobbe

„Ich heule mir die Augen aus – denk ich an...“ Norbert Lübker aus Espelkamp ist mittlerweile im niedersächsischen Stadthagen heimisch geworden. Dort ist derzeit eine Ausstellung zu sehen, die auch dieses besondere Objekt zeigt. Foto: Martin Nobbe

Werkschau „Von Anbeginn“

Die Werkschau „Von Anbeginn“ vereint Malerei, Assemblage, Objekte und Installationen des Künstlers. In der Ankündigung ist sie beschrieben als „eine Reise ins Nirvana der Risiken und Abstraktionen der Menschwerdung zu den Quellen jeglicher Herkunft; gleich einer indigenen Erkenntnis, Ultima Ratio sich selber zu finden... Innovativ, spirituell, mystisch, geheimnisvoll, provokant, phantastisch – nur einige Momente des Daseins, denen man auf dieser Reise begegnet.“ Der Künstler ist anwesend und freut sich auf den Besuch: freitags von 15 bis 18 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 18 Uhr.

Norbert Lübker (71) ist im Lübbecker Land bekannt wie ein bunter Hund – im positiven Sinne natürlich. 1950 wurde er im beschaulichen Crivitz im Kreis Schwerin in der damaligen DDR geboren. Schön früh entdeckte Lübker sein Interesse an Natur und kreativem Ausdruck, sei es beim Kritzeln, Malen oder Basteln. Aber auch Worte und die Möglichkeit, durch Verkleiden in andere Charaktere zu schlüpfen, faszinierten den Künstler schon in jungen Jahren. Norbert Lübker erinnert sich: „Noch bevor ich lesen und schreiben konnte, bestaunte ich die fantastischen Märchenwelten vieler alter Märchenbücher.“ Der erste Sputnik, den er malte, flog über die Pyramiden Afrikas mit Palmen, Wüste und Schlangen, erzählt Lübker weiter. „Obwohl ich damals noch nicht wusste, was solche Gebäude eigentlich darstellten, faszinierte mich das Neue dieser für mich fremdartigen Welt.“

Unbeschwerte Kindheit

„Klein Norbert“ verlebte in der DDR eine unbeschwerte Kindheit. Bis zu dem Zeitpunkt, als sich seine Eltern mit ihm von Schwerin aus auf den Weg nach Ostberlin machten und in einer filmreifen Flucht, ein Jahr vor dem Mauerbau, in den Goldenen Westen gelangten. Mit einem völlig übermüdeten Norbert, auf einem Koffer schlafend.

Es folgten sehr viele Stationen, bevor Norbert Lübker mit seiner Familie im ostwestfälischen Espelkamp (Mittwald) eine neue Heimat gefunden hatte. Doch mit seiner Kunst sollte es zu diesem Zeitpunkt noch nichts werden. Seine Lehrer sprachen damals von brotloser Kunst und rieten dem jungen Norbert zu einer Lehre zum Dekorateur bei der Firma E. Sczech in Espelkamp.

Nach erfolgreichem Abschluss wollte Norbert Lübker aber nicht weiter als Geselle arbeiten. Er begab sich auf eigene Faust auf Wanderschaft, um bei diversen Künstlern kreative Erfahrungen zu sammeln. Seine Stationen: Düsseldorf (und Kassel) bei Prof. Horst Gläsker (Malerei, Performance), bei Klaus Richter (Co. bei Keith Haring, Malerei, Objekt) und bei Peter Nagel (Bildhauer) sowie in Bad Essen bei Dirk Höller (Stahlbau und Kunstschmiede).

Stolz auf die Söhne

Sein Weg hat sich für den Künstler aus Espelkamp ausgezahlt. Heute verdient Norbert Lübker mit seiner Kunst seinen Lebensunterhalt, war unter anderem in Oppenwehe, Levern oder Lübbecke tätig. Besonders stolz ist Norbert Lübker auf seine inzwischen erwachsenen Söhne Kai-Simon und Thilo-Wolfram, welche ihn beraten, aber auch konstruktiv kritisieren und unterstützen.

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