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Kadeco in Espelkamp hat neues Hochregallager gebaut – Arbeitsplätze geschaffen

50 Millionen Euro Umsatz - ein Meilenstein

Espelkamp

Die Firma Kadeco in Espelkamp hat im vergangenen Jahr einen Rekord-Umsatz erwirtschaftet. Während viele Unternehmen im Corona-Lockdown Einbußen hinnehmen musste, verschaffte die Coronakrise dem Unternehmen für Sonnenschutz einen Schub.

Von Felix Quebbemann

Ulf Kattelmann, Geschäftsführer von Kadeco Foto: Felix Quebbemann

Ulf Kattelmann steht in der riesigen Halle. Das neue Hochregallager von Kadeco hat beeindruckende Ausmaße. Sie hat eine Größe von 1500 Quadratmeter und ist acht Meter hoch. Die Rolltore sind extrem breit. Der Grund: Kadeco kauft unter anderem Aluminium als Hersteller für Sonnenschutz ein. Und das „Alu“ wird in langen Produkteinheiten geliefert. Die neue Halle ist pünktlich fertig geworden und sei im geplanten Budget-Rahmen geblieben.

Ulf Kattelmann

„Die Baukosten der Investition liegen bei 2,5 Millionen Euro“, erzählt Ulf Kattelmann, Geschäftsführer, im Gespräch mit dieser Zeitung. Die vergangenen zwei Jahre waren spannende für den jungen Geschäftsführer, der das Familienunternehmen von seinen Eltern übernahm und weiterführt. „Wir hatten einen Markenrelaunch.“ Bereits im Jahr 2006 hatte das Espelkamper Unternehmen mit Sitz im Hindenburgring die Firma Erwilo – Produzent von Markisen – gekauft. „Das Geschäft hat sich sehr dynamisch entwickelt“, erläutert Kattelmann. Letztlich kam das Unternehmen zu dem Schluss, dass zukünftig alle Produkte unter einem Namen verkauft werden sollten. Aus Erwilo wurde auch Kadeco. Und dabei wurde gleich richtig Hand angelegt. So erhielt das Kadeco-Logo ein modernes Outfit – ein Corporate Design. Es sei schon spannend gewesen, wie die Stammkunden auf diese Entwicklung reagieren. „Aber es war der absolut richtige Schritt“, erklärt Kattelmann die positive Resonanz, die das Unternehmen erhalten habe. Neues Logo, neuer Schriftzug – „das hat alles sehr gut funktioniert“.

Hallen-Neubau von Kadeco Foto: Kadeco

Doch ganz ohne mulmiges Gefühl sind die vergangenen zwei Corona-Jahre nicht an Kadeco vorbei gegangen. „Beim ersten Lockdown sind wir für einen kurzen Moment in Schockstarre verfallen.“ Zwei bis drei Wochen seien die Umsätze zurückgegangen. „Dann aber hat das Geschäft angezogen.“ Die Menschen haben von zuhause gearbeitet und hielten sich daher auch viel im Garten auf. Sonnenschutz und Markisen waren gefragt – auch aufgrund des guten Wetters. „Wir haben schon stark profitiert von den Lockdowns“, sagt Kattelmann. Zugute kam dem Unternehmen auch, dass Handwerksleistungen weiterhin im Lockdown angeboten werden durften. Das Unternehmen machte einen großen Sprung. „Wir haben einen zweistelligen Umsatzzuwachs gehabt“ – im Jahr 2020/21 machte das Unternehmen einen Umsatz von 50 Millionen Euro. „Das ist ein kleiner Meilenstein für uns“, sagt Kattelmann. Aber er sagt auch, dass es anspruchsvoll sei, geeignete Mitarbeiter zu finden. „Wir haben zwei fantastische Jahre gehabt.“ Kattelmann vergisst nicht zu betonen: „Für die Mitarbeiter ist das natürlich anstrengend gewesen.“ Er sei aber sehr stolz auf seine Belegschaft und glücklich darüber, wie die mit der neuen Situation umgegangen sei. „Alle haben extrem gut mitgezogen. Wir haben auch keine Kurzarbeit angemeldet.“

350 Mitarbeiter

Derzeit beschäftigt Kadeco etwa 350 Mitarbeiter. In der Spitze seien es auch schonmal – aufgrund saisonaler Entwicklungen – bis zu 400 gewesen. Etwa 50 neue Stelle habe das Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren geschaffen. Ein besonderes Augenmerk wirft Kattelmann auf den Bereich des Einkaufs. Die vergangenen zwei Jahre seien gerade dort „sehr anspruchsvoll“ gewesen. Eigentlich habe er gehofft, dass die Probleme bei der Materialbeschaffung ab Februar, wenn Corona abflaut, besser gelinge. Doch dann kam der Ukraine-Krieg. „Es ist uns jedoch immer gelungen, lieferfähig zu bleiben“, sagt der Unternehmenschef. Vor diesem Hintergrund habe es gut gepasst, dass Kadeco die neue Lagerhalle mit genügend Lagerkapazität gebaut habe. Der wichtigste Rohstoff, Aluminium, werde dort gelagert; darüber hinaus auch die Textilien, aus denen der eigentliche Sonnenschutz besteht. Momentan aber gingen viele Preise durch die Decke. Es sei unerlässlich, mehr in die Zukunft zu schauen, sagt Kattelmann. Das neue Lager sei bereits nach zehn Monaten Bauzeit im September des vergangenen Jahres bezugsfertig gewesen.

Ulf Kattelmann im neuen Hochregallager Foto: Felix Quebbemann

Die Planungen für den Neubau begannen im Jahr 2019. „Bevor die Preise richtig hoch gingen“, sei mit dem Bau begonnen worden. Und Kattelmann lobt die beteiligten regionalen Baubetriebe, die den Bau so schnell fertig gestellt haben. Aufgrund der derzeitigen Entwicklungen könne Kattelmann bei vielen Menschen Verunsicherung feststellen. Die allgemeine politische Lage und die Inflation sorge dafür, dass viele ihr Budget beisammen halten. „Im Moment ist eine gewisse Zurückhaltung zu spüren.“ Mittel- bis langfristig schätzt er aber die Aussichten als „sehr positiv“ ein. Denn die Kadeco-Produkte „können stark zur Energiewende beitragen – aufgrund ihres großen Energieeinsparpotenzials“.

Das im Übrigen lebt Kadeco selbst vor. Denn die neue Halle hat auf ihrem Dach eine Photovoltaikanlage, bestehend aus 360 Modulen mit einer Fläche von 665 Quadratmetern. Es könne dadurch etwa 117.000 Kilowattstunde pro Jahr an Strom erzeugt werden. „92.000 kWh werden wir selber davon verbrauchen. Das ist in etwa ein Drittel unseres Stromverbrauchs hier am Standort“, sagt Kattelmann zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien in seinem Unternehmen.

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