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Benefizkonzert zugunsten des Orgelfördervereins der Martins-Kirchengemeinde in Espelkamp

Ein Register fliegt raus

Espelkamp

Für die altehrwürdige Steinmann-Orgel in der Espelkamper Thomaskirche steht ein Umbau an. Kantor Tobias Krügel erläutert, dass unter anderem ein Register aus der Orgel entfernt werden soll. Um die Maßnahme zu finanzieren, soll am Wochenende ein Benefizkonzert ausgerichtet werden.

Von Felix Quebbemann

Kantor Tobias Krügel vor der Orgel in der Thomaskirche. Foto: Felix Quebbemann

Die Steinmann-Orgel gehört zur Thomaskirche wie das weithin bekannte Rutschendach. Kantor Tobias Krügel betrachtet das Musikinstrument, als er im Kirchenraum steht. Die Orgel ist mit 30 Registern die größte Orgel im Altkreis. Aber es sind Reparaturen fällig, um die Orgel auch klanglich in der absoluten Oberliga spielen zu lassen.

Vollständig gereinigt

Bereits im Jahr 2018, nach dem Brand der Thomaskirche, wurde das Instrument vollständig gereinigt. Orgelbau-Experte Mathias Johannmeier übernahm seinerzeit den Job. „Diese Grundreinigung ist auch mit viel Liebe vorgenommen worden.“ Klanglich hat dies der Orgel sehr gut getan. Aber bereits damals ist angeklungen, dass noch weitere Maßnahmen folgen sollen. So soll zum Beispiel ein Register – als Register bezeichnet man eine Gruppe Töne erzeugender Elemente wie zum Beispiel Orgelpfeifen gleicher Klangfarbe – ersetzt werden.

Ein Register soll sogar gänzlich aus der Orgel verschwinden. „Die sind zu piepsig“, erläutert Kantor Tobias Krügel. Die Orgel, die eigentlich einen barocken Klang haben soll, klingt noch nicht ganz so, wie sich das Krügel und die anderen Spieler der Orgel vorstellen. Sie erhoffen sich aber, dass durch die nun anstehenden Umbaumaßnahmen das Instrument alle Klang-Vorstellungen erfüllt.

Einen Haken gibt es

Es gibt da aber noch einen Haken. Denn dem Orgelförderverein fehlt noch ein wenig Geld. Daher soll am kommenden Samstag, 7. Mai, ein Benefizkonzert zugunsten des Orgelfördervereins stattfinden. Nicht nur Tobias Krügel wird zu hören sein, sondern auch Kirchenmusiker und Kantoren, die einen Bezug zu Espelkamp haben. Mit dabei sind Heinz-Hermann Grube und Roger Bretthauer als ehemalige Kantoren, Kirchenmusiker Christoph Heuer sowie der Kirchenmusik- und Kantorennachwuchs mit Paul Knizewski und Matthias Berges. An dem Tag wird übrigens nicht nur Orgelmusik erklingen.

Gekoppelt wird das Konzert mit einem kleinen Empfang im Gemeindezentrum. Es gibt Wein und Knabbereien, so Krügel, der sich auch neue Mitgliedschaften im Orgelförderverein erhofft. Kurz nach dem Benefizkonzert – am 9. Mai – wird Orgelbauer Mathias Johannmeier bereits mit dem Umbau- und dem Rückbau der Orgel beginnen. Krügel wirft auch einen Blick in die fernere Zukunft. Denn es steht noch zur Debatte, die Orgel komplett zu versetzen. Das Instrument befindet sich, wie auch der Chorbereich, rechts neben dem Altarraum. Oft sei es so, dass der Organist, sobald zum Beispiel der Chor oder ein Bläser in der Nähe seien, die Töne der Orgel gar nicht mehr wahrnimmt, da die einfach am Ohr vorbeigehen. „Manchmal spüre ich nur das Vibrieren der Orgel“, versucht Krügel zu erläutern, wie schwer es dann ist zu spielen. Eine Versetzung aber hänge auch davon ab, wie sich die Kirchengemeinde entwickle. „Mal schauen, was in zehn Jahren ist“, nennt Krügel grob einen Zeitraum.

Tobias Krügel

Ein Versetzen der Orgel ist übrigens nicht ganz so einfach, wie Krügel weiter erklärt. Er habe dieses Vorhaben zwar auch schon einmal mit einem Architekten besprochen. „Kirche und Orgel sind aber denkmalgeschützt.“ Sollte ein Umsetzen gar nicht möglich sein, so sei es denkbar, zusätzliche Pfeifen hinter dem Chor, der direkt hinter dem Kantor platziert ist, anzubringen – so dass sowohl Chor als auch Kantor die Musik besser wahrnehmen. Das aber ist Zukunftsmusik. Von den jetzt geplanten Maßnahmen jedenfalls ist Krügel überzeugt und sagt: „Wir haben die Orgel dann so fit, dass man sowohl konzertant als auch im Alltag gut mit ihr arbeiten kann.“ Das Benefizkonzert beginnt am Samstag, 7. Mai, ab 18 Uhr in der Thomaskirche.

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