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Zydeco Annie und die Swamp Cats verwandeln Alte Schule in einen Club in Louisiana

Ein temperamentvoller Auftritt

Gestringen (ko). Der Applaus will nicht aufhören. Die Alte Schule in Vor-Gestringen glich am Freitagabend einem Club in Louisiana, im Süden von New Orleans.

Zydeco Annie und die Swamp Cats haben voller Temperament ihre Songs in der Alten Schule gespielt. Foto: Andreas Kokemoor

Für diese Stimmung haben Zydeco Annie und die Swamp Cats gesorgt. Und das gelang mit einer tollen Mischung aus Cajun- und Zydecomusik, deren Wurzeln im Süden der USA liegen.

Spannende Mischung

Diese spannende Mischung sorgte für großes Interesse bei den Musikliebhabern der Umgebung. Und so hieß es am Freitagabend: »Ausverkauft«. Zum zweiten Mal gastierte die Band auf Einladung von Addi Alexis Schaefer auf der Kleinkunstbrettlbühne. »Wir spielen Tanzmusik«, sagte Anja Baldauf. Das war auch ernst gemeint. Doch zum Tanzen reichte der Platz zunächst gar nicht. Denn das begeisterte Publikum saß dicht gedrängt vor der Bühne und lauschte den energiegeladenen Klängen der Formation.

Das Publikum schunkelte, klatschte und wippte mit den Füßen. Bekannte Interpretationen wie »You are my sunshine« oder »Oh when the saints« wurden zudem laut mitgesungen. Zur Zugabe ließen es sich die vollauf begeisterten Gäste nicht nehmen, die Gruppe mit Standing Ovation zu verabschieden. Zuvor bekamen die Gäste Musik zu hören, die es so nicht alle Tage zu hören gibt. Akkordeonrhythmen, Waschbrett-Töne, sowie Geigen- und Kontrabassklänge, unterstützt vom Schlagzeug bestimmten das mitreißende Konzert.

80 Auftritte im Jahr

Vom ersten Ton an bewies das Quintett seine künstlerische Qualität. Seit zwölf Jahren tourt die Band durch Deutschland und Europa, hat bis zu 80 Auftritte im Jahr: ein Indiz für ihre Popularität und der erneute Auftritt für den Bürgerverein Gestringen ist ein Zeichen dafür, dass Zydeco Annie und die Swamp Cats gerne in Gestringen spielen.

Die Gruppe wusste dabei auch Blues und Walzer in die Musikvielfalt Louisianas einzuflechten, hatte dabei auch keine Angst, die irische Bouzouki sowie orientalische Handtrommeln zu Gehör zu bringen. Alte Folksongs »kochen wir auf, würzen sie scharf und rühren sie um«, erklärte Anja Baldauf, die zu jedem Lied eine Magie fand und eine Verbindung herstellte. Das Energiebündel brillierte an ihren Akkordeons. »Ich liebe alle Instrumente, die Tasten haben«, sagte sie.

Rap-Board

Im Mittelpunkt auf der Bühne stehend hatte sie stets ein Lächeln im Gesicht und suchte den Kontakt zu Publikum. »Ich bin mit bayerischer Hausmusik aufgewachsen«, erläuterte sie. Gerne erzählte sie ihre private und musikalische Lebensgeschichte. Texte würden ihr unter anderem beim Spazierengehen durch die Maisfelder oder im Nebel der Berge einfallen. Rolf Berger, der gleich zu Beginn mit dem Louisiana Rap-Board vor seiner Brust wie ein Ritter auf der Bühne wirkte überzeugte mit dem typischen, charakteristischen Gesang in Cajun-Französisch. Und Gabriel McCaslin entlockte der Geige die temperamentvolle Lebensfreude der Menschen aus dem Süden der USA.

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