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Espelkamp: Seniorenbeirat, Bürgermeister und CDU äußern sich

Straßennamen: Eine Entscheidung steht bald an

Espelkamp

Die Straßennamen im Stadtgebiet Espelkamp bleiben ein viel diskutiertes Thema. Auch die Mitglieder des Seniorenbeirates sowie die Spitze der CDU haben sich dazu geäußert. Das Thema wird auch im kommenden Hauptausschuss behandelt

Von Felix Quebbemann

Der Stein des Anstoßes: Der Name „Dr.-Max-Ilgner-Straße“ ist seit längerem wegen dessen Nazi-Vergangenheit umstritten. Der Arbeitskreis empfiehlt, die Straße umzubenennen. Foto: Felix Quebbemann

Wie aber wird die Entscheidung ausfallen? Für viele ist klar: Es muss vor allem der Straßenname Dr.-Max-Ilgner-Straße geändert werden. Das empfiehlt auch der Arbeitskreis in seiner Expertise. Dr. Max Ilgner ist ein in den Nürnberger Prozessen verurteilter Nazi-Verbrecher.

Während der Sitzung im Seniorenbeirat am Donnerstagnachmittag hat sich Beiratsmitglied Klaus Neumann zu der Thematik geäußert. Er finde es gut, wenn die in den Straßennamen genannten Personen "kontextualisiert" werden. Dies, so Neumann, könne mit Hilfe eines QR-Codes geschehen. Darin sollten Hintergrundinformationen zu den betreffenden Personen hinterlegt werden. " Das ist Geschichte für die jungen Menschen."

Auch Bürgermeister Dr. Henning Vieker sprach während der Beiratssitzung am Donnerstagnachmittag die Problematik der Straßennamen der "mehr oder weniger kontroversen Menschen" an. Er forderte sowohl die Senioren im Beirat wie auch alle Espelkamper Bürger dazu auf, sich auf der Homepage der Stadt Espelkamp über die Thematik zu informieren und sich dann selbst eine Meinung zu bilden. "Ich kann nur jedem empfehlen, sich das dort einmal durchzulesen, eine Meinung zu bilden und diese dann dem jeweiligen Ratsvertreter mitzuteilen." Bedauerlich sei es, so Vieker, dass die Zugriffe auf die Dokumente zum Thema derzeit jedenfalls "extrem überschaubar" sind.

Espelkamps Bürgermeister Dr. Henning Vieker (CDU) fordert dazu auf, sich mit der Thematik der Straßennamen zu beschäftigen. Foto: Felix Quebbemann

Reaktionen

Die CDU hat die Diskussion um die Straßennamen auch während der Sommerpause weiter verfolgt und den Bürgern näher gebracht. Ihre Reaktionen waren durchaus positiver Natur. "Wir haben versucht, mit den Bürgern Kontakt aufzunehmen. Wir haben Flyer erstellt und darauf auch viele Rückmeldungen erhalten", so CDU-Fraktionsvorsitzender Thomas Rogalske. Die überwiegende Anzahl der Rückmeldungen sei "für die Beibehaltung der Straßennamen", bilanzierte Rogalske. CDU-Stadtverbandsvorsitzender Florian Hemann ergänzte im Pressegespräch, dass viele Bürger überrascht gewesen seien, dass die Straßennamen derzeit überhaupt Thema in der Politik seien. Andere hingegen hätten es zwar schon mitbekommen, aber wussten nicht, worum es genau ging.

Die CDU selbst sei sich noch nicht einig, wie sie sich bei der Thematik positioniere. "In der Fraktion stecken wir in den Beratungen und sind dort auch nicht am Ende. " Ein Ziel aber habe die Union erreicht -  nämlich, dass sich die Bürger damit beschäftigen.

Hauptausschuss-Sitzung

Beschäftigen wird sich in jedem Fall der nächste Hauptausschuss mit den Straßennamen. Dort nämlich steht das Thema bereits auf der Tagesordnung. Die Sitzung findet am Mittwoch, 17. August, ab 16 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses statt.

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