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Feuerwehrübung in der Ferdinand-Porsche-Straße: Gefahrgut ausgelaufen

Einsatz mit höchster Sicherheitsstufe

Espelkamp (WB/fq). Passanten, die am Montagabend an der Ferdinand-Porsche-Straße vorbeigekommen sind, fühlten sich eventuell an den Hollywood-Klassiker »Outbreak« erinnert.

Im Einsatzverlauf ist der ausgetretene gefährliche Stoff mit Wasser stark verdünnt und unschädlich gemacht worden. Die Wehrleitung zeigte sich mit der Übung sehr zufrieden. Foto: Volker Dau

Im Industriegebiet Am Kanal nahe des Bereichs südlicher Wendehammers sei ein stechende, unangenehmer Geruch wahrzunehmen, hieß es in der Alarmierung der Feuerwehr. Mehrere Einsatzkräfte der Espelkamper Feuerwehr in Chemikalienschutzanzügen waren darauf hin zum Unglücksort gefahren.

Ernsthafter Störfall

Was nach einem ernsthaften Störfall aussah, stellte sich aber letztlich als eine realistisch gestaltete Einsatzübung heraus. Etwa 40 Wehrmänner und -frauen waren im Einsatz. »Es wurde angenommen, dass beim Wenden ein Transporter mehrere Versandstücke oder Kunststoffkanister mit Gefahrgut verloren hat«, erläuterte Volker Dau, Pressesprecher der Feuerwehr, die Lage. Nach Auskunft des Lkw-Fahrers solle es sich dabei um »Essigsäurekanister« handeln. Zunächst war auch nur der Einsatzleiter vor Ort. Da keine akute Gefahr bestand, ließ er die Espelkamper ABC-Kräfte »ohne höchste Eile, also ohne Nutzung von Sonderrechten« gemäß Straßenverkehrsordnung nachalarmieren.

»Die Übungsziele sind die Schulung des grundsätzlichen Ablaufes der ersten Maßnahmen eines Gefahrguteinsatzes«, erklärte Dau. Übungsschwerpunkt sei der korrekte Aufbau und Betrieb eines so genannten Dekontaminationsplatzes sowie die Nutzung der Gefahrgutdatenbank gewesen. »Im Informationssystem Gefahrstoffe (IGS) sind alle relevanten Stoffinformationen in einer Datenbank zusammengeführt und werden den Behörden zur Verfügung gestellt. Die IGS-Anwendungen sind so gestaltet, dass sie den besonderen Anforderungen der einzelnen Fachbehörde wie der Feuerwehr gerecht werden. Das IGS enthält Informationen zu über 165.000 chemischen und biologischen Stoffen«, erklärte Dau.

Gefahrenbereich abgesperrt

Ein Löschfahrzeug des Zuges Mitte sperrte den Gefahrenbereich ab und errichtete an der Absperrgrenze einen dreifachen Löschangriff, »das heißt mit Wasser, Schaum und Pulver«. Nachrückende Einsatzkräfte wurden mit der Erkundung und Identifikation des Gefahrgutes beauftragt. Ein Trupp ging im Chemikalienschutzanzug (CSA) vor. Ein weiterer Trupp stand, ebenfalls unter CSA, an der Absperrgrenze als Rettungstrupp bereit.

Der Erkundungstrupp meldete zurück, dass eine Flüssigkeit ausgetreten sei. Die Kunststoffkanister waren unter anderem mit speziellen Gefahrzetteln und einer chemischen Formel gekennzeichnet. Der Angriffstrupp verschloss ohne Probleme den beschädigten Kanister. Im weiteren Einsatzverlauf wurde der ausgetretene Stoff mit Wasser stark verdünnt und unschädlich gemacht. Parallel bauten die Kameraden einen Dekontaminationsplatz auf.

Angriffstrupp

Der Angriffstrupp wurde nach seinem Einsatz im Gefahrenbereich schulmäßig dekontaminiert. Im Anschluss wurden die verunreinigte Schutzausrüstung wieder aufbereitet oder fachgerechte entsorgt. Nach etwa eineinhalb Stunden war die Übung beendet. Im Einsatz befanden sich etwa 40 Wehrmänner und -frauen des Zuges Mitte, der Löschgruppen Gestringen, Vehlage und Frotheim. In der anschließenden Nachbesprechung äußerten sich der Leiter der Wehr Reiner Hußmann sowie der Einsatzleiter Jörn Stratmann-Sablotny sehr zufrieden mit dem Einsatzverlauf.

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